Stuckateur Franz König geht neue Wege

Stuckateur Franz König kombiniert handwerkliches Geschick und die Liebe zum Detail, um Wohnräume individuell zu gestalten. Fortschrittliche Ideen sind dabei keine Mangelware.

Eigentlich ist Franz König gelernter Bäcker, doch als er seinerzeit die Möglichkeit bekam, bei einem Stuckateur zu arbeiten, hat er diese Chance ergriffen und ist diesem Metier bis heute treu geblieben. “Zu Beginn habe ich mir die Tätigkeiten selbst angeeignet, anschließend an einem Weiterbildungskurs für Stuckateure teilgenommen und in weiterer Folge – vor mittlerweile fast 20 Jahren – mit Bravour die Meisterprüfung abgelegt”, erzählt der Zillertaler Unternehmer. 1996 fällte er den Entschluss, sich selbstständig zu machen, doch erst im Jahr 2005 übersiedelte er an den heutigen Standort in Fügen.

“Ich hatte immer schon eine Leidenschaft für Kolonialstilmöbel und bin durch Zufall in einem kleinen Geschäft in Rattenberg auf solche Einrichtungsgegenstände gestoßen. Eines Tages löste die damalige Besitzerin ihren Betrieb auf und ich kaufte ihr die gesamte restliche Ware ab. Gleichzeitig bot sich im Gewerbegebiet Fügen die Gelegenheit, ein freistehendes Gebäude zu erwerben, da habe ich kurzerhand Nägel mit Köpfen gemacht und verlegte meinen Betrieb samt Geschäfts- und Schauraum hierher”, so König.

Innovatives Projekt “Nivatus”

Neben den Geschäftsräumlichkeiten, welche eine große Auswahl an Vintage- und Kolonialstil-Möbeln sowie hochwertige Textilien, außergewöhnliche Leuchten und Dekorationen aus der ganzen Welt bieten, ist auch die gesamte Produktion im Haus angesiedelt. Doch das Arbeitsfeld des Stuckateurs hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Neben Stuckprofilen, Säulen und Lisenen, die in Handarbeit aus Gips hergestellt werden, beschäftigt sich das Team rund um König seit geraumer Zeit mit dem Thema der indirekten und direkten Beleuchtung. “Wenn man als Stuckateur heutzutage am Leben bleiben möchte, dann muss man sich neue Nischen suchen. Da bei handelsüblichen deckenbündigen Einbauleuchten häufig Montageschwierigkeiten, Rissbildungen und nachträgliche Ausbesserungsarbeiten auftreten, haben wir beschlossen, unser eigenes Beleuchtungssystem zu entwickeln, welches an die Technik des Trockenbauers angepasst ist. Somit entstand das Projekt ‚Nivatus’.”

Die Produkte bestehen aus einem Stuckrahmen, welcher in eine Gipskartonplatte eingearbeitet wird, um die Montage mit herkömmlichen Trockenbauwerkzeugen zu gewährleisten. Dieser Rahmen dient als Träger für einen LED-Streifen, dessen Wärmeentwicklung durch ein Kühlsystem abgeleitet wird. “Bezüglich Form und Farbe der Leuchte können wir individuell auf den Kunden oder Architekten eingehen und somit sind der gestalterischen Freiheit so gut wie keine Grenzen gesetzt. Zusätzlich zu seiner Funktion als Reflektor kann der Deckel der Leuchte zur Seite geschoben werden und dadurch als Revisionsöffnung dienen”, erklärt König begeistert. Die Nivatus-Leuchten werden im Haus vorproduziert und anschließend direkt an den Endverbraucher oder an ausführende Firmen verkauft. Sie schaffen eine angenehme Atmosphäre sowohl im privaten Umfeld als auch in Hotels und können sogar im Nassbereich eingesetzt werden.

Stuckateur König, Nivatus-Leuchten

Mit dem richtigen Licht Atmosphäre schaffen. Die Nivatus-Leuchten überzeugen in der Praxis und garantieren Rissfreiheit.

Unternehmer mit Leib und Seele

Auch wenn die Leuchten-Innovation derzeit viel Zeit in Anspruch nimmt, kommen die restlichen Einsatzgebiete nicht zu kurz. “Wir planen komplette Weinkeller, aber auch Wellnessbereiche von der Idee bis zur Umsetzung. Dazu gehören Dekorationen und Deckengestaltung sowie Akustiklösungen.”

Langweilig wird König und seinen rund 20 Mitarbeitern also selten. Er beschäftigt viele langjährige Mitarbeiter und probiert ihnen laufend gerecht zu werden, indem sie das ganze Jahr durchgehend angestellt sind. Die Lampenproduktion und Dekorationsaufträge bieten gute Optionen die toten Zeiten des Trockenbaus zu überbrücken. “Mir taugt mein Job so richtig und ich bin mit Leib und Seele dabei, auch wenn ich mir manchmal wünsche, mehr Stuckarbeiten verwirklichen zu können. Zeitmäßig bekomm ich alles locker unter einen Hut, meine kreativen Ideen zählen für mich nicht zur Arbeit, die kommen mir im Austausch mit anderen in den Sinn”, freut sich König auf eine spannende Zukunft.

»Weitere Informationen: Stuckateur Franz König

Bild oben: Firmenchef Franz König mit Sohn Mathias, der als Stuckateur-Meister bereits ebenfalls im Unternehmen mitwirkt.

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!