Aufwärtstrend in der Lehre hält an

In Tirol starteten 2018 rund 3.440 Lehrlinge in ihr erstes Ausbildungsjahr. Damit gibt es zum zweiten Mal in Folge eine erfreuliche Steigerung bei der Anzahl der Lehrlinge.

Exakt 3.438 junge Tiroler sind 2018 ins erste Lehrjahr einer betrieblichen Lehrlingsausbildung gestartet. Das entspricht einem Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Lehrlinge in Tirol ist um 1,4 Prozent auf 10.871 angestiegen.

„Die Wichtigkeit der Lehre ist wieder uneingeschränkt anerkannt“, freut sich WK-Präsident Christoph Walser. „Es hat ein Umdenken stattgefunden und Eltern wie Jugendliche erkennen, dass die Lehre eine tolle Basis ist, um für die Zukunft das richtige Rüstzeug zu haben.“

Für Vizepräsident Manfred Pletzer, im Präsidium der WK Tirol zuständig für die Bildungsagenden, steht vor allem der Stellenwert der berufspraktischen Bildung im Zentrum: “Der Weg zur erfolgreichen Fachkraft führt allein über die Lehre. Uns ist es deshalb wichtig, der Lehre jenen Stellenwert zu geben, den sie verdient.”

Anteil der Lehranfänger über 50 Prozent

Im Vergleich zum Vorjahr ist 2018 die Anzahl der Lehrlinge wieder gestiegen, nachdem sich jahrelang mehr Jugendliche für den Schulbesuch entschieden haben. Trotz rückläufiger demografischer Entwicklung, ist der Anteil der Lehranfänger im Vergleich zur Geburtenzahl von 48 auf 50,2 Prozent gestiegen.

“Die halbe Welt beneidet uns um unser duales Ausbildungssystem.”
WK-Präsident Christoph Walser

Für den Präsidenten der Tiroler Wirtschaftskammer, Christoph Walser, der selbst Lehrlinge in seinem Unternehmen ausbildet, ein klares Zeichen, dass die Lehre nach wie vor hoch im Kurst steht: „Die halbe Welt beneidet uns um unser duales Ausbildungssystem. Eine Lehre ist quasi eine Jobgarantie und öffnet die Türen zur Welt. Das Image erfährt eine langsame Trendwende – und unsere Erfolge und Siege wie zum Beispiel bei den Koch-Weltmeisterschaften in Luxemburg, zeigen dies ganz deutlich.“

3.390 Lehrbetriebe: Tendenz steigend

In Tirol gibt es derzeit 3.390 Lehrbetriebe, 19 mehr als noch im Vorjahr. Größter Lehrlingsausbilder ist mit 5.414 Lehrlingen wieder das Gewerbe & Handwerk, gefolgt von der Sparte Handel mit 1.615 sowie der Industrie mit 1.321 Lehrlingen.

In Tirol gibt es derzeit 181 ausgezeichnete Tiroler Lehrbetriebe, in denen rund ein Viertel aller Lehrlinge ausgebildet werden.

“Es ist uns wichtig, den Lehrlingen und den Lehrbetrieben die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen.”
WK-Vizepräsident Manfred Pletzer

„Von den Mitarbeitern der Lehrlingsstelle der Tiroler Wirtschaftskammer wurden im Jahr 2018 insgesamt 1.438 persönliche Ausbildungsberatungen durchgeführt. Zudem erhielten die Tiroler Lehrbetriebe über die Lehrbetriebsförderungen im Jahr 2018 insgesamt rund 18.100.000 Euro ausbezahlt. Es ist uns wichtig, den Lehrlingen und den Lehrbetrieben die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Denn die Fachkräfte von morgen sichern den Wirtschaftsstandort Tirol“, erklärt Manfred Pletzer, Vizepräsident der Tiroler Wirtschaftskammer.

Die meisten Lehrlinge wurden mit 1.909 im Bezirk Innsbruck-Stadt ausgebildet gefolgt von Innsbruck-Land mit 1.710 Lehrlingen, Kufstein mit 1.705 sowie Schwaz mit 1.433 Lehrlingen.

Die Digitalisierung ist in vielen Bereichen der Lehrlingsausbildung im Vormarsch. So gibt es seit Juni 2018 die Möglichkeit, den Lehrberuf des E-Commerce-Kaufmannes zu erlernen und seit 1. September ist auch der Lehrberuf des Applikationsentwicklers – Coding möglich.

„Der digitale Wandel ist auch in der dualen Ausbildung zu spüren und für die Lehre 4.0 sind digitale Kommunikationskanäle zu einem fixen Bestandteil geworden. Die Lehrberufe werden teilweise bereits durch digitale Werkzeuge, wie Tabletts oder CAD-Programme unterstützt, es gibt digitale Ausbildungsplanungen sowie digitale Lernunterlagen bis hin zu virtuellen Werkstätten. In der Lehre werden neue Ausbildungsinhalte vermittelt, die fit für 4.0 machen, damit unsere „Jungen“ ihr Wissen zukunftsweisend in den Lehrbetrieben einbringen können.“

Lehre nach der Matura: unschlagbare Kombination

Stark nachgefragt ist auch weiterhin das Modell „Lehre nach der Matura“. Tirol zählt derzeit knapp 400 Maturanten, die eine duale Ausbildung absolvieren – Tendenz steigend.

„Viele der jungen Erwachsenen wollen nicht studieren, sondern beruflich durchstarten und endlich ihr eigenes Geld verdienen. Eine praxisorientierte Fachausbildung mit einer fundierten Allgemeinbildung ist am Arbeitsmarkt eine unschlagbare Kombination. Es gibt die Möglichkeit einer verkürzten Lehrzeit, interessante Zusatzausbildungen sowie Auslandspraktika, die den Jugendlichen einen exklusiven Weitblick geben“, erklärt Manfred Pletzer begeistert.

 

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