Positiver Trend in der Tiroler Bauwirtschaft setzt sich fort

Die Tiroler Bauvorschau 2019 zeigt durchwegs zufriedenstellende Entwicklungen in allen Teilbereichen der heimischen Bauwirtschaft.

Nach einem guten “Bau-Jahr” 2018 lassen die Ergebnisse der Tiroler Bauvorschau 2019 darauf hoffen, dass sich der positive Trend auch heuer fortsetzt: „Im Jahr 2018 hat sich das Tiroler Baubudget auf knapp 1,8 Milliarden Euro belaufen, für 2019 wird eine nominale Steigerung von 7,5 Prozent auf 1,93 Milliarden prognostiziert. Ein deutliches Plus darf man auch bei den klassischen bauwirksamen Leistungen − das sind direkt an Bauunternehmen zu vergebende Leistungen ohne z.B. Haus- und Anlagentechnik − erwarten. Diese werden von rund 1,37 Milliarden Euro im Vorjahr voraussichtlich auf rund 1,46 Milliarden Euro steigen, was einem nominalen Plus von 6,6 Prozent entsprechen würde“, erklärt Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie, wobei er unterstreicht, dass sich die positive Entwicklung durch alle Teilbereiche der heimischen Bauwirtschaft zieht. Egal ob öffentlicher Wohnbau (2018: 303 Mio., 2019: 323 Mio.), Sanierung im Wohnbau (18: 127 Mio., 19: 135 Mio.), sonstiger Hochbau (2018:265 Mio., 2019: 282 Mio.), Verkehrswegebau (2018: 230 Mio., 2019: 245 Mio.), Tunnelbau (2018: 273 Mio., 2019: 291 Mio.) oder sonstiger Tiefbau (2018: 172 Mio., 2019: 183 Mio.) − in allen Sektoren liegen die erwarteten nominalen Zuwächse zwischen 6,3 und 6,5 Prozent, wobei die realen, also inflationsbereinigten Zuwächse deutlich geringer sein werden.

Gute “Stimmung” in der Branche

Dementsprechend gut ist die aktuelle Stimmungslage unter den Betrieben der Tiroler Bauindustrie und des Tiroler Baugewerbes: Rund sieben von zehn Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als sehr gut (15,8 Prozent) bis gut (53,6 Prozent). Für rund ein Viertel der Unternehmungen (26,1 Prozent) ist die aktuelle Geschäftslage befriedigend und nur 4,5 Prozent bewerten die aktuelle Geschäftslage mit genügend (3,8 Prozent) bis nicht genügend (0,7 Prozent).

Gute Vorzeichen, große Herausforderungen

Für Anton Rieder, Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes, bestätigen die Ergebnisse der Tiroler Bauvorschau die sehr solide Entwicklung der Tiroler Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren. Der Branchensprecher stellt aber auch fest, dass die guten Vorzeichen nicht über Probleme und Herausforderungen hinwegtäuschen dürfen. Er verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf den Personalbereich. „Für die Betriebe wird es immer schwieriger, genügend gut ausgebildete Fachkräfte und vor allem Lehrlinge zu bekommen. Deshalb setzen wir unter dem Motto ‘Baulehre 2020’ in der Ausbildung gezielt neue Akzente. Künftig wird es die modernisierten Lehrberufe Hochbauer, Tiefbauer und Betonbauer geben. Und außerdem wird die Lehre digitalisiert. Das heißt, dass jeder Baulehrling ab Herbst 2019 ein Tablet zur Verfügung gestellt bekommt, das ihn während der Lehre mit zahlreichen nützlichen Inhalten unterstützt und das er nach dem erfolgreichen Lehrabschluss behalten darf”, so Rieder.

Vergabe-Praxis und Wohnbau im Fokus

Neben dem Fachkräfte- und Lehrlingsmangel beschäftigen die Branche derzeit vor allem die Themen “Vergabe- und Vertragsrecht” sowie “leistbares Wohnen”. Zum ersteren betont Rieder, dass die gesetzliche Verankerung des “Bestbieter-Prinzips” zwar gelungen ist, in der Praxis aber noch massiver Handlungsbedarf besteht: “Es ist beispielsweise ein Unding, dass kleine und mittelständische Unternehmen durch zu hoch angesetzte Eignungskriterien in der Ausschreibung oft von vornherein ausgeschlossen werden.” Zu zweiterem hält der Innungsmeister fest, dass es Maßnahmen braucht, damit sich Menschen mit niedrigen Einkommen Mietwohnungen und Menschen mit mittleren Einkommen die Schaffung von Wohneigentum leisten können. “Hier gibt es sinnvolle Ansätze wie etwa das 5-Euro-Wohnen in der Miete oder Modelle für Förderungen mit einem Eigenkapitalersatz für den Eigentumserwerb. Es scheitert aber an der Umsetzung – es liegt an der öffentlichen Hand das zu ändern”, so Rieder, der allerdings betont, dass leistbares Wohnen nur unter Einbindung der privaten Wohnbauträger realisiert werden kann: “Immerhin sind wir es, die Dreiviertel aller Wohnungen in Tirol bauen.”

Öffentliche Hand als wichtiger Auftraggeber

Dass die Rolle der öffentlichen Hand als Auftraggeber unterdessen nach wie vor von enormer Bedeutung für die Baubranche ist, unterstreicht Landesbaudirektor Robert Müller. “Das Land investiert laufend  in die sicherere Erreichbarkeit aller Landesteile. Daneben gibt es aber auch aktuelle Großvorhaben wie die Anbindung von Scheffau an die Loferer Bundesstraße oder die Umfahrung in Fügen”, skizziert Müller und betont, dass mit den Baulosen beim BBT, den Projekten im Zusammenhang mit der Fernpass-Strategie, der Anbindung der Regionalbahn an die ÖBB-Infrastruktur, Instandhaltungsarbeiten der Asfinag oder dem MCI-Neubau eine ganze Reihe von öffentlichen “Baustellen” auf die heimischen Bauunternehmen warten.

Pressegespräch Tiroler Bauvorschau 2019

Freuen sich über eine gute Ausgangslage für das “Baujahr 2019” (v.l.): Anton Rieder, Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes, Landesbaudirektor Robert Müller und Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie bei der Präsentation der Tiroler Bauvorschau 2019. Foto: WKT

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!