Neujahrsempfang der Bezirksstelle Kitzbühel

Beim Neujahrsempfang der Bezirksstelle Kitzbühel fordert WK-Präsident Christoph Walser mehr Weitsicht und Sachlichkeit für die zentralen Herausforderungen in Tirol. Bezirksobmann Klaus Lackner stellt für 2019 Themen wie Qualitätstourismus, Regionalität und das sektorale Fahrverbot in den Vordergrund.

In der öffentlichen Debatte werden zentrale Herausforderungen für Tirol häufig nur sehr kurzsichtig betrachtet. Die Folge: Einseitige Blickwinkel und fehlende Perspektive führen zu falschen Schlüssen. Präsident Christoph Walser ist es ein Anliegen, gemeinsam mit allen Beteiligten, Themen gerade zu rücken, die in der öffentlichen Debatte unsachlich diskutiert werden und daher eine Schieflage haben. „Vom Verkehr über den Tourismus bis hin zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie – nur wer die ganze Realität überblickt, schafft ehrliche Lösungen, die für alle gut sind“, erklärt Walser beim Neujahrsempfang.

Gerade beim heiß diskutierten Thema Verkehr fehlt Walser die gebotene Sachlichkeit. Es ist praktisch, auf den Lkw-Verkehr zu schimpfen. Dabei wird häufig ausgeblendet, dass ein großer Teil der Transporte der Versorgung der Tirolerinnen und Tiroler dient. Und dass es auch andere Verursacher gibt – wie Pkw-Verkehr oder Hausbrand. „Wenn die Politik wirklich die Luftqualität verbessern will, dann muss sie ehrlich diskutieren und alle Verursacher im Auge haben“, fordert der Präsident.

Auch die aktuelle Tourismusdebatte im Land hat eine negative Schlagseite. Tirol und Tourismus – das ist eine Erfolgsgeschichte. Nur ein florierender Tourismus hält Tirol bis in die kleinsten Seitentäler lebendig und bringt Arbeit und Wohlstand vor Ort. „Daher gilt es, statt bloß dagegen zu sein, die goldene Mitte zu finden. Dafür braucht es das Zutun beider Seiten – auch der Touristiker selbst. Denn: Kein Tourismus ohne Tourismusgesinnung“, erklärt Walser.

„Diese Ehrlichkeit und Offenheit brauchen wir auch bei den anderen großen Zukunftsthemen im Land“, wünscht sich Walser für 2019, „gute Lösungen lassen sich nicht mit Populismus und Patentrezepten erzielen, sondern brauchen den Mut, der ganzen Wahrheit ins Auge zu blicken.“

Mehr Qualität im Tourismus

Der Tourismus ist ein maßgebender Wirtschaftsfaktor und gibt wesentliche Impulse für die gesamte Region. In den vergangenen Jahren hat jedoch ein spürbares Umdenken stattgefunden. Ein deutlicher Trend hin zum Qualitätstourismus ist zu erkennen. Zahlreiche Hoteliers und Gastronomen sind bereits auf den Zug aufgesprungen. WK-Bezirksobmann Klaus Lackner ist sich bewusst, dass auch im Bezirk Kitzbühel eine sehr behutsame Diskussion geführt werden muss über die Frage der unaufhaltsamen Vermehrung von Betten.

„Qualität macht sich bezahlt und sollte stets über Quantität stehen. Wir brauchen keine Bettenburgen, dafür haben wir ohnehin keinen Platz. Allerdings ist es gleichzeitig auch notwendig, die einzelnen Regionen im Bezirk genau zu analysieren und daraus die entsprechenden Schlüsse für mögliche zusätzliche Beherbergungsbetriebe zu ziehen“, erklärt Lackner beim Neujahrsempfang in Kitzbühel und führt weiter aus: „Wir erwarten uns hier seitens der Raumordnung klare Konzepte, wie künftig vorgegangen werden soll. Das Augenmerk soll außerdem nicht nur auf Neubauprojekten liegen, sondern auch verstärkt in Richtung Erhöhung der Qualität bei bestehenden Unternehmen gelenkt werden. Eventuell können diese Strategien zusätzlich noch stärker mit Förderungen ausgestattet werden.“

Was bei dieser Diskussion auf keinen Fall außer Acht gelassen werden darf, sind die Mitarbeiter. Denn kompetentes Personal ist längst das Um und Auf, um qualitätsvollen Tourismus bieten zu können. Der Fachkräftemangel trifft die gesamte Wirtschaft, ist aber in einer personalintensiven Branche wie dem Tourismus besonders akut. Deshalb strengen sich vor allem die touristischen Betriebe verstärkt an, die Bedingungen für ihre Mitarbeiter attraktiv zu gestalten. „Dazu gehören möglichst familienfreundliche Arbeitszeiten oder auch moderne Personalunterkünfte mit Wohlfühlfaktor“, weiß Lackner.

Kritik an der Erweiterung des sektoralen Fahrverbots

Die Tiroler Wirtschaft hat durchaus Verständnis, dass der internationale Wirtschaftsverkehr reduziert werden muss. Dass heimische Betriebe durch diese Maßnahmen benachteiligt werden, da die Zonenregelung bestimmte Güter auf der Straße untersagt, ist jedoch untragbar. „Zudem trifft diese Benachteiligung den Bezirk Kitzbühel von allen am meisten, weil auch die Schiene keine wirkliche Alternative bietet“, erklärt WK-Bezirksobmann Klaus Lackner. Die Zu- und Ablieferungen über das Terminal Wörgl sind einerseits von ihrer Kapazität her beschränkt und sehr kostenintensiv. Andererseits sind auch die organisatorischen, tariflichen und strukturellen Nachteile der Bahn noch immer nicht behoben, sodass von einem marktgerechten Schienenangebot weiterhin nicht gesprochen werden kann. „Wir können nicht hinnehmen, dass der Bezirk in Hinblick auf den Verkehr mehrfach Nachteile erleidet. Durch die besondere Lage unseres Bezirks begründet, muss es möglich sein, künftig in die Kernzone aufgenommen zu werden, um weiterhin ungehindert arbeiten zu können.“

Regionale Stärkung der Orte

Für die heimischen Betriebe wird es zunehmend schwieriger, sich gegen die starke Konkurrenz großer Betriebe im benachbarten Ausland aber vor allem gegen den Onlinehandel zu behaupten. Eine Studie des Regionalmanagements Regio3 zeigt deutlich, dass in vielen Gemeinden starke Kaufkraftabflüsse in andere Regionen bzw. Bereiche stattfinden. „Natürlich ist es verlockend, wenn man einfach alles mit ein paar Mausklicks, bequem auf dem Sofa sitzend, zu jeder Tages- und Nachtzeit kaufen kann. Umso wichtiger ist es, dass besonders die Gemeinden, aber auch die Kaufmannschaften in den Orten sich dieses Themas annehmen. Gemeinsam müssen wir entsprechende Aktivitäten setzen, um möglichst viel Kaufkraft in den Orten zu erhalten“, betont WK-Obmann Klaus Lackner und appelliert, sich vermehrt an die kompetenten und bewährten Partner vor Ort zu wenden: „Regionales Kaufverhalten kommt letztendlich allen Einwohnern in Form von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie einer erhöhten Wertschöpfung in der Region zugute.“

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