Tirols Wirtschaft weiter auf moderatem Wachstumskurs

Die Halbjahresbilanz zeigt: Trotz eines zunehmend unsicheren Umfelds bleiben die Geschäftslage und die Erwartungen der Tiroler Top-Unternehmen stabil im positiven Bereich.

Für ihr “TOP-Tirol-Konjunkturbarometer” hat die Wirtschaftskammer kürzlich wieder rund 240 Leitbetriebe mit insgesamt mehr als 45.000 Beschäftigen zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass sich sowohl Geschäftslage als auch Auftragslage in fast allen Branchen, vor allem aber in der Industrie und im Gewerbe, in den vergangenen Monaten abgeschwächt haben.

Gesunken ist auch die Bereitschaft der Unternehmen zu investieren: Im Sommer 2018 gaben noch 43 Prozent an, im folgenden Halbjahr mehr investieren zu wollen, aktuell sind es nur mehr 19 Prozent, die ihr Investitionsvolumen steigern wollen.

„Diese Einschätzungen unterstreichen, dass sich die Wachstumsdynamik nach einer wirklich heißen konjunkturellen Phase abkühlt. Dennoch befindet sich die Tiroler Wirtschaft – nicht zuletzt dank der gut ausgelasteten Bauwirtschaft, dem starken privaten Konsum und der guten Buchungslage im Tourismus – weiterhin auf einem moderaten Wachstumskurs“, kommentiert WK-Präsident Christoph Walser die Ergebnisse des aktuellen TOP-Tirol-Konjunkturbarometers und ergänzt: “Demenstsprechend ist die Stimmungslage insgesamt noch überwiegend positiv. Aktuell bewerten 64 Prozent der Tiroler Leitunternehmen ihre Geschäftslage als gut, nur vier Prozent als negativ. Und 53 Prozent der Top-Unternehmen erwarten auch in den kommenden Monaten eine gute Geschäftslage, während nur sechs Prozent mit einer negativen Entwicklung rechnen.“

 

Die insgesamt stabilen Auftragserwartungen der Branchen sprechen gegen ein weiteres Abschwächen der Wirtschaftslage in Tirol und für eine moderat-stabile Entwicklung zumindest bis zum Herbst 2019.

Die insgesamt stabilen Auftragserwartungen der Branchen sprechen gegen ein weiteres Abschwächen der Wirtschaftslage in Tirol und für eine moderat-stabile Entwicklung zumindest bis zum Herbst 2019. Grafik: WKT.

 

Die zu Jahresbeginn erstellte Prognose hält

Auch der Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation und Strategie, Stefan Garbislander, sieht die Tiroler Wirtschaft trotz eines zunehmend unsicheren Umfelds gut aufgestellt. “Die internationale Konjunktur verliert deutlich an Schwung und auch das Exportwachstum wird geringer ausfallen als zuletzt. Trotzdem können wir für 2019 von einer Zunahme der realen Bruttowertschöpfung im Bereich von 1,6 bis 2 Prozent ausgehen. Und auch die Beschäftigungsdynamik bleibt hoch. Aus heutiger Sicht wird die zum Jahresbeginn erstellte Prognose von einem Beschäftigungswachstum von rund 6.000 Personen und einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent im Jahrsdurchschnitt 2019 halten .”

Grundvoraussetzung dafür, dass sich die Wirtschaft weiter positiv entwickeln kann, sind die passenden Rahmenbedingungen. Hier sieht Präsident Walser vor allem die Bundespolitik gefordert: “Mit der Arbeitszeitflexibilisierung, der Standortanwaltschaft oder dem Standortsicherungsgesetz wurden in den vergangenen Monaten viele positive Maßnahmen für die Wirtschaft gesetzt. Nun liegt es an der Übergangsregierung und dann vor allem an der neuen Regierung, diesen Weg in einer fairen Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern konsequent fortzusetzen und den Standort im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken.”

Aber auch auf Landesebene gilt es, wichtige politische Handlungsfelder zu bearbeiten. “Beim Dauerbrenner Verkehr, konnte mit der Novelle des Sektroalen Fahrverbotes ein Mittelweg gefunden werden, der sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft tragbar ist. Allerdings muss man schon feststellen, dass damit schon auch massive Benachteiligungen für einige Betriebe –  vor allem im Bezirk Kitzbühel – verbunden sind. Wir treten für eine Neu-Auflage der Umrüstförderung für Lkw ein, damit diese Nachteile abgefedert werden können. Hier gibt es schon positive Signale seitens der Landesregierung. Genauso wie beim Thema Wohnen, wo die Wirtschaftskammer gemeinsam mit der Politik an verschiedenen Lösungen arbeitet, die es jungen Leuten ermöglichen ,sich leistbaren Wohnraum zu schaffen, ohne die privaten Bauträger einzuschränken”, so der WK-Präsident Christoph Walser abschließend.

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