111 Jahre Gastlichkeit im Grafenast

Bei familiärer Atmosphäre und toller Aussicht biologische Erzeugnisse genießen. Das steht im Hotel Grafenast tagtäglich am Programm. Waltraud und Peter Unterlechner führen den Betrieb bereits in vierter Generation.

Als ältester Sohn der Familie sollte Toni Unterlechner einst die elterliche Gerberei und Seilerei in Schwaz übernehmen. Doch den leidenschaftlichen Skifahrer zog es hinaus in die Natur, im Gepäck eine Vision: die Bergnähe mit einer potenziellen Einnahmequelle zu vereinen. Damals entwickelten sich im Inntal vor allem entlang der Bahnstrecke gerade einige touristische Standorte, unter anderem das Skigebiet Kellerjoch. „Mittendrin erwarb mein Urgroßvater Toni eine Aste vom Grafen Enzenberg und eröffnete dort genau vor 111 Jahren eine urige Rodelhütte. Damit legte er den Grundstein für das heutige Bio-Aktiv-Hotel Grafenast am Pillberg”, erzählt der Urenkel und jetzige Besitzer Peter Unterlechner. Dieses Fleckchen Erde auf halbem Weg zum Gipfel bietet sich immer noch als hervorragender Zwischenstopp für Freizeitsportler an. Ansonsten hat sich das Klientel inzwischen etwas geändert. Herrschte hier früher neben dem Tourismusbetrieb auch wirtschaftlicher Durchzugsverkehr – die Strecke ins vordere Zillertal war für Holzarbeiter, Viehtrieb und Behördengänge sehr beliebt – kommen heutzutage immer mehr Ruhesuchende an diesen abgeschiedenen Ort.

Von Generation zu Generation wurde der Grafenast laufend erweitert, ohne jedoch den Bestand zu zerstören. Die alte Rodelhütte ist im Inneren des aktuellen Gebäudes nach wie vor bis hin zu den Grundmauern original erhalten. Um 1920 wurden die ersten Übernachtungsgäste in den ausgebauten Zimmern empfangen, kurz darauf lockten ein Schwimmbad und eine Kegelbahn zahlreiche Besucher an.

Vermutlich mehr als 1,5 Millionen Paare glückliche Wanderschuhe haben in den vergangenen 111 Jahren den Weg in die gemütliche Rodelstube sowie Rast und Erfrischung gefunden.

Vermutlich mehr als 1,5 Millionen Paar Wanderschuhe haben in den vergangenen 111 Jahren den Weg in die gemütliche Rodelstube gefunden.

Entspannung steht im Vordergrund

Im Laufe der Jahre wurde der Tourismus rund um die Stadt Schwaz jedoch nicht mehr weiter forciert und spätestens in den 80ern orientierte sich die Region endgültig um, da den Gästen in dieser Umgebung, anders als beispielsweise im Zillertal, keine große Skischaukel geboten werden konnte. „Die Schwierigkeit von damals hat sich mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst. Es kommt uns nun zugute, dass wir vor der Tür keinen Riesentrubel haben, sondern nur einen Lift und ansonsten viel Ruhe und Natur. Wir, meine Frau Waltraud und ich, haben die gegebenen Voraussetzungen und Interessen meiner Eltern kombiniert und führen seit 1986 ein Biohotel”, berichtet Unterlechner überzeugt von seinem Konzept.

Entspannung, vegetarisches Essen und Massagen stehen im Vordergrund, zahlreiche andere Dienstleistungen wie Yoga oder Klettern runden das Angebot ab. Den Großteil des Jahres läuft der herkömmliche Urlaubsbetrieb, in einigen Wochen werden spezielle Seminarthemen wie Malen, Fasten oder Kunst aufgegriffen. Dafür kommen zusätzlich zu den zehn Mitarbeitern ausgebildete Trainerteams ins Haus, um die Teilnehmer zu betreuen. „Wir schaffen eine Atmosphäre wie im Ferienhaus des besten Freundes. Dazu tragen viele Komponenten bei, nicht zuletzt die individuell gestalteten Zimmer. Eine Vielzahl an Stammgäste kommt regelmäßig zu uns, denn sie haben einen Sinn für unsere Lebensweise und fühlen sich deshalb wohl.”

Gesundheitsbewusstsein und Qualität

War Unterlechner zu Beginn noch ein Exot in diesem Bereich, fruchtet die biologische Ausrichtung seines Hotels Grafenast immer mehr. Die unverfälschte Natur und die atemberaubende Aussicht kombiniert mit Gesundheitsbewusstsein und hoher Qualität gewinnt in der Gesellschaft deutlich an Bedeutung. „Wir legen viel Wert auf ehrlichen Inhalt und halten unser Versprechen ‚Bio‘ nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Reinigungspräparaten oder Bettwäsche ein”, so der Hotelier stolz, denn eine umsichtige Betrachtung des gesamten Unternehmens ist der Familie wichtig: „Heuer haben wir an der Gemeinwohlbilanz teilgenommen und seit einiger Zeit ist der gesamte Betrieb CO2-neutral und für jene Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, wird Kompensation gezahlt. Das gilt auch für die Anreise der Gäste. Außerdem haben wir unsere eigene Wasserquelle, eine Biomasse-Hackschnitzelheizung und erzeugen mit einem kleinen Wasserkraftwerk unseren Strom selbst.”

Auch künftig möchte Unterlechner am Puls der Zeit bleiben. Kommendes Jahr werden neben E-Bikes, die schon länger zur Verfügung stehen, auch E-Autos angeboten. „Das ergibt ein tolles Gesamtpaket für alle, die ausstoßfrei urlauben und sich trotzdem ihrer Bewegungsfreiheit sicher sein wollen. Zusätzlich schmieden wir Pläne für eine bauliche Erweiterung – Ferienwohnungen sind geplant. Aber Konkreteres verrate ich noch nicht.”

»Weitere Informationen: Bio-Hotel Grafenast

Waltraud und Peter Unterlechner mit ihren Kindern Rosa und Moritz – sie besuchen die Tourismusschule Villa Blanka. Das Interesse für eine Übernahme ist bereits geweckt.

Waltraud und Peter Unterlechner mit ihren Kindern Rosa und Moritz – sie besuchen die Tourismusschule Villa Blanka. Das Interesse für eine Übernahme des Biohotels Grafenast ist bereits geweckt.

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!