Brennen für den Brandschutz

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Volders wurde sein Interesse am heißen Ur-Element in jungen Jahren schon geweckt. Diese Leidenschaft wuchs und wurde zur Basis für das Unternehmen Brandschutz Thaler, das sich voll und ganz der Vorbeugung von Bränden verschrieben hat.

Wenn dieser Feuerball in Sekundenbruchteilen riesig wird und knapp vier Meter in die Höhe steigt, ist der Effekt groß. „Ja, wenn sich die Leute vorstellen, dass der Feuerball an der Küchendecke an- und wieder runterkommt, werden sie hellwach“, erzählt Ludwig Thaler. Der Feuerball, von dem er spricht, entsteht, wenn versucht wird, brennendes Öl mit Wasser zu löschen. Ein echt fataler Fehler. Wer den Ball je gesehen und sich dabei vorgestellt hat, welchen Schaden und welche Verbrennungen er anzurichten vermag, wird beim „brennenden Ölpfandl“ nie zum Wasser greifen. „Es zu sehen, sensibilisiert schon sehr“, weiß Thaler.

Ludwig Thaler und seine Mitarbeiter sind keine auf Pyrotechnik spezialisierten Showmaster. Selbst wenn die Mischung aus Faszination und Respekt, welche die Menschen schon seit Menschengedenken mit Feuer verbindet, manchmal ein „Nebenprodukt“ ihrer Arbeit ist, steht Vorbeugung im Mittelpunkt ihres Handelns. Der Name des Unternehmens ist Programm. „Brandschutz Thaler“ heißt die Firma. „Ich bin mit 16 Jahren zur Feuerwehr gegangen, bin nach wie vor dabei – jetzt also 47 Jahre. Daraus hat sich der Gedanke entwickelt, etwas für und mit dem vorbeugenden Brandschutz zu machen“, blickt Ludwig Thaler zurück.

Der große Schritt

Die Freiwillige Feuerwehr Volders legte das Feuer, das seinen weiteren Lebensweg bestimmen sollte. Thaler machte die Ausbildung zum Technischen Zeichner und landete nach ein paar beruflichen Zwischenstationen bei der Landesfeuerwehrschule Tirol: „Erwachsenenbildung hat mir sehr gut gefallen – das tut sie auch heute noch. Als die Landesfeuerwehrschule aber nach Telfs umziehen sollte, stand ich an einem Scheideweg. Die Fahrt von Volders nach Telfs ist relativ lang und so habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt“ berichtet er.

Thaler setzte diesen Schritt in einer Zeit, in der der vorbeugende Brandschutz erst langsam ein Gesicht beziehungsweise den Stellenwert bekam, der ihm gebührt. Schon bei Feuerwehreinsätzen hatte er Brandsituationen erlebt, denen vorgebeugt hätte werden können: „Manchmal hat man da gemerkt, dass mit Brandschutz relativ fahrlässig umgegangen worden war. Der vorbeugende Brandschutz hat sich erst in den letzten 15 bis 20 Jahren entwickelt. Vorher war er so etwas wie ein Stiefkind und man dachte, dass sich eh jeder mit einem Feuerlöscher auskennt und weiß, wie man ihn bedient.“

Feuerlöschübungen informieren und begeistern

Dass diese Feststellung erst der Realität entspricht, wenn ein Feuerlöscher in der Praxis eingesetzt wurde, wird jenen klar, die im Rahmen einer Feuerlöschübung damit in Berührung gekommen sind. „Unternehmen sind verpflichtet, ihren Mitarbeitern Feuerlöschübungen anzubieten. Dabei stellen wir immer wieder fest, wie begeistert die Leute sind, wenn sie so ein rotes Ding in die Hand nehmen können und sehen, was wirklich passiert, wenn man ein Feuer löscht“, erzählt Thaler von einem wichtigen Angebot im Unternehmensportfolio seiner im Gewerbepark in Mils ansässigen Firma. Mit dem gasbetriebenen Löschtrainer können diese Mitarbeiterschulungen überall – vor Ort – abgehalten werden. Thaler: „Wir haben so eine Übung auch schon in einem kleinen Innenhof in Innsbruck gemacht.“

Möglich ist das auch, weil für die Brände nicht etwa Benzin angezündet und eventuell schmutzig Brenzliges zurückgelassen wird. Das verwendete Gas verbrennt rückstandsfrei und die dabei gelöschten Feuer hinterlassen bleibende Eindrücke. Der theoretischen Einführung in die Welt der Brände, ihrer Ursachen und des Löschens, folgt der praktische Teil. „Da wird zum Beispiel gezeigt, was passiert, wenn eine ganz normale Spraydose Temperatur bekommt und explodiert. Genauso simulieren wir die Fettexplosion, üben das Löschen mit einer Löschdecke und zum Schluss noch mit den Feuerlöschern“, berichtet Thaler. Die Fettexplosion ist es, die den effektvollen Feuerball ins Gedächtnis der Anwesenden brennt und mit ihm das Wissen darum, wie er mit einer Löschdecke erstickt werden kann.

Mit diesen Übungen wird das vorbeugende Brandschutzwissen nicht nur in die Firmen, sondern auch in die Privathaushalte getragen, wo – wie Ludwig Thaler betont – Löschdecke, Feuerlöscher und Heimrauchmelder zur Standardausrüstung zählen sollten: „Bei den Rauchmeldern gibt es verschiedene Varianten – vom Einzelmelder in Wohnungen, über miteinander kommunizierende, die in mehrgeschossigen Häusern gleichzeitig das laute Signal auslösen, hin zu mit dem Internet verbundenen, smarten Funkrauchmeldern, die einen Alarm direkt auf das Smartphone oder Tablet senden.“

Immer am Feuerball

Vorbeugender Brandschutz ist ein weites Feld, in dem sich Ludwig Thaler und seine fünf Mitarbeiter bestens auskennen. Immer am Ball zu bleiben, ist dabei eine Selbstverständlichkeit, wobei dies für Ludwig Thaler im Besonderen gilt, wenn er im Rahmen der WIFI-Ausbildungen für Brandschutzpersonal in ganz Tirol unterwegs ist: „Da werden auch alle Neuheiten vermittelt, bei denen es vielfach um Änderungen in den Technischen Richtlinien für den vorbeugenden Brandschutz geht, die laufend überarbeitet und dem Stand der Technik angepasst werden.“

Löschdecke

Anhand verschiedener Übungen wird der richtige Umgang mit Feuer geschult – hier am Beispiel Löschdecke. Foto: Brandschutz Thaler/Tirol Werbung

Vergleichsweise „jung“ im Portfolio des Unternehmens ist etwa das Angebot, externe Brandschutzbeauftragte zur Verfügung zu stellen – für Betriebe genauso, wie beispielsweise für größere Gebäudekomplexe, in denen keiner diese Aufgabe übernehmen will. Es ist ein so wichtiger wie heikler Job, der nicht nur Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft – also 24 Stunden an 365 Tagen – erfordert. „Die Aufgaben eines externen Brandschutzbeauftragten sind klar geregelt. Dazu zählen unter anderem die Begehung des Gebäudes, die Kontrolle der brandschutztechnischen Einrichtungen oder ein Probealarm der Brandmeldeanlage. Nach Anforderung durch die Feuerwehr muss der Mitarbeiter in 30 Minuten vor Ort sein. Unser Aktionsradius reicht dabei von Imst bis Jenbach“, erzählt der Firmenchef.

Brandschutzpläne als Herzstück des vorbeugenden Brandschutzes

Bei einem derartigen Einsatz kann es beispielsweise passieren, dass die Feuerwehr eine Tür aufbrechen musste, die dann nicht mehr ihre Funktion erfüllen kann: „Da muss der Brandschutzbeauftragte schnell einen Wachdienst damit beauftragen, das Gebäude zu überwachen und sich dann darum kümmern, dass schnellstmöglich wieder alles hergestellt wird.“ Schnell ist ein Zauberwort – auch wenn es um die Aufgabe geht, die Ludwig Thaler schon zu Beginn seiner Selbstständigkeit in den Mittelpunkt stellte. „Meine Ausbildung zum technischen Zeichner war eine gute Voraussetzung für das Erstellen von Brandschutzplänen“, erzählt er. Damals noch am großen Reißbrett, heute mittels CAD-Technik am Computer erstellt, bilden Brandschutzpläne das Herzstück des vorbeugenden Brandschutzes für dazu verpflichtete Unternehmen beziehungsweise Gebäude.

Grundsätzlich gilt, dass alle Gebäude, die eine Brandmeldeanlage haben, einen Brandschutzplan vorweisen müssen. In Bau- und Gewerberechtsbescheiden wird festgehalten, ob ein derartiger Plan, der einen Einsatzplan für die Feuerwehren darstellt, notwendig ist. „Ist niemand vor Ort, um sie einzuweisen, nimmt die Feuerwehr den Plan zur Hand, um sich zu orientieren. Am Haupteingang zeigt ihnen das Feuerwehrbedienfeld, welcher Melder angesprochen hat und der Plan zeigt ihnen den schnellstmöglichen Weg dorthin“, erklärt Thaler den Sinn der Pläne, die im Fall der Fälle entscheidend sein können. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Ludwig Thalers Sohn und seine Tochter arbeiten schon seit einigen Jahren im Unternehmen, machen es zum Familienbetrieb und Thaler weiß: „Sie werden das erfolgreich weiterführen.“ Dann, wenn er in Pension gegangen ist. Und die Freiwillige Feuerwehr? „Diese Mitgliedschaft hat kein Ablaufdatum. Mit 65 Jahren scheidet man aus dem Aktivdienst aus und ist Reservemitglied.“ Die eiserne Reserve. Wenn‘s brennt.

Brennendes Öl löschen

Nie brennendes Öl mit Wasser löschen! Der dabei entstehende Feuerball sensibilisiert die Teilnehmer. Foto: Brandschutz Thaler/Tirol Werbung

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