Recycling: Tiroler Lösungen für mehr Nachhaltigkeit

Um effektives Recycling zu gewährleisten ist eine starke Kreislaufwirtschaft nicht wegzudenken. Die Fachgruppe Sekundärrohstoffhändler zählt über 50 Betriebe zu ihren Mitgliedern, die wichtiger Teil dieses Prozesses sind und dafür sorgen, dass die Wertschöpfung in Tirol bleibt.

Wussten Sie, dass man mit der eingesparten Energie einer einzigen recycelten Glasflasche 20 Minuten lang fernsehen kann? Weltweit wächst der Bedarf an Produkten und damit der Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein Konzept mit dem klaren Ziel Ressourcen effizient einzusetzen. Rohstoffe sollen über die Nutzung eines Produktes hinaus, erneut für den Produktionsprozess verwendet werden. Das gelingt nur, wenn die Materialien nach ihrer Nutzung bestmöglich gesammelt, sortiert und verwertet werden. Umso sortenreiner diese Sammlung erfolgt, desto besser ist die Recyclingquote – ein großer Gewinn für Umwelt und Wirtschaft in einem. Die derzeit am meisten verwendeten Recyclingstoffe nach stofflicher Verwertung sind beispielsweise Altpapier, Altglas oder Altmetall. Deren Verwertungsquote liegt hier stofflich bei über 60 Prozent. Große Potentiale liegen auch im Altholz und im Kunststoff.

Tiroler Betriebe recyceln über eine Million Tonnen

„Wir haben in diesem Bereich tolle Betriebe in Tirol, die ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft sind“, betont Thomas Baumüller, Sprecher der Berufsgruppe Sekundärrohstoffhandel in der Tiroler Wirtschaftskammer. Die über 50 Mitglieder, die sich „Die Wiederverwerter“ nennen, verwerten rund eine Million Tonnen Sekundärrohstoffe in Tirol. Für Baumüller eine regionale Erfolgsgeschichte: „Die Wertschöpfung bleibt im Land, dient also der Ressourceneinsparung und dem Klimaschutz.“ Ein repräsentatives Beispiel: Für die Herstellung von 500 Blatt Kopierpapier braucht man 7,5 kg Holz, 130 Liter Wasser und 27 kW Strom. Für die Herstellung von 500 Blatt Recyclingpapier braucht man nur 2,8 kg Altpapier, 51 Liter Wasser und 10,5 kW Strom. „Sammeln, richtig trennen, wiederverwerten macht also Sinn“, betont Baumüller.

Die Wiederverwerter

Die Wiederverwerter wollen mehr Bewusstsein für die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft in Tirol schaffen (v.l.): Christan Ladner (Geschäftsführer des Landesgremiums Maschinen- und Technologiehandel), Berufsgruppensprecher Thomas Baumüller und ARA-Vorstand Werner Knausz. Foto: WKT/Die Fotografen

Österreichs Wirtschaft: Große Potenziale beim Recycling

In dieselbe Kerbe schlägt Werner Knausz, Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) bei seinem Besuch in Innsbruck: „Österreichs Wirtschaft ist zu 9,7 % zirkular.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie (www.ara.at/kreislauf-wirtschaft/circularity-gap-report) von „Circle Economy“ im Auftrag der ARA, bei der zum ersten Mal weltweit für eine nationale Volkswirtschaft der so genannte „Circularity Gap“ berechnet wurde. „Um die Lücke in der Kreislaufwirtschaft sukzessive zu schließen, brauchen wir unter anderem langlebige Produkte und den Ausbau von Recycling sowie Forschung. Dadurch ließe sich die Zirkularität der heimischen Volkswirtschaft auf über 37 % vervierfachen“, erklärt Knausz. Österreichs Wirtschaft und seine Konsumenten sind bereit, einen Beitrag zur Steigerung der Kreislaufwirtschaft zu leisten, wie zwei aktuelle Umfragen der ARA zeigen: „Die heimischen Unternehmen quer durch alle Branchen erkennen den Circular-Economy-Ansatz als Chance für ihr Unternehmen. Drei von vier Unternehmen setzen bereits erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft beziehungsweise planen, dies zu tun. Dazu zählen in erster Linie die Reduktion von Abfällen, das Recycling von Gütern und Verpackungen sowie die Verbesserung des Abfallmanagements.

Die Österreicher sehen sich in Sachen Kreislaufwirtschaft, Recycling und Abfalltrennung selbst am meisten gefordert. Rund 83 Prozent geben an, sich beim richtigen Sammeln und Trennen noch mehr anstrengen zu wollen. Dafür brauche es jedoch auch Verpackungen und Waren, die sich leichter verwerten lassen, verweist Knausz auf neue Anforderungen an Produktion, Produktgestaltung und optimales Verpackungsdesign. Ganz im Sinne des EU-Kreislaufwirtschaftspakets, das gezielt auf verstärktes Recycling und die ressourcenschonende Gestaltung von Verpackungen setzt. Gemeinsam setzen sich Baumüller und Knausz für einen starken Sekundärrohstoffmarkt ein.

Bewusstsein schaffen – Zukunft gestalten

Die Tiroler Wiederverwerter möchten mehr Bewusstsein für die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft in Tirol schaffen. Christian Ladner, Geschäftsführer des Landesgremiums Maschinen- und Technologiehandel meint: „Zwischen Reutte und Kitzbühel gibt es ein gutes Netzwerk vom Metall- bis zum Papierverwerter mit modernsten Sortiertechniken und schließlich innovativen Produkten, die neu entstehen.“ Vorreiter sind etwa Unternehmen wie Swarco, die ausrangiertes Tiroler Fensterglas zu Reflexperlen für Straßenmarkierungen wiederverwerten. „Aus alt mach neu, liegt also mehr im Trend als je zuvor“, sind sich die drei Wirtschaftsvertreter einig.

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