Heimische Produktion ist positiv für die Klimabilanz

Die Abwanderung österreichischer Industriebetriebe kostet nicht nur Arbeitsplätze, sondern schadet auch dem Klima. Daher braucht es eine intelligente Energie- und Klimapolitik. Die Energierückgabenvergütung muss beibehalten werden.

Die Diskussion über den Klimawandel und die damit verbundene Umstellung des Energiesystems war eines der brennendsten Themen im vergangenen Wahlkampf. Dabei ist die Integration von erneuerbaren Energieträgern unter gleichzeitiger Wahrung der absolut notwendigen und höchstmöglichen Versorgungssicherheit die größte Herausforderung. Eine aktuelle Studie zeigt: Die CO2-Produktion der Industrie ist dann am geringsten, wenn dort produziert wird, wo Technologie, Effizienz und Energiemix am besten sind – nämlich am Industriestandort Österreich.

Realistische Klimapolitik

Im Rahmen eines Gipfeltreffens der Industriesparten der Bundesländer Oberösterreich, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg in Kufstein wurde ein Maßnahmenpaket für eine realistische und wirtschaftsfreundliche Klima- und Energiepolitik erarbeitet. Als wichtiger Grundstein für die Standortsicherung der Industrie gilt in diesem Zusammenhang vor allem das bestehende System der Energieabgabenvergütung für energieintensive Branchen. Da Energie in Österreich für die Industrie sehr teuer ist, würde eine Verschärfung des bestehenden Systems die Wettbewerbsfähigkeit von etlichen Industriebranchen gefährden. An diesem notwendigen Instrument darf weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene gerüttelt werden. „Die Politik könnte darüber hinaus mit einer massiven Anhebung der Förderung bei energiesparenden Maßnahmen im Gebäudesektor einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-emissionen leisten. Dies wäre einerseits ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, andererseits würde durch eine Belebung der Bauwirtschaft bei rückläufiger Konjunktur die Wirtschaft angekurbelt. Außerdem bleibt in diesem Fall der größte Teil der Wertschöpfung in Österreich“, sagt Hermann Lindner, Obmann der Sparte Industrie in der Tiroler Wirtschaftskammer.

Positive Effekte für die Umwelt

Fest steht: Treibhausgasemissionen machen vor nationalen Grenzen nicht Halt. Das Ziel im Kampf gegen den Klimawandel muss es daher sein, Beiträge zur globalen Treibhausgasreduktion zu liefern. Diese Aussage wird durch die Studie „climApro“, die das Institut für Industrielle Ökologie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich erstellt hat, mit Zahlen und Fakten untermauert. „In der Studie wurde errechnet, dass eine zusätzliche nationale Produktion zwar auch zu Mehremissionen in Öster­reich führt, dem stehen aber – global gesehen – in der gesamten Wertschöpfungskette deutlich größere Einsparungen gegen­über. Bei einer Produktionsverlagerung ins Ausland inklusive der dann nötigen Transportkosten steigen die Emissionen um 1,9 Tonnen, während in Österreich nur eine Tonne CO2 weniger emittiert wird. Das wäre eindeutig kontraproduktiv“, so Lindner weiter.

Über diesen Umweltaspekt hinaus kommt natürlich auch der Erhalt von heimischen Arbeitsplätzen dazu. Gerade die Industrie gehört mit ihren hochqualifizierten Facharbeitsplätzen zu den Branchen mit den höchsten Löhnen. Daher ist für Lindner klar: Unter dem Strich wirkt sich eine Reindustrialisierung Österreichs eindeutig positiv auf die Klimabilanz aus. Daher muss die Energieabgabenrückvergütung auf jeden Fall bestehen bleiben.

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