Seit 150 Jahren der Handarbeit verschrieben

Mit seinem Sortiment aus Woll-, Handarbeitsbedarf und umfassender Beratung ist das Unternehmen „Anton Kogler“ in der Innsbrucker Innenstadt seit nun 150 Jahren der Ansprechpartner für alle, die das Handarbeitsfieber gepackt hat.

Wenn sich die kalte Jahreszeit in Tirol bemerkbar macht, werden sie immer beliebter: dicke Mützen und Wollsocken, die den Körper auch bei Minusgraden warmhalten. Wer dabei nicht auf die Auswahl von der Stange zurückgreifen möchte, der ist am besten beraten, sich die wärmenden Accessoires selbst zu fertigen. Stricken ist wieder stark im Kommen und wer dabei den richtigen Wolltyp für seine Kreationen oder die persönliche Beratung sucht, ist bei Wolle Kogler in guten Händen.

Zu Beginn, als das Unternehmen 1868 gegründet wurde, befand sich das Geschäft noch am Innsbrucker Burggraben und setzte den Fokus auf die Raumausstattung. Vor knapp 100 Jahren kam es zur Übersiedelung in die Innsbrucker Museumstraße, wo sich das Unternehmen bis heute befindet. Ab den 1930ern wurde das Sortiment geändert und man spezialisierte sich auf Wolle, Garn und weitere Artikel rund um das Thema Handarbeiten. Geführt wird das Fachgeschäft von Teresa Kogler und ihren zwei Mitarbeiterinnen. Kogler arbeitet seit über drei Jahrzehnten in dem Geschäft, welches sie vor mittlerweile 15 Jahren übernommen hat.

Geboten wird ein breites Angebot: Von Wolle in unzähligen Farben und Materialien über Näh- und Strickbedarf, bis hin zu selbst gestrickten Socken und Babypatscherln hat das Geschäft ein vielfältiges Sortiment anzubieten.
Die persönliche Beratung steht im Zentrum der Leistungen des Ladens: „Den Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist einfach das Wichtigste. Egal ob eine bestimmte Wollart gesucht wird, oder wenn jemand etwas technisch nicht kann, wir helfen weiter“, so Kogler.

Eine bunte Kundenpalette

Das Thema Handarbeit liegt auch bei der Generation unter 30 im Trend, was sich in der Kundschaft bei Wolle Kogler bemerkbar macht: „Zu uns kommen auch sehr viele junge Menschen, vor allem Studenten“, erzählt Kogler und widerlegt somit das Klischee der alten strickenden Oma, denn die junge Generation macht fast die Hälfte der Kundschaft aus. Auch der Geschlechteranteil ist weniger deutlich, als man auf den ersten Blick vermutet: „Frauen machen zwar immer noch den Hauptanteil unserer Kundschaft aus, aber ich merke, dass immer mehr Männer zu uns kommen.“

Obwohl viele der klassischen Handarbeiten nicht mehr in der Schule gelernt werden, hat Teresa Kogler eine Vermutung, wo diese Fertigkeiten aufgeschnappt werden: „Die Jungen schauen sich Videos im Internet an und holen ihre Informationen von dort. Das meiste bringen sie sich einfach selbst bei. Und wenn sonst noch Hilfe benötigt wird, fragen sie einfach uns“, lacht Kogler. Auch abseits der Generationenfrage ist die Palette an Kunden genauso bunt wie die Wollfarben.

Vermehrt suchen zudem Touristen den Laden gezielt auf: „Viele kommen zu uns, weil sie so ein Geschäft bei sich zu Hause einfach nicht haben. Neben Gästen aus Deutschland besuchen uns zudem sehr viele Amerikaner. Sie finden uns über das Internet und kommen gezielt hierher, weil es bestimmte Wolle bei ihnen nicht zu kaufen gibt. Manche tauchen jedes Jahr auf, das sind richtige Stammkunden.“

Stricken ist das neue Yoga

Dass Handarbeiten sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut, liegt laut Kogler auf der Hand: „Wenn man selbst etwa eine Mütze strickt, kann man sich die Farbe aussuchen und dazu einen individuellen Schnitt fertigen. Außerdem hat man so etwas, was sonst keiner hat. Vor allem ist Stricken aber eine sehr entspannende Tätigkeit und zum Abschalten nach einem stressigen Tag gut geeignet. Deswegen heißt es ja: Stricken ist das neue Yoga.“

Was sich im Laufe der Zeit immer stärker entwickelt hat, war der Trend hin zu Individualisierung. So wurde früher viel stärker Wolle nach Farben der aktuellen Mode gekauft. Teresa Kogler erinnert sich: „Es gab Jahre, da war nur eine Farbe gefragt. Da haben wir zum Beispiel fast nur ‚Weinrot’ verkauft. So viel, dass es sogar zu Lieferengpässen kam. Heute ist das anders. Es gibt zwar Farben, die besser ankommen, wie zurzeit etwa Gold und Ocker, doch die Jahre der Fokussierung auf nur eine Modefarbe sind vorbei.“

Auch das Kaufverhalten hinsichtlich des Materiales hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Während früher mehr Schafswolle gekauft und mit ihr Kleidungsstücke gefertigt wurden, wird heute zunehmend zu weicherer Wolle gegriffen. „Die Leute kaufen viel mehr Merino-, Kaschmir- und Alpakawolle als wie früher. Es gibt sogar schon Sockenwolle mit Aloe Vera und Seide.“ Der Grund ist für Kogler klar: „Der Kuschelfaktor spielt eine immer größere Rolle. Die Leute sitzen mit den Socken, die sie gestrickt haben, auf der Couch und wollen es fein haben. Man bleibt einfach mehr zu Hause. Das ist die neue Gemütlichkeit, die viele praktizieren.“
Wenn man über mehrere Jahrzehnte in einem Betrieb arbeitet, so passiert es schon, dass man Kunden regelrecht aufwachsen sieht: „Früher haben sie oft mit der Mutter den Laden besucht heute kommen sie nach wie vor und stricken jetzt auch selber. Man merkt, dass die Lust zur Handarbeit an die nächste Generation weitergegeben wird und so schnell nicht ausstirbt“, ist sich Kogler sicher.

»Weitere Informationen: Wolle Kogler

Bild oben: Teresa Kogler bietet in ihrem Fachgeschäft Wolle in zahlreichen Farben und Arten an.

Galerie:
Die Außenfassade des Geschäftes in der Innsbrucker Museumstraße
Die Kunden erwartet ein diverses Sortiment an Woll- und Handarbeitsbedarf.
Neben Wolle in zahlreichen Farben bietet das Geschäft auch selbstgestrickte Mützen an.
Teresa Kogler führt den traditionellen Familienbetrieb seit über 15 Jahren
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