Hella Sonnen- und Wetterschutz: Von Osttirol in die Welt

In den letzten 60 Jahren hat sich das Familienunternehmen Hella nicht nur zum größten Arbeitgeber des Osttiroler Pustertals, sondern auch zum „global Player“ für Sonnen- und Wetterschutztechnik entwickelt.

Abfaltersbach im Osttiroler Hochpustertal als Zentrale eines international agierenden Konzerns:  Das hätte sich Alois Kraler Drechslermeister, Bauer und damaliger Bürgermeister der kleinen Landgemeinde wohl nicht träumen lassen, als er zusammen mit seinem Freund Franz Aichner die Firma Hella aus einer Konkursmasse erwarb und mit zwei Mitarbeitern die Jalousienproduktion startete.

In den Mieträumlichkeiten im Pfarrjugendheim wurde es bald zu eng, weshalb die Hella-Gründer 1965 mit dem Bau des ersten Betriebsgebäudes begannen. Nach zahlreichen weiteren Baustufen werden heute auf rund 25.000 m2 hochwertige Sonnen- und Wetterschutzsysteme entwickelt und produziert.

„Meinem Großvater ging es darum, Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Wir sind dieser Intention treu geblieben und beschäftigen hier am Firmensitz 550 Mitarbeiter, die heute natürlich aus ganz Osttirol und aus den Nachbarregionen kommen“, erzählt Andreas Kraler, Hella-Miteigentümer und Geschäftsführer.

„Ein Standort fernab der Ballungszentren erscheint auf den ersten Blick nicht ideal und beinhaltet logistische Herausforderungen. Wir bekennen uns aber zu den Wurzeln in Osttirol, die uns stark gemacht haben: Fleiß, Strebsamkeit, Handschlagqualität, Traditionsbewusstsein und die Fähigkeit, auch mit Widrigkeiten zurechtzukommen – das zeichnet die Menschen hier aus. Insofern sehen wir unser Headquarter in Osttirol als Erfolgsfaktor ebenso wie die Tatsache, dass wir als vollständig im Familienbesitz befindliches Unternehmen Garant für nachhaltiges Wirtschaften sind.“

Mehr Marktanteile und Kompetenzen

Für Verkauf, Montage und Service besteht in Österreich ein flächendeckendes Netz an Niederlassungen. Mit dieser starken Präsenz der Marke Hella wurde das Unternehmen zum nationalen Marktführer. Angesichts der Nähe zur italienischen Grenze war der erste Internationalisierungsschritt Anfang der 1980iger-Jahre nach Südtirol bzw. Nord-
italien buchstäblich naheliegend.

„Heute sind wir mit Tochterfirmen auch in Deutschland, der Schweiz, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen vertreten; darüber hinaus realisieren wir weltweit mit örtlichen Partnern Großprojekte im Objektbereich“, erklärt Andreas Kraler, der, bevor er 2016 in das vierköpfige Hella-Managementteam eintrat, bereits viele Jahre für den Export verantwortlich war.

2004 wurde mit dem Erwerb des deutschen Jalousienerzeugers RAU-Arabella – damals umsatz- und mitarbeiterstärker als der Hella-Stammbetrieb – ein äußerst mutiger Expansionsschritt gesetzt. In den nächsten zwölf Jahren folgten zahlreiche weitere Akquisitionen in Österreich, Deutschland, Italien und Tschechien. „Dank dieser Zukäufe haben wir nicht nur Marktanteile erobert, sondern auch zusätzliche Kompetenzen erworben, so dass wir unsere Kernbereiche Jalousien, Rollläden und Markisen beispielsweise um Wintergarten-Beschattungen und Pergolen erweitern und uns europaweit als Komplettanbieter im Sonnen- und Wetterschutzbereich positionieren konnten.

Die unterschiedlichen Schwerpunkte der sechs Produktionsbetriebe und 34 in der Hella-Holding vereinigten Standorte machen uns flexibel und helfen uns, die bei den einzelnen Produkten recht unterschiedlichen saisonalen Nachfrageschwankungen auszugleichen“, so Andreas Kraler.

„In den letzten Jahren sind uns auch richtungweisende Produktinnovationen gelungen, so etwa das von uns entwickelte und patentierte ,ONYX.HOME’ –Steuerungssystem für alle Sonnenschutzprodukte. Neben der einfachen Bedienbarkeit über Smartphone oder Tablett gibt es gegenüber herkömmlichen Funkhandsendern den Vorteil, dass keine Rückkoppelungsprobleme, wie es sie sonst etwa mit Registrierkassen geben kann, auftreten.

Auch bei den Hella-Trav-Rollladen-Einbaukästen, mit denen wir schon seit Jahrzehnen Rohbauten ausstatten, gibt es mit dem FRAME-Leibungssystem eine passivhaus-taugliche Neuentwicklung. Fenster, Fensterbank und Sonnenschutzsystem lassen sich damit bauphysikalisch perfekt und energiesparend kombinieren.“

„Wer sich um gute Arbeitskräfte wirklich bemüht, findet sie auch. Außerdem setzen wir stark darauf, Fachkräfte selbst auszubilden.“
Andreas Kraler

A propos Energieeffizienz: Mit einem eigenen Wasserkraftwerk und dem Anschluss der – ohnedies fast auf Passivhausstandard errichteten – Werkshallen an das örtliche Biomasse-Heizwerk, an dem Hella als Gesellschafter beteiligt ist, kann man heute in Abfaltersbach weitestgehend auf fossile Energieträger verzichten. Schließlich tragen die Hella-Produkte per se zum Energiesparen bei, da man mit ihnen ohne Energieeinsatz die Regelung des Raumklimas optimal unterstützen kann.

Wenngleich das einstmals große Arbeitskräftepotenzial auch in Osttirol mittlerweile erodiert, ist Andreas Kraler überzeugt: „Wer sich um gute Arbeitskräfte wirklich bemüht, findet sie auch. Außerdem setzen wir stark darauf, Fachkräfte selbst auszubilden. So waren wir federführend bei der Schaffung des Lehrberufes „Sonnenschutztechniker“, der sich bereits seit 1998 bewährt, indem er die vielen unterschiedlichen Fertigkeiten und Kompetenzen, die in unserer Branche benötigt werden, in sich vereinigt.“

Bloß den Status quo zu halten, kommt für Hella anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums nicht in Frage. „Wir möchten unsere Position unter den Top 5 in Europa nicht nur absichern, sondern ausbauen. Wir bereiten derzeit mit großer Sorgfalt die nächste Wachstumsphase vor. Zunächst galt es, 15 Marken behutsam mit der Marke Hella zusammenzuführen. Jetzt sind wir dabei, die organisatorische Integration aller unserer Werke und Standorte abzuschließen, eine einheitliche IT-Struktur zu implementieren und die technischen Weiterentwicklungen voranzutreiben“.

60 Jahre HELLA

Seniorchef Fanz Kraler (l.), heute Aufsichtsratsvorsitzender der Hella Holding, wagte den Schritt in die Internationalisierung und die Expansion. Den erfolgreichen Weg setzt Sohn Andreas als Geschäftsführer der Hella-Gruppe fort. Foto: Hella

» Weitere Informationen: Hella Sonnen- und Wetterschutztechnik

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