emotions2lead: von der Luftfahrt lernen

Besserer Umgang mit Krisen, unerwarteten Ereignissen und Emotionen. Das und noch viel mehr kann sich die Wirtschaft von Piloten abschauen. Dagmar Reuter bietet mit emotions2lead Seminare und Coachings dafür an.

Die Möglichkeiten, die sich uns eröffnen, wenn wir unser „Bewusst-Sein“ trainieren, sind vielfältig – das Potenzial eines klaren, erkennenden Geists unerschöpflich.“ Mit diesen Worten beschreibt Dagmar Reuter auf ihrer Website emotions2lead.com ihre Passion, welche im Laufe der Jahre zentraler Antrieb ihrer täglichen Arbeit wurde. Seit 1998 arbeitet Reuter in der Organisations- und Kulturentwicklung von Firmen und führt Coachings für Führungskräfte durch. Dabei geht es vordergründig um flexible und agile Denkweisen, die im Sinne der Digitalisierung und Flexibilisierung innerhalb von Organisationen immer wichtiger werden.

„Ein großer Teil meiner Tätigkeit war bisher überwiegend im Bereich der Luftfahrt angesiedelt, doch ich bin davon überzeugt, dass zahlreiche Erkenntnisse der heimischen Wirtschaft in den unterschiedlichsten Sparten von enormen Nutzen sein können“, erklärt Reuter und führt weiter aus: „Piloten sind es gewohnt, sehr direkt zu kommunizieren, das schafft von Beginn an totale Effizienz und Klarheit. Sie beobachten auch viel bewusster aus der Vogelperspektive und sind sehr flexibel, weil sie permanent mit neuen Situationen konfrontiert sind und das Unerwartete erwarten müssen. All diese Dinge sind ebenso im Management essentiell und können Mitarbeitern vermittelt und mit ihnen trainiert werden. Die Wirtschaft kann und muss lernen, dass steile Hierarchien eher behindernd sind. Heutzutage brauchen wir andere Rangordnungen, um den ständigen Schnelligkeitsanforderungen gerecht zu werden.“

emotions2lead verbindet Luftfahrt und Wirtschaft

Doch warum ist ein Trainingskonzept, welches eigens für Piloten ins Leben gerufen wurde, für die gesamte wirtschaftliche Region von Bedeutung? Laut einer Studie beruhen 70 Prozent aller Vorfälle und Unfälle in der Luftfahrt auf menschlichem Fehlverhalten. In einer Masterarbeit hat Reuter dieses Thema behandelt und führt seit mittlerweile über 16 Jahren Trainings für Piloten durch, die gemeinsam mit der Luftfahrt entwickelt wurden. „Durch dieses Training soll der Prozentsatz des menschlichen Fehlverhaltens reduziert werden, indem das Bewusstsein der Piloten dahingehend trainiert wird. Basierend auf den laufenden Erkenntnissen aus Verhaltensstudien, Cockpitflügen oder Simulatorerfahrungen werden die Einheiten kontinuierlich verbessert“, so Reuter. Mittlerweile haben schon einige Unternehmen dieses Training aufgegriffen, weil sie die Notwendigkeit dafür erkannt haben, und so absolvierten bereits über 650 Piloten diese Art der Fortbildung.

Im Jahr 2018 hat die internationale Pilotenvereinigung eine Ausschreibung gestartet und nationale Verbände dazu aufgerufen, interessante Bildungskonzepte einzureichen. Das Konzept von „emotions2lead“ erreichte weltweit den 1. Platz und Anfang April fand in den Tiroler Bergen auf einer abgelegenen Berghütte ein Seminar mit neun Piloten aus aller Welt und einer britischen Chirurgin statt. „Es ist sensationell abgelaufen und das Fazit ist, dass wir dieses Training jetzt jährlich abhalten dürfen und auch zahlreiche weitere Airlines an unseren Projekten Interesse bekundet haben“, so Reuter. Beflügelt durch diesen internationalen Durchbruch, sieht Reuter die Zeit gekommen, mit emotions2lead auch andere Branchen anzusprechen. Denn die Verbindung zwischen Luftfahrt und Wirtschaft ist endlich angekommen und beide Bereiche können voneinander lernen.

Werkzeuge für den Alltag

„Ich bin der Meinung, dass die Wirtschaft sehr viel von Piloten übernehmen kann. Denn es gibt in der Wirtschaft ebenso wie in der Luftfahrt Fehler und Fehlerketten. In der Luftfahrt sind die Folgen zwar oft fatal, aber Fehlerketten können auch tiefgreifende betriebswirtschaftliche Konsequenzen in Betrieben nach sich ziehen. Daher müsste man aus meiner Sicht dieses Fehlerbewusstsein der Luftfahrt viel mehr in der Wirtschaft integrieren. Um aus Fehlern lernen zu können, braucht es eine gute Unternehmenskultur, denn es geht nicht darum, Menschen anzuschwärzen, sondern Fehler aufzuzeichnen, um daraus zu lernen und gleichzeitig effizienter zu werden“, ist Reuter überzeugt und bietet daher Trainings für Führungskräfte und die Begleitung von Entwicklungsprozessen an, die auf die genannten Punkte – Fehlermanagement, Beziehungsmanagement und Flexibilität – abzielen. „In Wahrheit wissen viele, die im CEO-Bereich sitzen, wie es gehen würde, doch das Problem ist nicht fehlendes Wissen, sondern die mangelnde Umsetzung in die Tat. Genau an diesem Punkt setze ich an. Wir besuchen ständig Weiterbildungen, um Neues zu erlernen, aber meist sind das operative Inhalte. Doch Dinge, die mit dem Bewusstsein zu tun haben brauchen genauso Routine und Werkzeuge für den Alltag – dies erlernt man in meinen Seminaren und Coachings.“

»Weitere Informationen: Dagmar Reuter – emotions2lead

Dagmar Reuter ist seit 1998 selbstständige Unternehmensentwicklerin. Sie leitet sowohl regional als auch international Trainings und Coachings in deutscher, englischer und italienischer Sprache. Foto: Roland Reuter

Dagmar Reuter ist seit 1998 selbstständige Unternehmensentwicklerin. Sie leitet sowohl regional als auch international Trainings und Coachings in deutscher, englischer und italienischer Sprache. Foto: Roland Reuter

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