Wie innovativ sind die Tiroler Unternehmer?

Innovation ist in aller Munde und groß ist das Angebot im Innovationsbereich. Doch wo stehen die Tiroler Unternehmen in Bezug auf Innovation? Diesen Fragen geht das „Tiroler Innovationsbarometer 2019“ auf den Grund.

Rund 200 Unternehmen aller Größen und Branchen nahmen im November 2018 an der Online-Befragung teil. Diese umfasste zwölf Fragen zum Themenbereich Innovation. „Als Vertreterin aller Unternehmer in Tirol hat die Tiroler Wirtschaftskammer den Anspruch, erste Ansprechpartnerin zum Thema Innovation zu sein“, so Barbara M. Thaler, Vizepräsidentin und für das Thema Innovation und Digitalisierung an der Spitze der Tiroler Wirtschaftskammer. „In einem breiten Netzwerk bieten wir den Unternehmen Service rund um das Thema, aber setzen uns auch politisch dafür ein.“

Innovation braucht Zeit

Die Ergebnisse des Innovationsbarometers 2019 zeichnen ein umfassendes Bild der Tiroler Innovationslandschaft. Für 41 Prozent stellt ein knappes Zeitbudget das größte Innovationshemmnis dar, gefolgt von zu komplizierten rechtlichen und administrativen Anforderungen (24 Prozent der Unternehmer). “Die Wirtschaftskammer Tirol fordert, die Rahmenbedingungen zu vereinfachen, als auch Förderungen für den Markteintritt für innovative Produkte bereitzustellen”, so die Vizepräsidentin.

Am meisten Unterstützung bei Innovationsvorhaben bietet externe Beratung (acht Prozent), die Einbindung von Kunden (sechs Prozent) als auch Kooperationen (sechs Prozent). Fast ein Viertel bezieht zumindest teilweise Kunden bei ihren Innovationsvorhaben ein. Rund ein Drittel der Befragten berücksichtigen dabei aktiv Wettbewerbs- und Technologietrends.

“Innovation-Empowerment”

„Investitionen in Innovationen sollen wieder attraktiver werden“, so Barbara M. Thaler. 2019 planen 39 Prozent der Unternehmer die Investitionen in Innovationen zu reduzieren, lediglich knapp acht Prozent planen eine Erhöhung. Derzeit investieren nur rund sechs Prozent der Unternehmen mehr als 15 Prozent ihres Umsatzes in Innovationen, die restlichen Befragten nicht mehr als drei Prozent ihres Umsatzes.

„Innovation darf nicht nur auf die Entwicklung von technischen Produkten reduziert werden“, so Anja Niedworok, Innovationsexpertin der Tiroler Wirtschaftskammer, „sondern soll umfassend und auf strategischer Ebene im Unternehmen gedacht werden.“ Ein Fünftel der Unternehmen haben bereits Innovationsziele in ihrer Strategie verankert bzw. knapp ein Viertel der Unternehmer gab an, dies überwiegend bzw. teilweise (32 Prozent) integriert zu haben. Bei rund einem Viertel ist das Innovationsvorhaben aus einer spontanen Idee entstanden. 21 Prozent planen Innovationsvorhaben systematisch und überlassen die Innovation nicht dem Zufall. Unter dem Schwerpunkt „Innovation Empowerment“ bietet die Tiroler Wirtschaftskammer Trainings und Beratungen, wie man eine Innovationskultur angesichts der durch die Digitalisierung sich verändernden Rahmenbedingungen schafft.

Rahmenbedingungen im Mittelfeld

Rund 19 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die Rahmenbedingungen in Tirol, um Innovationen umzusetzen, als gut bis sehr gut, 24 Prozent als befriedigend. „Die jeweils zwölf Prozent ausreichend bzw. ungenügend sehen wir als Auftrag an uns als Wirtschaftskammer“, so Anja Niedworoks Fazit und Barbara M. Thaler: „Wir sind auf einen guten Weg, aber es gibt noch einiges zu tun, v.a. wie ich als Unternehmen die Digitalisierung für ein innovatives Geschäftsmodell nützen kann. Tirol hat die Chance Innovationsleader zu sein statt nur die Rolle des Innovationsfollower einzunehmen“.

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WK-Vizepräsidentin Barbara Thaler (r.) und Innovationsexpertin Anja Niedworok sind der Frage nachgegangen, wie innovativ Tirols Unternehmen wirklich sind. Foto: GaudiLab – stock.adobe.com

 

Innovationsförderung
Wirtschaftskammer Tirol
Wirtschaftspolitik, Innovation und Strategie
Mag.(FH) Anja Niedworok
T +43 5 90 905 1522
E anja.niedworok@wktirol.at
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