Größte Hürden für heimische Betriebe

Auch Betriebe haben ihre Schwachpunkte – die Top 3 lauten: Fachkräftemangel, Kostendruck und neue Aufträge. Genau hier braucht es die meiste Unterstützung seitens der Politik, um Firmen stabil und Arbeitsplätze sicher zu machen.

Die Top Tirol Konjunkturumfrage der WK Tirol bietet zwei Mal im Jahr einen aufschlussreichen Einblick in die aktuelle Stimmungs- und Konjunkturlage. Im Zuge der Umfrage wurden auch die drei größten Herausforderungen für die Tiroler Betriebe abgefragt. Die Ergebnisse schwanken je nach Branche ein wenig, aber es zieht sich ein klarer roter Faden durch: Für 67 Prozent der Unternehmen stellt die Suche nach Fachkräften die größte betriebliche Herausforderung dar, gefolgt von der Senkun­g bzw. Stabilisierung von Betriebskosten (22 Prozent) und dem Lukrieren neuer Aufträge (10 Prozent).

1.) Klare Nummer 1 der Unternehmer-Sorgen ist der Fachkräftemangel. „Es ist schon bezeichnend, wenn die Such­e nach Mitarbeitern zwei Drittel der Betriebe belastet, die Suche nach Aufträgen aber nur ein Zehntel. Das zeigt die Dramatik und erfordert es, an allen denkbaren Stellrädern in dieser zentralen Frage zu drehen“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Die Maßnahmen reichen von Aus- und Weiterbildung über die Stärkung der Lehre bis hin zur gezielten Nutzung von Zuwanderungspotenzialen. Als absolut richtige Entscheidung in diesem Zusammenhang wertet der Präsident die Möglichkeit für Zwölf-Stunden-Tage: „Diese Option wird ohnehin nur genutzt, wenn es die Auftragslage unbedingt erfordert. Aber sie ermöglicht, Engpässe zu bewältigen – was sonst nicht möglich wäre, weil es an allen Ecken und Enden an Personal fehlt. Das sichert die Wettbewerbsfähigkeit und ist damit auch für bestehende Jobs wichtig“, so der Präsident.

2.) Ein Dauerbrenner für die Tiroler Unternehmen ist die Senkung beziehungsweise Stabilisierung der Betriebskosten. Für 22 Prozent der Betriebe stellt dies die größte Herausforderung dar. Für die energieintensiven Branchen Industrie und Verkehrswirtschaft spielt das Thema der Betriebskostensenkung eine überdurchschnittliche Rolle (31 Prozent bzw. 36 Prozent). „In vielen Branchen sind die Gewinnmargen hauchdünn und erfordern hochprofessionelle Kalkulation, um Betriebe wirtschaftlich zu führen. Die Wirtschaftskammer kennt diese Herausforderung für die Betriebe und fordert Augenmaß seitens der Politik“, erklärt Walser. Einerseits sind für die Betriebe leistbare Energiekosten und auch leistbare Gründe für Betriebserweiterungen lebensnotwendig. Andererseits hängt für die Tiroler Firmen viel an den steuerlichen Rahmenbedingungen. Die WK fordert daher realitätsnahe Abschreibungsmöglichkeiten, aber auch Lohnnebenkostensenkungen, damit die Ausgaben im Rahmen bleiben. Auch die Absenkung der Körperschaftssteuer und höhere Gewinnfreibeträge helfen Tiroler Betrieben dabei, die Kosten im Griff zu behalten.

3.) Das Lukrieren von Aufträgen ist die urtypische Aufgabe jeden Unternehmers. Das Wichtigste dabei: Für diese Tätigkeit muss genügend Zeit bleiben. Es sind vor allem administrative Aufgaben, die den Betrieben Zeit und Geld rauben. Der Abbau bürokratischer Hürden ist die beste Wirtschaftsförderung – daher muss speziell bei Genehmigungsverfahren gelten: weniger, einfacher, effizienter. „Je kostspieliger und langwieriger die Bewilligungsverfahren sind, desto höher ist die Gefahr, dass Unternehmen die entsprechenden Projekte nicht umsetzen“, warnt der WK-Präsident vor ausufernder Bürokratie.

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Drei Fragen an...Klaus Lackner, WK-Bezirksobmann Kitzbühel
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