Pitztal und Ötztal – eine gewinnbringende Fusion

Fakten lügen nicht. Der Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Pitztal und Ötztal würde sich als hochprofitabel für die Tiroler Wirtschaft erweisen.

Bisher haben Diskussionen rund um das Großprojekt ‘Verbindung Ötztal – Pitztal’ den Kernaspekt seiner ökonomischen Komponente stets unzureichend betrachtet. Manche Umwelt-NGOs unterstellten dem Baugewerbe gar niedrige Wertschöpfung. Aufgrund dieser „niedrigen Wertschöpfung” bestünde „kein öffentliches Interesse” an der Umsetzung des Vorhabens. In einer neuen Studie der Wirtschaftskammer Tirol und der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW), werden diese Irrungen richtiggestellt und die tatsächlichen regionalwirtschaftlichen Effekte der Skigebietsverbindung offengelegt.

Gletscherehe auf Herz und Nieren untersucht

Speziell die Auswirkungen des Projekts auf regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Einkommen sollen hervorgehoben und dargestellt werden. Stefan Garbislander, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation und Strategie sowie Autor der Studie betont: „Uns ist es wichtig die wirtschaftlichen Dimensionen des Zusammenschlusses aufzuzeigen.” Kritikern, die schwerwiegende Konsequenzen für die Umwelt prophezeien entgegnet er: „Potentielle Schäden an Flora und Fauna werden genauestens untersucht, dass es zu irreversiblen Schäden kommt ist quasi auszuschließen.” Außerdem seien weitreichende Kompensationsmaßnahmen vorgesehen.

130 Millionen werden investiert – viele Branchen profitieren

Innerhalb der sechs Jahre, die für die Fertigstellung der Skigebietsverbindung von Ötztal und Pitztal vorgesehen sind, sollen insgesamt 131 Millionen Euro allein in Seilbahnen, Stationen, Restaurants, Skitunnel etc. investiert werden. Insgesamt würde sich das Bruttoregionalprodukt Tirols um rund 140 Millionen Euro erhöhen. Vor allem die Sektoren Bau (61,4 Mio.), Warenherstellung (17,6 Mio.) und Kfz (10,7 Mio.) würden massiv von der Umsetzung des Vorhabens profitieren. Auch die Beschäftigungseffekte wären beträchtlich: Allein in Tirol würde ein Arbeitspensum freiwerden, das 1.200 Vollzeit-Arbeitsstellen während der sechs Jahre entspricht.

Außerdem sollen in den beiden Tälern insgesamt 630 weitere Hotelbetten bereitgestellt werden – eine Investition von 60 Millionen Euro. Sobald das Projekt fertiggestellt ist, erhöhe sich das Bruttoregionalprodukt Tirols um insgesamt 41 Millionen Euro pro Jahr. Hier würden vor allem die Bereiche der Beherbergung und Gastronomie (9,2 Mio.), Kfz (6,3 Mio.) und Verkehr und Lagerei (5,5 Mio.) maßgebliche Gewinne vorzuweisen haben.

Auf Finanzminister warten 70 Millionen Euro

Garbislander ist der Meinung, dass speziell ein „Steuerstaat” wie Österreich Interesse an der Verwirklichung des Projekts haben sollte. Laut der Studie kann sich der Fiskus auf Abgaben in Höhe von beinahe 70 Millionen Euro im Laufe der sechsjährigen Bauzeit freuen. Jährlich sollen nach Projektende 22 Millionen Euro hinzukommen.

„Man muss schon ehrlich sein”, meint Garbislander weiter, „Wie würde das Pitztal ohne sein Skigebiet dastehen?” Für die Skiregion in der die Nächtigungen in den letzten Jahren stagnieren, beziehungsweise leicht rückläufig sind, wäre der Zusammenschluss immens wichtig, um auch in Zukunft zu prosperieren und Wohlstand für seine Bewohner gewährleisten zu können.

 

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Der geplante Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Pitztal und Ötztal wird derzeit oft diskutiert – nicht immer beruhen die Argumente dabei auf Fakten. Eine Studie der WK Tirol und der Gesellschaft für angewandet Wirtschaftsforschung zeigt nun die durchaus positiven regionalwirtschaftlichen Effekte des Projekts deutlich auf. Grafik: WKT

»Info: Regionalwirtschaftliche Analyse Zusammenschluss Gletscherskigebiete Pitztal und Ötztal.

 

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