Mit Mut und neuen Ideen zum Erfolg

Mit gelebter Regionalität, kompromissloser Handwerksqualität sowie Offenheit für neue Wege behauptet sich die Lienzer Meisterbäckerei Joast in einem herausfordernden Umfeld.

Zwei Jahre nach den erfolgreich abgelegten Bäcker- und Konditorenmeisterprüfungen, hat Ernst Joast 1987 mit fünf Mitarbeitern seinen Bäckereibetrieb mit angeschlossenem Geschäft und kleinem Café in der Lienzer Schweizergasse gestartet. Einige Jahre später folgte der erste Expansionsschritt: „Im Herzen der Lienzer Altstadt kamen wir mit einer Verkaufsfiliale, ebenfalls verbunden mit einem Café, noch näher an die Kunden. Mit der stärkeren Nachfrage gelangten wir allerdings rasch an die Kapazitätsgrenzen der Backstube“, erzählt der Firmenchef. „Die Suche nach einem geeigneten Standort dauerte mehrere Jahre. 2003 konnten wir endlich die Produktion in eine großzügige Halle im Lienzer Industriegebiet Peggetz verlegen. Bis dahin waren nämlich noch zwei weitere Filialen in Lienz dazugekommen, inzwischen sind wir bereits mit acht Geschäften in Lienz, Nußdorf-Debant, Matrei i.O. und Virgen vertreten“.

Zusatzstoffe sind tabu

Ernst Joast erkannte sehr früh, dass dem damals schon einsetzenden „Bäckersterben“ nur mit neuen Produkten, Ideenreichtum und einer Portion Wagemut wirksam begegnet werden konnte. „Wir starteten im Jahr 2000 eine Kooperation mit Osttiroler Biobauern, die seither für uns qualitativ hochwertigen Roggen und Dinkel anbauen. Um allerhöchste Vollkornqualität sicherzustellen, haben wir jetzt auch eine eigene ‚Hausmühle‘, die technisch alle Stückerln spielt, angeschafft. Wir verzichten ganz bewusst auf Chemie – Fertigbackmischungen, Konservierungsmittel und sonstige, in der Backwarenindustrie gängige Zusatzstoffe sind für uns tabu. Mit Rohstoffen aus der Region, Natursauerteig und Natursole erzeugen wir ehrliche, natürliche und vor allem köstliche Produkte. Unsere Kunden wissen das in einer Zeit, in der immer öfter Nahrungsunverträglichkeiten und Allergien auftreten, besonders zu schätzen. Es gibt immer Wege, wie man sich auch angesichts übermächtig erscheinender Konkurrenz der Supermärkte, Diskonter und Tankstellenshops mit ihren Backstationen am Markt behaupten kann“, ist Ernst Joast überzeugt.

Etwa, indem man sich regelmäßig mit Berufskollegen austauscht und voneinander lernt: „Ich bin schon lange Mitglied einer ERFA-Gruppe, der 20 österreichische und 70 deutsche Bäcker angehören. Wir stellen uns gegenseitig alle betrieblichen Kennzahlen zur Verfügung, treffen uns regelmäßig und arbeiten mit spezialisierten Beratern zusammen, die uns etwa helfen, die betrieblichen Abläufe ständig zu verbessern. Unsere Belegschaft ist auf 85 Mitarbeiter angewachsen – das erfordert Optimierungen in Organisation, Logistik und Marketing“. Apropos Marketing: Unterstützung kommt vom Sohn Clemens, der die Marketing-Agentur „Überall“ in Wörgl und Brixen betreibt; Ehefrau Brigitte ist für die Social-Media-Kontakte zuständig. In die Fußstapfen seines Vaters möchte der Sohn Erik treten, der nach dem Abschluss der HTL für Lebensmitteltechnologie in Wels noch die Meisterklasse für Bäcker und Konditoren absolvieren will.

Joast gestaltet Bäckerberuf attraktiv

„Offen sein für Neues“ gehört zur Joast-Firmenphilosophie. Das gilt für immer neue Backkreationen ebenso wie für die Entwicklung der Filialen. Diese erfüllen als „Regionalshops“ mit Lebensmitteln der „Natur aus Osttirol“-Mitgliedsbetriebe auch Nahversorgerfunktionen und werden zudem als Cafés mit Wohlfühlcharakter gestaltet. Zum Gesamtkonzept passt aber auch die Ende 2017 in der Filiale am Lienzer Johannesplatz eröffnete einzigartige Backschule: „Dort gibt es zweimal pro Woche Back-Workshops im Rahmen von Kindergeburtstagsfeiern; außerdem Events wie Firmen- und Familienfeste, bei denen Brot, aber auch Feingebäck gebacken und Einblick in unsere Backkunst gegeben wird. Bei uns haben auch schon Ärzte und Banker Fortbildungen veranstaltet, die wir mit der Backschule auflockern konnten“, freut sich der Meisterbäcker, dem es nicht nur um die Bedürfnisse der Kunden geht, sondern auch um die Zufriedenheit der Mitarbeiter: „Eingespielte Teams, die sich aufeinander verlassen können, und ein respektvolles Miteinander sind das Um und Auf. Wir setzen auf Qualifikation nicht nur bei den Lehrlingen, für die wir eigene Anreizsysteme entwickelt haben, sondern auch bei den Fachkräften. Wir unterstützen deren Weiterbildung mit dem Ziel, sie an Führungsaufgaben heranzuführen. Zudem ist ein entscheidender Schritt, den Bäckerberuf attraktiver zu machen und die Arbeitsbedingungen in der Produktion zu verbessern, die für Herbst geplante Einführung der 5-Tage-Woche.“

In der Joast-Backschule gibt es regelmäßig Back-Workshops. Die Location wird aber auch für Firmen-Seminare und Kindergeburtstagsfeiern genutzt – immer mit einem perfekten Rahmenprogramm zu den Themen Backen und Kulinarik.

In der Joast-Backschule gibt es regelmäßig Back-Workshops. Die Location wird aber auch für Firmen-Seminare und Kindergeburtstagsfeiern genutzt – immer mit einem perfekten Rahmenprogramm zu den Themen Backen und Kulinarik.

 

»Weitere Informationen: Bäckerei Joast

Galerie:
Ernst Joast mit Ehefrau Brigitte und Töchterchen Emma gemeinsam mit Erik (hinten v.r.), der gerade die HTL für Lebensmittel-Technologie in Wels abschließt, Unternehmer und Marketingexperte Clemens und IBWL-Studentin Agnes.
Joast-Backschule
Bäckermeister Ernst Joast steht für traditionelle Backkunst. Osttiroler Bauern beliefern ihn schon seit zwei Jahrzehnten exklusiv mit bestem Bio-Getreide.
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