Investitionen müssen sich lohnen

„Wer nicht investiert, verliert“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Die Politik muss aktiv Impulse in diese Richtung setzen und dazu beitragen, dass die heimischen Betriebe Investitionen anstreben, um auch in Zukunft die Nase vorn zu haben.

Die aktuelle Konjunkturentwicklung verläuft undramatisch: Tirols Wirtschaft befindet sich nach wie vor auf moderatem Wachstumskurs. Auftrags- und Geschäftslage haben sich zwar abgeschwächt, liegen aber auf hohem Niveau. Das ergibt ein beruhigendes, relativ stabiles Bild der weiteren Entwicklung. Doch im Windschatten dieser Zahlen findet ein besorgniserregender Rückgang bei den Investitionen statt: Während vor einem Jahr noch 43 Prozent der befragten Top-Unternehmen angaben, im nächsten halben Jahr ihre Investitionen steigern zu wollen, sind es jetzt mit nur mehr 19 Prozent weniger als die Hälfte davon. Darüber hinaus zeigt der genaue Blick auf die Art der Vorhaben, dass Ersatzinvestitionen vor Erweiterungsinvestitionen und vor Rationalisierungsinvestitionen dominieren. Das ist deswegen problematisch, weil nur Erweiterungen wachstumsfördernd sind und nur diese nachhaltige Impulse auslösen.

Investitionen als Indikator

„Dieser Einbruch bei der Investitionsbereitschaft ist die Achillesferse der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Tirol“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Das Trügerische daran ist, dass schwächelnde Investitionen zunächst „unsichtbar“ bleiben und erst später ihre negative Wirkung entfalten. „Investitionen sind die Arbeitsplätze von morgen. Die Betriebe müssen diesen Entwicklungs- und Wachstumsmotor ständig am Laufen halten, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu sein“, erklärt Walser.

Die Politik tut daher gut daran, betriebliche Investitionen zu fördern und wieder in Schwung zu bringen. Das ist gerade jetzt bei nachlassender Konjunktur das Mittel der Wahl, um den Standort Tirol im internationalen Wettbewerb abzusichern. Für einen nachhaltigen Impuls bieten sich drei Maßnahmen an, welche die Politik in der aktuellen Situation setzen sollte.

1) Die Einführung eines Investitionsfreibetrages von 30 Prozent. Das würde einen massiven Impuls für die heimische Wirtschaft darstellen, da es unter diesen Rahmenbedingungen weit attraktiver ist, zu investieren als auf diese Möglichkeit zu verzichten und die volle Steuerlast zu tragen. Für den Staat ergibt sich nur kurzzeitig ein Rückgang der Steuerleistung, da die steigende Produktivität und die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit in der Folge für Mehreinnahmen sorgen.

2) Eine Reduktion der Körperschaftssteuer im ersten Schritt auf 21 Prozent und in einem weiteren Schritt auf 19 Prozent. Eine Entlastung bei der Körperschaftsteuer stärkt die Eigenkapitalbasis der Betriebe und fördert notwendige Investitionen – und das bei großen wie auch bei kleinen Unternehmen. Ein hoher KöSt-Satz wie ihn derzeit Österreich im europäischen Vergleich aufweist, hat deutlich negative Effekte für die heimischen Betriebe und bremst die Innovationsfähigkeit. Nicht von ungefähr bezeichnet die OECD die Körperschaftsteuer als wachstumsschädlichste Steuer.

3) Die Einführung einer vorzeitigen Abschreibung von 50 Prozent. Die Vorschriften zur steuerlichen Abschreibung gehen nicht mehr mit der Realität in unserer schnelllebigen Welt konform. Viele betrieblich genutzte Güter sind nach kurzer Zeit längst überholt und in der Praxis nicht mehr einsetzbar – aber die steuerlichen Fristen laufen noch Jahre. Eine vorzeitige Abschreibung würde einen starken Investitionsanreiz setzen und die Betriebe im wichtigen Bereich Digitalisierung unterstützen.

Politik muss aktiv werden

Es ist unrealistisch, dass die Übergangsregierung diese Maßnahmen in die Wege leitet. „Aber von der kommenden Regierung erwarte ich neben fälligen Reformen auch Impulse für betriebliche Investitionen. Das rechnet sich unter dem Strich für alle: Der Staat bekommt in der Folge mehr Einnahmen, die Betriebe erhalten ihre Wettbewerbsfähigkeit – und die Arbeitsplätze bleiben attraktiv und sicher“, fasst der WK-Präsident zusammen.

 

Investitionen in Tirol

 

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