Digitalisierung muss vor allem sicher sein

Die europäische Kommission beschäftigt sich intensiv mit digitaler Sicherheit und künstlicher Intelligenz. Und schafft dadurch langfristig Wettbewerbsvorteile, erklärt IT-Expertin und WK-Vizepräsidentin Barbara Thaler.

Es ist nicht lange her, da hatten „analog“ und „digital“ nur wenige Berührungspunkte. Inzwischen gibt es nur mehr eine Welt, die beides vereint. Speziell die junge Generation macht keinen Unterschied mehr. Daher ist es nur logisch, dass Banken nicht nur Tresortüren brauchen, sondern auch den Schutz vor Hackern; dass bei der Mobilität nicht nur menschliches Versagen, sondern auch Systemfehler ausgeschlossen werden müssen; dass sensible Daten nicht nur vor realen Personen, sondern auch vor Zugriffen aus dem Netz zu schützen sind.

„Die EU hat diese Herausforderung erkannt und Ende letzten Jahres einen Rechtsakt zur Cybersicherheit beschlossen. Damit wird ein Zertifizierungs-Rahmen geschaffen, der die Sicherheit von Online-Diensten und Endgeräten für Verbraucher stärkt“, erklärt WK-Vizepräsidentin Barbara Thaler. Konsumenten erhalten dadurch am Markt nur digitale Produkte, auf deren Cybersicherheit sie sich verlassen können. Eine zentrale Anlaufstelle für europaweite Zertifizierung ist besonders für kleine und mittlere Betriebe wichtig, da sie andernfalls teuer und zeitaufwändig mehrere Zertifikate in verschiedenen Ländern beantragen müssen.

Investition in die Zukunft

Derartige Regelungen machen für die Kandidatin zur EU-Wahl nur auf europaweiter Ebene Sinn – ein nationaler Fleckerlteppich würde unnötige administrative Hürden zwischen den Mitgliedsstaaten aufbauen und zwangsläufig Lücken offen lassen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Umsetzung in die Praxis nicht zu bürokratischen Fleißaufgaben für die Unternehmen führt, sondern national möglichst schlanke, effektive Regelungen Betriebe und Private vor Angriffen schützen. Die EU ist mit diesen Anstrengungen anderen Ländern voraus. „Sicherheit im Zahlungsverkehr, bei Online-Bestellungen oder bei der Nutzung digitaler Medien wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Wenn Europa hier die Nase vorn hat, ist das eine Investition in die Zukunft“, ist Barbara Thaler überzeugt. Die IT-Expertin will sich aktiv in die nationale Ausgestaltung der Normen einbringen.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz

Ein weiterer wichtiger Bereich, den die Digitalisierung mit sich bringt, ist künstliche Intelligenz (KI). Die Mitgliedsstaaten und die Kommission arbeiten gemeinsam an der Förderung künstlicher Intelligenz „Made in Europe“. Um Vertrauen zu schaffen, das für die Akzeptanz und Nutzung der künstlichen Intelligenz durch die Gesellschaft notwendig ist, zielt der koordinierte Plan darauf ab, eine Technik zu entwickeln, bei der die Grundrechte und ethischen Regeln geachtet werden. „Das sieht nur auf den ersten Blick „altmodisch“ aus. Spätestens dann, wenn durch die Nutzung von KI ethische Fragen in der Praxis auftauchen, wird sich diese Entscheidung als richtig erweisen“, steht Barbara Thaler voll hinter diesen Anstrengungen. „Auch hier ist Europa wieder einen Schritt voraus und hat bereits Antworten auf ethische Fragen zur KI, während sich andere Wirtschaftsräume noch nicht einmal die Fragen dazu gestellt haben. Das bringt, auf lange Sicht, auch im Bereich der künstlichen Intelligenz eine Zukunftschance für den Standort Europa“, ist sich Thaler sicher. Ob analog, digital oder kombiniert – es geht immer darum, mit Grundbedürfnissen wie Sicherheit und Ethik verantwortungsvoll umzugehen.

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