Zukunftsraum Osttirol: Innos GmbH als Impulsgeber

Die Osttiroler Gesellschaft für Innovation und nachhaltige Entwicklung – kurz Innos – betreibt seit 2016 erfolgreich Standortentwicklung und Innovationsmanagement.

Wie kann sich eine periphere alpine Region wirtschaftlich behaupten und damit ihrer Bevölkerung Zukunftsperspektiven bieten – diese Frage stand am Beginn des von der Bezirksstelle Lienz der Wirtschaftskammer Tirol 2013 initiierten Prozesses „Vordenken für Osttirol”.

Den damaligen Status quo hat Joanneum Research in einer von der Phototechnik Durst AG finanzierten Studie „Der Wirtschaftsstandort Osttirol” schonungslos analysiert. Auf der Basis dieser Studie, erstellten „Vordenker” aus allen Bevölkerungsgruppen zusammen mit externen Fachleuten das Leitbild „Osttirol 2025″. Allen Beteiligten war klar: Für den wichtigsten Schritt, nämlich die Umsetzung der erarbeiteten Leitlinien, benötigt man ein professionelles Innovations- und Standortmanagement. Damit schlug die Geburtsstunde der Innos GmbH, die im Sommer 2016 als einzigartige „Private Public Partnership” zwischen Land Tirol, Osttiroler Investment GmbH, Wirtschaftskammer Tirol und elf namhaften Osttiroler Unternehmen als weiteren Gesellschaftern ihre Tätigkeit aufnahm. „Es ist ein besonderer Glücksfall, dass Richard Piock als international erfolgreicher Manager ehrenamtlich die Geschäftsführung der Innos übernimmt”, meinte damals WK-Bezirksobmann Michael Aichner.

Ambitionierte Ziele erreicht

Wo steht die Innos jetzt nach zweieinhalb Jahren? „Wir haben schon bei der Gründung messbare Ziele, die wir bis 2020 erreichen wollen, kommuniziert. Die durchaus ambitionierten Zielwerte bei der Steigerung des Bruttoregionalproduktes, der Erhöhung der Gesamterwerbsquote und der Senkung der Arbeitslosenrate konnten jetzt schon erreicht werden. Bei den Aufgaben, die wir für die Standortagentur Tirol wahrnehmen, haben sich die Standortentwicklung für bestehende Unternehmen bzw. die Initiierung einer Start-up-Szene gegenüber „klassischen” Betriebsansiedlungen als Schwerpunkte herauskristallisiert. Schließlich geht’s ja primär um die Schaffung neuer, hochwertiger Arbeitsplätze – umso besser, wenn dies in den ansässigen Betrieben gelingt”, erzählt Innos-Geschäftsführer Richard Piock.

Jüngstes „Innos-Kind” ist der Inkubator S3 – also gemeinsam genutzte Büro- und Laborräume mit der notwendigen Infrastruktur – im Nahbereich des Campus Technik Lienz. Als erstes Start-up ist die „Phonum GmbH” eingezogen. Johannes Mascher entwickelt dort mit seinen Schulfreunden Stephan Pichler und Florian Wiedemayr besonders kompakte Teleskop-Lautsprecher mit höchster Klangqualitat zur Serienreife; die Patent-anmeldung läuft bereits. Im Inkubator wird aber auch praxisbezogen, etwa für HTL-Schüler, Entrepreneurship gelehrt. Außerdem wird dort demnächst der erste 3D-Metalldrucker Osttirols den Zugang zur digitalen Manufaktur öffnen.

Der Inkubator S3 ist das neue Osttiroler Gründerzentrum, aber auch Treffpunkt und Forschungsstätte für Schüler und Studenten, die von Mentoren bei der Entwicklung von Produkten und Geschäftsmodellen professionell begleitet werden. Foto: Retterfoto

Der Inkubator S3 ist das neue Osttiroler Gründerzentrum, aber auch Treffpunkt und Forschungsstätte für Schüler und Studenten, die von Mentoren bei der Entwicklung von Produkten und Geschäftsmodellen professionell begleitet werden. Foto: Retterfoto

Zahlreiche Innos-Projekte

Stichwort Digitalisierung: „Aktuell arbeiten wir mit dem Verein Industrie 4.0 das aus vier Teilbereichen bestehende Projekt „Digitum” ab. Dazu gehört etwa die „Digitale Reifegradanalyse” von Unternehmen. Das Modell wurde in Oberösterreich entwickelt; wir sind Lizenznehmer und haben damit Zugriff auf eine Vielzahl von Vergleichsdaten und Beispielen, wie betriebliche Prozesse durch Digitalisierung verbessert werden können. Die Zielgruppen weiterer Workpackages sind kleine Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe, denen die Vorteile digitaler Anwendungen gezielt nähergebracht werden, und Senioren, denen eine Gruppe von speziell ausgebildeten HAK-Schülern in ihren Wohnorten den selbstständigen Umgang mit „Phablets” – Mobiltelefonen mit Displays in Tabletgröße – vermitteln”, so Piock.

Zu den gerade angelaufenen Innos-Projekten zählt auch eine Werksverkehr-Studie, die das Mobilitätsverhalten der rund 3.000 täglich nach Lienz bzw. ins Pustertal pendelnden Arbeitnehmer analysieren und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Für die rund 2.000 Osttiroler Wochenpendler gibt es Anfang April die Jobmesse „Zruck hoam”. „Über kurz oder lang ziehen die meisten Wochenpendler dauerhaft an ihre außerhalb des Bezirks gelegenen Arbeitsorte. Das verschärft die Abwanderungsproblematik und den Fachkräftemangel. Ursprünglich hat man sich ja einen auswärtigen Arbeitsplatz gesucht, da es im Bezirk – vor allem für sehr gut ausgebildete Personen – keine adäquaten Arbeitsmöglichkeiten gab. Bei dieser Jobmesse zeigen wir auf, dass sich die Gegebenheiten in den letzten Jahren grundlegend geändert haben”, erklärt der Innos-Geschäftsführer.

Zur Vielzahl der Initiativen, welche die Innos in ihrer erst kurzen Bestandszeit angestoßen und begleitet hat, zählen etwa die „Osttiroler Manufakturen”, der „Club der Innovatoren” und die Gruppierung „Industrial Mechatronics”. „Wir arbeiten sehr eng mit der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Lienz zusammen und nutzen speziell im Exportbereich bzw. bei unseren Messeauftritten in den Nachbarländern das hervorragende Netzwerk der WKO-AußenwirtschaftsCenter. Hilfreich sind aber auch meine persönlichen Kontakte aus meiner früheren, langjährigen Tätigkeit als Generaldirektor der Durst-Gruppe”, betont Piock.

»Weitere Informationen: Innos GmbH

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