Tourismus: Hervorragender Sommer lässt auf guten Winter hoffen

Die Zwischenbilanz der Tiroler Tourismuswirtschaft zum Sommer 2018 fällt durchwegs positiv aus. Und auch der Ausblick auf die bevorstehende Wintersaison gibt Anlass zum Optimismus.

Die Sommersaison ist zwar noch nicht ganz vorüber, aber schon jetzt steht fest: der positive Trend der im Jahr 2009 seinen Anfang genommen hat, setzt sich weiter fort. 19,6 Millionen Übernachtungen in den Monaten Mai bis September 2018 bedeuten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,9 Prozent und den höchsten Wert seit 1993. Damals wurden 20,7 Millionen Nächtigungen gezählt. Die Ankünfte haben im Vergleich zu 2017 um 4,5 Prozent auf 5,5 Millionen zugelegt. „Diese Entwicklung ist erfreulich, zumal sie eine langfristige, positive Entwicklung fortsetzt. Die Tiroler Tourismuswirtschaft leistet Hervorragendes“, zieht Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter eine Zwischenbilanz. „Allerdings sagen Ankunfts- und Nächtigungszahlen nichts über den wirtschaftlichen Erfolg des Tourismus aus. Daher ist es mir besonders wichtig, dass auch die Wertschöpfung für unser Land nach ersten Berechnungen um 4,6 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zugelegt hat.“ Eine gute Wertschöpfung bilde die Grundvoraussetzung, damit die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer in Personal und Infrastruktur investieren können, so Platter.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Mario Gerber, Obmann der Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer: “Wichtig ist, dass wir Qualität stets über Quantität stellen. Deshalb arbeiten wir auch intensiv an Benchmarks die diesen Anspruch besser darstellen können als bloße Nächtigungszahlen.” Dabei stellt der Branchensprecher auch klar, dass die Mitarbeiter das Um und Auf sind, um Qualitätstourismus mit den Attributen Natur, Kulinarik und Gastfreundschaft bieten zu können. Das ist auch der Grund warum sich die Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer künftig noch stärker dem Thema Personal widmen wird, unterstreicht Gerber und betont gleichzeitig, dass der Fachkräftemangel in anderen Wirtschaftsbereich genauso ein großes Problem ist.

Mehr Gäste aus Deutschland und dem Inland

Die positive Entwicklung im bisherigen Sommer ist unterdessen zu einem großen Teil den deutschen Gästen zu verdanken, auf deren Konto rund jede zweite Nächtigung in Tirol geht. Ihre Übernachtungen nahmen um 470.000 (+4,6%) auf 10,6 Millionen zu, die Ankünfte um 150.000 (+6,1%) auf 2,7 Millionen. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich der Heimmarkt. 2,0 Millionen Nächtigungen von österreichischen Gästen bedeuten ein Plus von 3,3 Prozent. Innerhalb Österreichs sind die Tirolerinnen und Tiroler mit 395.000 Nächtigungen mittlerweile der wichtigste Quellmarkt. Rückgänge gab es am niederländischen Markt um 2,9 Prozent auf 1,5 Millionen Nächtigungen sowie bei den Schweizer Gästen um 1,1 Prozent auf 1,1 Millionen Übernachtungen.

Ergebnis einer langfristigen Strategie

Für Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter verweist darauf, dass diese positive Entwicklung kein Selbstläufer ist, sondern vielmehr das Ergebnis einer langfristigen Strategie: „Nach einer langen Rezessionsperiode hat die Branche in den späten 1990er-Jahren das Potenzial der alpinen Sommerfrische wiederentdeckt und das Angebot seither mit viel Innovationskraft weiterentwickelt. Darüber hinaus haben im heurigen Sommer die gute Wirtschaftslage in unseren wichtigsten Quellmärkten sowie das schöne und überdurchschnittlich warme Wetter maßgeblich zum Erfolg beigetragen.“ Margreiter rechnet mit einer Fortsetzung der guten Nachfrage: „Gerade im Sommer werden wir zukünftig mit unserem gesunden Klima punkten können und der Aktivurlaub in den Alpen wird immer attraktiver – vor allem dort, wo beste Leistungsangebote und Qualitäten zu finden sind.“

Die gute Nachfrage aus dem Sommer soll sich auch im Winter fortsetzen. „Laut Tourismusbarometer sind vier von fünf Betrieben mit der Buchungslage für den kommenden Winter sehr zufrieden oder zufrieden“, erläutert Ingrid Schneider, Leiterin urlaub.tirol in der Tirol Werbung. Dazu trage auch die Ferienlage bei, die abgesehen von einem späten Ostertermin günstig sei.
Damit einhergehend ist die Umsatzerwartung der Betriebe ebenfalls positiv. 60 Prozent rechnen damit, die Umsätze aus dem Vorjahr halten zu können, fast drei von zehn Betrieben erwarten sogar ein Umsatzplus. Nur jeder Zehnte rechnet mit Einbußen.

Nordische Ski WM als Impuls

Im Sommer haben heuer die Kletter-WM und die Rad-WM nicht nur für sportliche sondern auch für touristische Highlights gesorgt. Mit den FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften,  die von 19. Feber bis 3. März in Seefeld über die Bühne gehen werden, wartet auch die Wintersaison mit einem vergleichbaren Großereignis auf. Für Landeshauptmann Platter ist das ein wichtiger Qualitätsimpuls für den heimischen Tourismus: „Seefeld ist über die Grenzen hinaus als nordisches Zentrum bekannt. Mit der WM gehen weitere Verbesserungen in der Qualität der Infrastruktur einher – von den Loipen bis hin zum Bahnhof. Das kommt nicht nur dem Tourismus, sondern auch der einheimischen Bevölkerung zugute.“ Laut ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist die WM auf Schiene: „Wir haben bei der FIS Final Inspection, die gestern in Seefeld stattgefunden hat, Anerkennung für unsere Arbeit bekommen.“ Dass der nordische Sport boomt, lässt sich auch an der Nachfrage nach Eintrittskarten ablesen. „Bereits jetzt sind mehr als 100.000 Event-Tickets verkauft. Insgesamt rechnen wir als Veranstalter mit 200.000 Besuchern bei den Bewerben in Seefeld und am Innsbrucker Bergisel“, so Schröcksnadel.

Josef Margreiter (Tirol Werbung), ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Tirols Landeshauptmann Günther Platter, Mario Gerber (Wirtschaftskammer) und Ingrid Schneider (Tirol Werbung, v.l.) blicken der Wintersaison samt WM in Seefeld optimistisch entgegen. Foto: Tirol Werbung / Florian Lechner

Josef Margreiter (Tirol Werbung), ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Tirols Landeshauptmann Günther Platter, Mario Gerber (Wirtschaftskammer) und Ingrid Schneider (Tirol Werbung, v.l.) blicken der Wintersaison samt WM in Seefeld optimistisch entgegen. Foto: Tirol Werbung / Florian Lechner

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