Das Aroma der Berge: Mountain Gin vom Wilden Kaiser

In der Mühlberg Rem in Ellmau am Wilden Kaiser befindet sich die Schnapsbrennerei von Wolfgang Kaufmann. Mit seinem Mountain Gin hat sich der Edelbrandsommelier nicht nur dem guten Geschmack, sondern auch dem Aroma der Berge verschrieben.

Ein paar steile Kurven hinauf über den Mühlberg in Ellmau bis das Ziel der Schaubrennerei von Wolfgang Kaufmann erreicht ist – der Mühlberg Rem. Über eine Holzstiege kommt man zur Holztür in den Schauraum, der mit einem Kupferbrennkessel, einer Bar und viel Holz für die gemütliche Atmosphäre ausgestattet ist. Der richtige Platz, um hinter die Kulissen der Firma Kaufmann Spirits zu schauen. „Wir brennen hier in der Mühlberg Rem Edelbrände, verschiedenste Liköre, Whisky, Rum und – unser Zugpferd – den Mountain Gin.“

Alles begann mit einer Leidenschaft

Die Wurzeln von Wolfgang Kaufmann liegen im Osten Österreichs. Nach einer Maurer-Lehre hat er schnell gemerkt, dass er den Kontakt zu den Menschen vermisst und hat in die Gastronomie gewechselt. So ist er 2002 auf der Rübezahl-Alm in Ellmau gelandet, hat dort seine Frau Birgit kennen und lieben gelernt und ist, wie man so schön auf tirolerisch sagt, „pickn“ geblieben. „Die Leidenschaft für den Schnaps war immer schon da – ich habe ihn nicht nur gern getrunken, mich hat auch die Herstellung interessiert“, so Kaufmann lachend und hat eine Ausbildung zum Edelbrandsommelier absolviert. „Für mich war von Haus aus klar: Ich will nicht irgendein Brenner in Tirol sein, sondern einer von den Besten. Dahingehend habe ich mein Ziel gerichtet und meine Kurse besucht.“ Vier Jahre hat die Ausbildung gedauert: vom Einmaischkurs, über Obstkunde und Brennkursen war alles dabei. „Ich habe regelmäßig bei anderen Brennern angerufen und gefragt, ob ich mir ihre Betriebe anschauen darf. So ist das Interesse immer größer geworden.“ 2014 haben die Kaufmanns begonnen ihre ersten Brände herzustellen und haben Feuer gefangen. „Danach gab´s für uns nur noch Vollgas“, so Kaufmann lachend. „Wir haben darauf hingearbeitet, dass wir von der Produktion leben können. 2017 haben wir dieses Ziel erreicht.“

Erstaunlich genießbar und voller Herzblut

Warum Gin? „Das Herzblut und die Signatur eines jeden Brenners sind die Edelbrände. Gin erlebt seit rund sieben Jahren wieder ein Hoch und ist sehr facettenreich geworden. Meine Überlegung war ein Produkt zu kreieren, mit dem ich meine eigene Signatur setzen kann. Daraufhin haben wir entschieden, in die moderne Brenntechnik zu gehen“, erzählt der Edelsommelier über die Anfänge seines Mountain Gins. Mountain steht dabei für die ganz eigene, raue Note, die er seinem Gin gegeben hat. Ein Jahr lang feilte er an der Rezeptur. Ausgewählte Botanicals geben seiner Wacholder-Spirituose den ausgeprägten Charakter. „Beim ersten Gin haben wir uns wirklich herangetastet. Rund 50 Destillationsvorgänge hat es gebraucht um zu sagen, das ist ´unser Mountain Gin´. Ich habe sehr viel Herzblut hineingesteckt, weil ich von Anfang an das Ziel hatte, das Produkt großflächig zu verkaufen.“ Die Rückmeldungen zum ersten selbstgebrannten Gin waren sehr witzig, so der Ellmauer: „Was, den hast du gemacht? Ich hätte es sicher nicht so weit geschafft, wenn die Ellmauer nicht hinter mir gestanden hätten. Der Zusammenhalt und die Unterstützung, die ich hier erfahren darf ist einzigartig.“ Auch die Tiroler Wirtschaftskammer hat den Gin-Brenner unterstützt: „Sei es bei Fragen rund ums Gründen, welches Gewerbe ich brauche oder bezüglich Förderunterstützungen – ich habe nicht viel Zeit, es funktioniert alles telefonisch und ich fühle mich mit der WK immer wohl.“

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Der Mountain Gin wurde 2018 mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Foto: WKT

In der Saison brennt Kaufmann fünf Tage die Woche je rund 16 Stunden. Mehrere Tonnen hochwertiges Obst und Beeren werden pro Jahr zu unterschiedlichen Edelbränden und Spirituosen verarbeitet. „Für uns zählt die Freude an der Arbeit ebenso wie die regionale Qualität unserer Waren. Wir gehen mit Sorgfalt und Ruhe vor – je langsamer und schonender der Destillationsprozess abläuft, umso vollendeter ist das Ergebnis.“ Das ist kürzlich bei der Destillata 2019 mit der Goldmedaille für den Mountain Gin bestätigt worden. „Der Konsument will in erster Linie eine tolle Flasche und wenn dann der Inhalt auch noch schmeckt, dann hat man, denke ich, alles richtiggemacht“, so Kaufmann schmunzelnd.

Doch aller Anfang ist hart und so wurde mit dem ersten Mountain Gin von Hotel zu Hotel und von Gasthaus zu Gasthaus gegangen um das Produkt verkosten zu lassen. „Im ersten Jahr (2016) haben wir rund 400 Flaschen Gin verkauft. Daraus hat sich eine Eigendynamik entwickelt und vergangenes Jahr waren es dann gut 5.500 Flaschen Gin – darauf sind wir wirklich sehr stolz und hoffen, dass es noch weitergeht“, so Kaufmann erfreut. Ab Hof kostet eine Flasche Gin 38 Euro. Erhältlich ist eine der besonderen Flaschen im online-Shop, bei zwei Vertriebspartnern in der Region und im Gastronomiegroßhandel.

Zukunftspläne

Auch künftig gehen dem innovativen Edelbrandsommelier vom Wilden Kaiser die Ideen nicht aus. Neben drei Gin-Likören wird es in Kürze auch einen „Gin ohne Alkohol“ geben. „Wir werden Mitte Mai den Gi-no auf den Markt bringen, Gin no Alkohol. Viele lieben Gin-Tonic, doch der Gedanke Alkohol während der Woche oder wenn man mit dem Auto unterwegs ist zu trinken, schreckt viele ab. Ich denke, hier treffen wir den richtigen Trend und sind am Puls der Zeit“.

» Mehr zum Unternehmen: http://www.kaufmannspirits.com

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