E.G.O. Austria dient Osttirol als Motor

Die Ansiedlung der E.G.O. Austria GmbH war ein Meilenstein für den wirtschaftlichen Aufschwung Osttirols. Von Heinfels aus gehen Strahlungsheizkörper für Ceran-Kochfelder in die ganze Welt.

Karl Fischer hat die elektrische Kochplatte erfunden und gründete 1931 mit Heinrich Blanc in Oberderdingen nahe Karlsruhe die E.G.O. Elektrogräte GmbH mit damals 13 Mitarbeitern. Heute ist die E.G.O. Firmengruppe auf allen Kontinenten mit insgesamt 18 Standorten und 6.000 Mitarbeitern – mit den weiteren zugehörigen Firmengruppen sogar 8.000 – vertreten. 1968 wurde die E.G.O. Austria Elektrogräte GmbH zunächst als Handelsgesellschaft in Matrei am Brenner gegründet, neun Jahre später erfolgte die Übersiedelung an den Produktionsstandort Heinfels.

Kürzlich wurde in Heinfels der 50-jährige Bestand des österreichischen Tochterunternehmens mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür, den mehr als 1.000 Interessierte nutzten, gefeiert. WK-Bezirksobmann Michael Aichner betonte bei der Überreichung eines Ehrendiploms der Tiroler Wirtschaftskammer an die Geschäftsführer Egon Kofler (kaufm.) und Karl-Heinz Horsmann (techn.) die besondere Bedeutung der Firma E.G.O. für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Osttirols: „Mitte der 1970er-Jahre gab es im Bezirk gerade einmal 360 Industrie-Beschäftigte, wobei der Großteil in den damals 50 Sägewerken arbeitete. Eine industrielle Tradition hatte unsere Region somit nicht anzubieten, wohl aber ein großes Potenzial an fleißigen und lernbereiten Menschen. Die rasche positive Entwicklung des Unternehmens E.G.O., das mit einem stabilen Beschäftigtenstand von rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den fünf größten Unternehmen Osttirols zählt, hat auch andere Unternehmen ermutigt, sich bei uns anzusiedeln. Wenn heute die Industrie mit etwa 3.700 Mitarbeitern bereits 28 Prozent der Arbeitsplätze der wirtschaftskammerzugehörigen Betriebe bei uns stellt, dann ist dies auch auf die Pionierleistungen von E.G.O. zurückzuführen.”

Anlässlich des 50-jährigen Bestandsjubiläums überreichte Bezirksobmann Michael Aichner (re.) ein Ehrendiplom der Tiroler Wirtschaftskammer an die E.G.O.-Austria-Geschäftsführer Egon Kofler (li.) und Karl-Heinz Horsmann.

Anlässlich des 50-jährigen Bestandsjubiläums überreichte Bezirksobmann Michael Aichner (re.) ein Ehrendiplom der Tiroler Wirtschaftskammer an die E.G.O.-Austria-Geschäftsführer Egon Kofler (li.) und Karl-Heinz Horsmann.

Geballtes Know-how bei E.G.O.

Mit dem Standort Heinfels hochzufrieden zeigte sich auch Johannes Haupt, CEO der Blanc & Fischer Familienholding und der E.G.O.-Firmengruppe. „Wir sind mit 60 Prozent Marktanteil Weltmarktführer bei Strahlungsheizkörpern für Ceran-Kochfelder. Heinfels ist in diesem Segment unser wichtigster Produktionsstandort. Unsere obersten Prämissen sind unverändert der Nutzen, den wir mit unseren Produkten stiften wollen, Redlichkeit als gelebte Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden und ungebrochener Pioniergeist, der uns zu ständiger Innovation antreibt”.

A propos Innovation: Mehr als 1.000 Patente belegen eindrucksvoll das geballte Know-how der E.G.O.-Gruppe. Für Egon Kofler, der zusätzlich zu seiner Geschäftsführertätigkeit in Heinfels auch als CEO der DEFENDI-Gruppe fungiert, die in Italien, Brasilien und Mexico Komponenten für Gaskochgeräte produziert und seit 2013 zur E.G.O./Blanc & Fischer-Holding gehört, nennt die Erfolgsfaktoren der E.G.O. Austria: „Unsere künftigen Fachkräfte selbst auszubilden, ist uns enorm wichtig. Wir tragen mit Stolz das Prädikat ‚Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb‘. In der Vergangenheit haben wir zudem vielen Anlernkräften den Erwerb der Facharbeiterqualifikation im zweiten Bildungsweg ermöglicht, außerdem fördern wir die interne und externe Weiterbildung unserer Belegschaft. Bei uns gibt es ein Belohnungssystem für Verbesserungsvorschläge und attraktive Jahresprämien für überdurchschnittliche Leistungen. Wir beschäftigen sehr viele ‚Langgediente‘ und haben praktisch keine Personalfluktuation, was beweist, dass wir als Arbeitgeber geschätzt werden.”

Innovatives Kommunikationssystem

Bei einem Rundgang durch die Werkshallen fallen der hohe Automatisierungsgrad, die ausgeklügelte Steuerung der Produktionsprozesse, die absolute Ordnung und Sauberkeit der Arbeitsplätze und die Vielzahl an Großbildschirmen auf, die weithin sichtbar den jeweiligen Abarbeitungsstand der Aufträge in den einzelnen Fertigungsabteilungen aufzeigen. „Bei uns wird papierlos gearbeitet – wir setzen auf visuelle Kommunikation”, erklärt der Geschäftsführer, der sich den Prinzipien des Lean Management verpflichtet sieht und unter anderem in Japan das „Toyota-Produktionssystem” studiert hat.

„Wir produzieren ‚just in time‘. Da muss jeder Produktionsschritt exakt getaktet und mit einer begleitenden, weitestgehend automatisierten Qualitätskontrolle fehlerfrei gestaltet werden. Nur so kann die Vollauslastung im Dreischichtbetrieb gewährleistet werden. Viele unserer Mitarbeiter sind Nebenerwerbslandwirte, denen der Schichtrhythmus entgegenkommt. Mit unserem innovativen Kommunikationssystem weiß auch beim Schichtwechsel jeder Mitarbeiter sofort, was ansteht.”

Bild oben: Mit Begeisterung und Kreativität beteiligten sich Volksschulkinder an einem Seifenkisten-Wettbewerb. Hier ein prämiertes Gefährt mit den typischen E.G.O-Produkten.

»Weitere Informationen: E.G.O. Austria

Mit 220 Mitarbeitern produziert die Firma E.G.O. Austria im hochmodernen Werk in Heinfels Strahlungsheizkörper für Ceran-Kochfelder und eine breite Palette von Halbteilen für den Weltmarkt.

Mit 220 Mitarbeitern produziert die Firma E.G.O. Austria im hochmodernen Werk in Heinfels Strahlungsheizkörper für Ceran-Kochfelder und eine breite Palette von Halbteilen für den Weltmarkt.

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