Aufhebung des Dieselprivilegs würde Tiroler 46 Mio. Euro kosten

Die Aufhebung des „Dieselprivilegs“ würde die Tiroler Bevölkerung 46 Mio. Euro kosten und das Transit-Problem nicht lösen, sind sich die Sozialpartner Christoph Walser (WK) und Erwin Zangerl (AK) einig.

“Damit wir kein einziger Transit-Lkw weniger durch Tirol fahren und auch unsere heimischen Unternehmen werden, soweit möglich, die 8,5 Cent Preissteigerung pro Liter Diesel 1:1 an ihre Kunden und damit an die Endkonsumenten weiter geben”, ist Christoph Walser, Transportunternehmer und Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, überzeugt.

AK-Präsident Erwin Zangerl hält fest: “Klima- und Umweltschutz müssen vorrangiges Ziel sein. In diesem Fall würden jedoch die Zeche vor allem die Tirolerinnen und Tiroler bezahlen. Sehr zur Freude des Finanzministers in Wien. Alle Studien belegen, dass vor allem die schwächeren Einkommensschichten von Klima- und Umweltschutzmaßnahmen überdurchschnittlich stark betroffen sind. Alternative Antriebsarten bei Fahrzeugen, ebenso wie energiesparende Maßnahmen können sich viele Familien gar nicht leisten. Hier müssten vielmehr begleitende Maßnahmen – etwa gleichzeitig eine massive Entlastung bei der Besteuerung auf Arbeit hin zu ökologischen Steuern – überlegt werden. Das Drehen an einer Schraube allein würde Arbeitnehmer-Familien nur überdurchschnittlich belasten.“

400 Jobs würden vernichtet

Wie Berechungen der Tiroler Wirtschaftskammer ergeben, kämen auf die Pendlerinnen und Pendler Diesel-Mehrkosten in Höhe von 22 Mio. Euro pro Jahr zu. Die Mehrkosten für die Wirtschaft müssten natürlich ebenfalls an die Endkonsumenten weitergegeben werden müssen. Macht in Summe stolze 46 Mio. Euro zusätzliche Belastung, die den Tirolerinnen und Tirolern für den Konsum fehlen.

Zum Vergleich: Die Mehrkosten für ausländische Kfz (Pkw und Lkw) lägen bei vergleichsweise geringen 26 Mio. Euro. “Für den Transport von Deutschland nach Italien sind das Peanuts und wird keinen Transit-Lkw davon abhalten, die Route über den Brenner zu wählen.”

Damit aber nicht genug: Die 46 Mio. Euro fehlen den Tirolerinnen und Tirolern für den privaten Konsum, mit deutlichen Konsequenzen für die Wertschöpfung und Beschäftigung. “Während die Abschaffung des `Dieselprivilegs´ die Transit-Lkw gar nicht jucken würde, würden wir in Tirol laut unseren Berechnungen 51 Mio. Euro an Wertschöpfung und damit einhergehend 430 Arbeitsplätze verlieren”, klärt der WK-Präsident auf. Am stärksten wäre dabei der Handel betroffen. Allein in dieser Branche würden 155 Arbeitsplätze verloren gehen.

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!