DIGI´Stammtisch: „Wichtig ist, dass man was tut“

Digital und regional. Die Veranstaltungsreihe „DIGI´Stammtisch“ der Tiroler Wirtschaftskammer führte diesmal nach Zams in das Einkaufszentrum „Der Grissemann“. Das Familienunternehmen geht in vierter Generation den konsequenten Weg in Richtung Grissemann 4.0.

Nach der Digitalisierung der internen Prozesse baut der Zusteller von Lebensmitteln und Non-Food-Produkten für die Gastronomie und Hotellerie seine Online-Kompetenzen im Shop-Bereich sowohl im Sektor B2B als auch B2C laufend aus.

Der Online-Shop ist dabei das digitale Aushängeschild des mittelständischen Unternehmens mit insgesamt 370 Mitarbeitern – darunter auch einer der ersten E-Commerce-Lehrlinge in Tirol: „Durch die Digitalisierung haben wir unbegrenzte Möglichkeiten hinsichtlich Marktgröße, auch wenn sich das ursprüngliche Geschäftsmodell und die Gewohnheiten der Konsumenten grundlegend verändern“, erklärt Thomas Walser, Geschäftsführer von Grissemann.

Stark verwurzelt

Die Grissemann Gesellschaft m.b.H. aus Zams ist ein Familienunternehmen mit starker Verankerung in der Region, das mittlerweile in der vierten Generation geführt wird. Den Ursprung legte Edmund Grissemann mit der Firmengründung eines kleinen Lebensmittelgeschäfts im Jahre 1886 im Ortskern Zams. Unter der Marke „Eurogast Grissemann“ beliefert der 1A-Zusteller über 2.000 Gastronomie-Kunden von Vorarlberg bis Nordtirol.

Bei „Grissemann“ in Zams fließen digital und regional ganz natürlich ineinander. „Der DIGI´Stammtisch ist eine großartige Plattform, um gegenseitig Erfahrungen und auch Leidensgeschichten in puncto Digitalisierung auszutauschen. Wichtig ist, dass wir etwas tun und mit dem digitalen Wandel mithalten. Wir müssen alle versuchen, am Markt bestehen zu bleiben – der Kostendruck fordert neue digitale Prozesse und damit werden wieder Kosten eingespart. Ein mittlerweile fast schon natürlicher Prozess in unserer Arbeitswelt“, erklärt Thomas Walser, Geschäftsführer von Grissemann.

Digitale Roadmap

„Als Familienunternehmen versuchen wir innovativ in der Region tätig zu sein und eine für den Standort passende Produktwahl zu entwickeln“, erklärt Geschäftsführer Thomas Walser. Auf einer Verkaufsfläche von mehr als 15.000 Quadratmetern, einem Sortiment mit über 110.000 Produkten und 1,2 Millionen Kunden im Jahr macht das Unternehmen knapp 80 Millionen Euro Umsatz.

„Die Digitalisierung ist mittlerweile ein ganzheitliches Thema, welches alle Bereiche betrifft“, erklärt Walser. So ist das Unternehmen immer auf der Suche nach der richtigen digitalen Lösung. „Mit einer digitalen Roadmap haben wir eine Strategie für unsere künftigen IT-Projekte entwickelt.“ So wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren an einem passenden Personal-Prozess gearbeitet, der alle nötigen Voraussetzungen für Unternehmen und Mitarbeiter schaffen sollte: „Wir haben jetzt ein System, das alle sieben Kollektivverträge, Dienstpläne, Bewerbungsverlauf, Lohnverrechnung für jeden einzelnen persönlich via App sichtbar macht. Für die nächsten Monate ist auch eine E-learning-Integration für Sicherheitsunterweisungen geplant.“

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Der erste E-Commerce Lehrling Tirols Mathias Lampacher, WK-Vizepräsidentin Barbara M. Thaler und Grissemann-GF Thomas Walser (v.l.). Foto: WKT

Erster E-Commerce-Lehrling Tirols

Seit 20 Jahren gibt es bereits eine Bestell-Annahme-Plattform, seit 2017 ist das Online- Shoppingvergnügen für alle Dinge des täglichen Lebens möglich. Um diese auch dauerhaft zu sichern, gibt es bei Grissemann seit Sommer 2018 den ersten E-Commerce-Lehrling Tirols. „Wir müssen an die Zukunft und an die Fachkräfte denken. Ich bilde mir meine eigenen Leute aus, denn da weiß ich was sie für ein Know-how erlernen. Und dieser Beruf wird künftig immer gefragt sein, denn das ist eine komplett andere Welt“, erklärt Walser.

Mathias Lampacher ist 16 Jahre jung und kommt aus Strengen. Die E-Commerce-Lehre kam eher überraschend für ihn, erzählt er schmunzelnd: „Eigentlich habe ich eine Lehrstelle als Bürokaufmann gesucht, auf der Karriereseite von Grissemann habe ich den E-Commerce-Lehrling gesehen, das war ein Zeichen.“ Sein Aufgabengebiet ist umfassend. „Hauptsächlich bin ich für Produkte und Produktbilder zuständig, Artikel und neue Inhalte zum Shop hinzuzufügen sowie diese zu warten. Nebenbei betreue ich noch Facebook und Instagram für Grissemann, was auch sehr spannend und abwechslungsreich ist“, so der erste E-Commerce-Lehrling Tirols.

In der Berufsschule drückt Mathias Lampacher gemeinsam mit drei anderen Kollegen die Schulbank, sehr exklusiv mit vielen neuen Lehrinhalten. „Im technischen Bereich lernen wir einen Online-Shop zu erstellen und programmieren auch mit HTML. Unter anderem stehen auch Marketingstrategien am Lehrplan, wie wir neue Kunden auf unseren Online-Shop bringen. Meine Lehre ist abwechslungsreich, modern und jeden Tag aufs Neue interessant. Wenn ich meinen Freunden erzähle, was ich gerade auf Facebook oder Instagram gepostet habe, schauen sie gleich nach und überlegen, ob sie nicht auch diesen Beruf erlernen wollen“, freut sich Mathias Lampacher.

» Weitere Informationen zum Unternehmen: Der Grissemann

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