„Ein Mantel ist wie ein Haus“

Nach dem Architekturstudium spezialisiert sich Teresa Mair auf das Design von Mänteln. Mit ihrem Label „Coat Couture“ verbindet sie so ihre beiden Leidenschaften: Design und konzeptionelles Denken.

Betreten wir den Hinterhof der Müllerstraße 9 im Innsbrucker Stadtteil Wilten, fühlen wir uns in ein Berliner Szeneviertel versetzt. Über vier Stufen kommen wir durch eine blaue Holztür in das Altbauatelier von Manteldesignerin Teresa Mair. Eine gebrauchte Pfaff-Strickmaschine, viele Mäntel natürlich, ein in die Jahre gekommener Dielenboden und der frische Espressoduft geben der Designerwerkstatt von Coat Couture gleich das richtige Flair. Boutiquen und kleine Labels sind auch in den Innsbrucker Gassen immer öfter aufzufinden. Caféraum, Werkstatt und Showroom sind hier auf zwei Räume aufgeteilt um der Kreativität freien Lauf zu lassen. „Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Mode nicht nur einfach ausgestellt und vertrieben wird. Hier können die Besucher die Kleidungsstücke, ihre Geschichte und deren Entstehung sehen und spüren“, so die Jungdesignerin.

Ursprünglich war eigentlich Architektur ihr Weg. Mair studierte in Innsbruck und in Helsinki, doch schlussendlich ist es die Mode geworden. „Meine Ideen sind oft sehr ausgefallen. In der Architektur habe ich gemerkt, dass ich da bald an meine Grenzen stoße. Im Modedesign geht das schon leichter“, so die Absamerin schmunzelnd. „Mich hat das begeistert, dass ich meine Ideen direkt am Kleidungsstück selbst umsetzen kann.“ Parallel zur Architektur hat Mair deshalb ein Mode- und Textilkolleg in Wien absolviert.

Der große Schritt

2017 hat Teresa Mair schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Auch Familie und Freunde waren von Anfang an begeistert: „Ich habe immer schon gewusst, was ich will und habe eigentlich nur darauf gewartet mein Diplom in der Hand zu halten und den großen Sprung zu wagen. Eine große Hilfe war hier auch das Gründerservice der Tiroler Wirtschaftskammer, welches mich umfassend beraten hat“, so die Jungdesignerin. „Hinterfragt ob etwas gut oder schlecht ist, habe ich nie. Mein Glück war, dass es immer gut war.“

Nach den Zwischenstopps in Helsinki und Wien war für Mair klar, dass sie gerne wieder in die Berge und zu ihrer Familie nach Innsbruck zurückkommen möchte. „Das ist der Ort wo ich aufgewachsen bin und wo meine Wurzeln gründen. Zu probieren, ob ein kleines Mantelatelier wie Coat Couture, das nicht gerade dem Mainstream entspricht, hier funktionieren kann, hat mich einfach gereizt. Und der Plan ist glücklicherweise aufgegangen.“

Teresa Mair designt und produziert selbst Mäntel.

Teresa Mair designt und produziert in ihrem Altbauatelier in Wilten individuelle Mäntel. Foto: Teresa Mair

Ein Mantel als Begleiter

In ihrer Freizeit geht die Unternehmerin gerne in die Natur, interessiert sich für Kultur und reist auch gerne. Inspirationen und Ideen für ihre Designs kommen beim Lesen, in der Oper oder in jeglicher anderen unerwarteten Situation. Das Kleidungsstück Mantel hat die 27-jährige Absamerin schon immer fasziniert und stellt hier auch ihre Parallele zum Architekturstudium her: „Wir gestalten Gebäude, die uns vor äußeren Einflüssen schützen. Der Mantel ist ebenfalls eine Hülle die uns vor Regen, Schnee, und Wind schützt und ist ein zuverlässiger Begleiter des Menschen.“

Vom Erstgespräch mit dem Kunden, das Designen und Zeichnen, Schnitt vorbereiten, Stoffe auswählen, nähen und vielem mehr, wird von Teresa Mair selbst gemacht. Von der Designerin selbst beraten zu werden ist vielen Kunden wichtig und wird auch geschätzt: „Die meisten Kunden finden durch Gespräche mit Freunden zu mir ins Atelier. Die meisten sind auf der Suche nach einem individuellen Stück, das nicht von der Stange ist – und dazu noch nachhaltig und regional produziert wird. Preislich liegen meine Mäntel je nach Design und Aufwand zwischen 300 und 1.300 Euro.“

Ein Schritt nach dem anderen

Das letzte Jahr hatte für die junge Manteldesignerin viele Überraschungen, positive Erlebnisse und Rückmeldungen in petto: „Das Jahr 2018 hat meine Erwartungen übertroffen. Die nächsten Schritte sind sicher auch international Fuß zu fassen und meinen Vertriebskreis zu erweitern.“ Mittelfristig könnte sich Mair auch vorstellen ein kleines Team aufzubauen. „Es soll aber weiterhin alles regional und nachhaltig bei mir im Atelier hergestellt werden. Das wäre auf lange Sicht gesehen ein schönes Ziel.

» Mehr Informationen: Teresa Mair – Coat Couture

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