Vorsprung durch Wissen macht Tirol fit für die Zukunft

Das Wirtschaftsparlament setzte letzte Woche einen Schwerpunkt im Bereich Bildung und Wissenstransfer. Drei Anträge befassten sich mit diesem Thema. Damit nimmt die WK ihre Verantwortung als Treiber für Aus- und Weiterbildung wahr.

Tirol ist definitiv kein Billig-Standort, sondern steht für Qualität. Das setzt entsprechende Kompetenzen bei den Fachkräften voraus. Mit anderen Worten: Aus- und Weiterbildung lautet der Schlüssel, um im harten internationalen Wettbewerb weiterhin die Nase vorn zu behalten. Die Wirtschaftskammer ist sich dieser Herausforderung bewusst und forciert Bildung auf allen Ebenen. Im Wirtschaftsparlament, der halbjährlich stattfindende Vollversammlung der WK Tirol, wurden letzte Woche gleich drei Anträge zu diesem Thema einstimmig beschlossen.

Neue Duale Berufsbildung

Erstens: Die Aufwertung der dualen Ausbildung. Die Tiroler Wirtschaftskammer nimmt eine Vorreiterrolle dabei ein, das Erfolgsmodell der Lehrlingsausbildung noch besser zu machen. Die Bildungsexperten von WK und WIFI Tirol haben die so genannte „Neue Duale Berufsbildung“ entwickelt. Mit diesem bis ins Detail ausgearbeiteten Modell lässt sich die Gleichwertigkeit der berufspraktischen Ausbildung mit dem schulischen Bildungssystem herstellen. Im Kern geht es darum, dass beide Wege gleichermaßen bis zur höchsten Bildungsstufe reichen und damit alle Entwicklungschancen bieten. „Mit diesem in sich schlüssigen Qualifizierungssystem für die berufliche Bildung wird erreicht, dass sich berufliche und schulisch-akademische Ausbildungen auf Augenhöhe begegnen. Das eröffnet für Jugendliche völlig neue Perspektiven und beendet eine langjährige Schieflage“, erklärt WK-Präsident Chris­toph Walser. Jugendlichen und deren Eltern wird mit der „Neuen Dualen Berufsbildung“ erstmals die Möglichkeit geboten, je nach eigenem Talent und persönlicher Veranlagung entweder den berufspraktischen oder den theoretischen Bildungsweg ohne Einschränkungen verfolgen zu können. Die Tiroler WK macht mit diesem Modell massiv Druck auf Bundesebene, um diesen Schritt gesetzlich zu verankern.

Internationaler Schulstandort

Zweitens: Die Weiterentwicklung Tirols als internationaler Schulstandort inklusive der Errichtung einer Dachmarke. Dazu soll in der Bildungsdirektion ein Koordinator eingesetzt werden, der sich dieser Aufgabe widmet und dadurch Lücken im bestehenden Angebot schließt. Eine aktuelle OECD-Studie bestätigt die Richtigkeit dieses Weges: Aufgrund des akuten Fachkräftemangels braucht es in bestimmten Branchen auch ausländische hochqualifizierte Arbeitskräfte. Die OECD hat festgestellt, dass die Entwicklungsmöglichkeiten für Familienmitglieder wesentlich für die Attraktivität Österreichs sind. „Ein durchgängiges internationales Schulangebot in Tirol ist für diese Zielgruppe ein wesentlicher Entscheidungsfaktor – und bietet natürlich auch einheimischen Jugendlichen Chancen für eine internationale Karriere“, erklärt der für Bildung zuständige WK-Vizepräsident Manfred Pletzer.

Forschung praktisch umsetzen

Drittens: Die bestehende Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Strategie)
auf Bundesebene läuft 2020 aus. Der österreichische Forschungsrat hat festgestellt, dass es zwar bei der theoretischen Forschung große Fortschritte gibt, es aber bei der Umsetzung in die Praxis hakt. Um die PS auf den Boden zu bringen, fordert die Wirtschaftskammer, dass insbesondere die angewandte Forschung und Entwicklung in Unternehmen gestärkt und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Betriebe geschaffen werden.

Diese unterschiedlichen Initiativen haben alle dasselbe Ziel: den Wissensstandort Tirol zukunftsfit zu machen. Darüber hinaus investiert die WK selbst in Aus- und Weiterbildung – beispielsweise mit dem Ausbau der Villa Blanka oder mit neuen Kooperationen und Lehrgängen am WIFI. „Vorsprung durch Wissen ist auch in Zukunft das beste Rezept, um sich auf Veränderungen und neue Herausforderungen vorzubereiten“, erklärt Pletzer.

BU: Präsident Christoph Walser betonte in seiner Rede vor dem Wirtschaftsparlament den Stellenwert von Aus- und Weiterbildung. Das Tiroler Modell der „Neuen Dualen Berufsbildung“ stellt die Gleichwertigkeit von berufspraktischer und schulischer Ausbildung her – und eröffnet damit neue Perspektiven für Jugendliche.

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