Aeoon revolutioniert digitalen Textildruck

Mit wuchtiger Innovationskraft revolutioniert das Kramsacher Unternehmen Aeoon Technologies den Weltmarkt des digitalen Textildrucks. Vieles wäre wohl förderwürdig gewesen, doch fehlte für die Antragsstellung schlicht die Zeit. Seit einem Jahr schließt die Förderbetreuung Tirol diese Lücke zwischen Innovationen und Förderabwicklungen. Mit Erfolg.

Dass dieses T-Shirt Blicke auf sich zieht, liegt nicht nur am Motiv. Captain America ist darauf zu sehen, der Superheld, der schon seit den 1940er Jahren das Böse besiegt und die Welt rettet. Weil er das seit einiger Zeit als First Avenger auf den Kinoleinwänden tut, ist er auch diesseits des Atlantik bestens bekannt. Das allein wäre schon einen Hingucker wert, doch ist es eben nicht der Held an sich, sondern die Art, wie er auf das T-Shirt gedruckt wurde, die fasziniert. Captain America lässt sich mit einer erstaunlich pixelfeinen Bildauflösung durch die Welt tragen, einer Auflösung, die nur von bestens ausgearbeiteten Fotos bekannt ist.

Der Superheld wurde mit einer Supermaschine auf das T-Shirt gedruckt. Einer Maschine aus dem Hause Aeoon Technologies in Kramsach, die sich seit 2011 darauf konzentriert, die Wege für den digitalen Textildruck zu ebnen und sie immer wieder aufs neue zu revolutionieren. „Seit 2013 haben wir die schnellste Textildruckmaschine für Stückgut am Weltmarkt – und das mit der höchsten Auflösung und den geringsten Verbrauchsmaterialien”, sagt Angelo Schiestl, Geschäftsführer der Aeoon Technologies.

Aeoon Drucker als digitale Superlative

Die Aeoon-Drucker können bis zu 1.280 T-Shirts pro Stunde bedrucken, mit bis zu 90 Millionen Tropfen pro Sekunde jetten die Standarddruckköpfe dahin, die Bildauflösung beträgt dabei bis zu 2400 dpi (dots per inch) und die rasende Druckqualität überzeugt nicht nur auf Textilien sondern auch auf Holz, Glas, Leder und anderen Materialien. Superlative haben immer etwas für sich und diese Tiroler Innovationsschmiede kann mit so manchen Highlights aufwarten. „Es fallen mir nicht viele Gegenden der Welt ein, wo keine Aeoon-Maschinen wären – doch – um die Polkappen herum, da ist recht wenig Industrie”, schmunzelt Schiestl, dessen Mitarbeiter – so wie er selbst – viel in der Welt unterwegs ist. Eine 100-prozentige Exportquote fordert ihren Reisetribut, liefert Aeoon doch nicht nur die Maschinen. „Wenn die Kunden keine Textiler sind und keine Erfahrung haben, kümmern wir uns um alles. Wir planen, richten ein, erledigen den workflow, trainieren die Mitarbeiter bei uns im Haus oder vor Ort und am Ende des Tages kann er loslegen.”

Weitere Revolutionen

Die großen Sportartikelhersteller zählen genauso zu den Aeoon-Kunden, wie kleine Firmen, „die gelernt haben, dass man mit individuellen Drucken und Dekoren höhere Margen erzielen kann”, erläutert der Geschäftsführer und hält fest: „Das Schöne am digitalen Dekorieren ist, dass du das bei uns machen kannst.” Es war vor allem der teure Faktor Mensch, der die Textilindustrien der westlichen Welt nach Pakistan, Indien, China, Bangladesch oder Vietnam getrieben hat. „Wir drucken auf fertige T-Shirts oder Hoodies, weswegen dieser Faktor nicht mehr das Kriterium ist”, so Schiestl. Dass das Unternehmen in dem Zusammenhang an einer weiteren Revolution bastelt, darf verraten werden – wie genau das passiert selbstverständlich nicht.

„Ich war vor Kurzem bei einem guten Kunden in den USA. Der druckt über 60.000 individuelle Drucke, beschäftigt rund 300 Mitarbeiter in mehreren Schichten und seine größte Schwierigkeit ist, oft nicht die richtigen Mitarbeiter zu bekommen. Der ist aus meiner Sicht ein potenzieller Kunde dafür”, plaudert Schiestl denn doch aus seinem kreativen Nähkästchen, in dem eine Innovation die andere jagt. Im Haus wird die Mechanik der Drucker konstruiert, die Software geschrieben und die Elektronik designt. „Dann lassen wir fertigen. Es gibt hier im Umkreis von etwa 30 Kilometern zwei, drei Haus- und Hoflieferanten. Fertig montiert wird alles hier”, erklärt Schiestl, der nicht selten vor dem Problem steht, dass potenzielle Kunden erst einmal nicht glauben können, dass eine derart kleine Firma – seit Ende 2016 ist der Mitarbeiterstand von 28 auf derzeit 45 gestiegen – leisten kann, was sie verspricht. Tut sie aber. Und sie verspricht immer mehr.

Von A bis Z

Wer eine Branche derart mit erfolgreich umgesetzten technischen Geistesblitzen aufmischt, trifft punktgenau ins Schwarze der Förderwürdigkeit. Doch wer derart mit der Umsetzung von Geistesblitzen beschäftigt ist, hat nur wenig Zeit, sich um Förderungen zu bemühen. „Wir haben schon daran gedacht, doch das Regelwerk verhindert, dass du als Normalsterblicher, der einen Betrieb führen muss, das machen kannst”, sagt Schiestl.

Es war einer dieser Zufälle, die dem Aufmerksamen hold sind, dass das Unternehmen auch dafür eine Lösung fand. Im Aeoon-Haus in Kramsach arbeitet die Firma Equisus technologies an gefinkelten mechatronischen Produkten und zeitweise auch mit Aeoon zusammen. „Wir hatten für Equisus ein Förderprojekt abgewickelt – so ist der Kontakt entstanden. Über Empfehlung”, erinnert sich Dietmar Auer. Zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Verena Kreidl repräsentiert Auer die Förderbetreuung Tirol. Nomen est omen. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler haben sich exakt auf jene Lücke zwischen Innovation und Förderung spezialisiert, die zu füllen nicht nur Angelo Schiestl die Zeit fehlt. „Wir betreuen Unternehmen bei der Förderprojektabwicklung – von A bis Z – von der Antragstellung bis hin zum Projektendbericht”, erklärt Auer.

Animierende Spritzen

Tiroler Unternehmen steht ein vielfältiges Angebot an Förderungen zur Verfügung, wobei die Umsetzung unterschiedlichster Ideen zur Entwicklung neuartiger Produkte, Verfahren oder Dienstleis-tungen in Form von finanziellen Zuschüssen unterstützt wird. Die Innovationsförderung des Landes etwa beträgt bei einreichbaren Kosten in Höhe von maximal 120.000 Euro einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 36.000 Euro (30 %). Eine schöne Spritze, die durchaus animierend wirkt. Große Unternehmen haben die Ressourcen für die teils komplexe administrative Abwicklung von Förderprojekten. Kleineren oder Kleinst-Unternehmen ist dies aus nachvollziehbaren Gründen oft nicht möglich und wo die umfassende Förderberatung der WK Tirol aufhört, kommen Auer und Kreidl zum Zug. „Oft gibt es Firmen, die gar nicht wissen, dass ihre Verfahren und Produkte förderungswürdig sind. Es ist faszinierend, wie viele kreative Köpfe es in Tirol gibt”, beschreibt Verena Kreidl das lebendige Bild, das sich ihr durch die Betreuung der unterschiedlichsten Unternehmen erschließt.

Angelo Schiestl ist einer dieser kreativen Köpfe und nachdem sich die drei vor etwas über einem Jahr kennen gelernt und festgestellt hatten, dass die Chemie stimmt, legten sie gleich los. Will man die Superhelden-Welt noch einmal strapazieren, war es, als hätte Batman seinen Robin gefunden. Gemeinsam schöpften sie aus dem Vollen. „Wir haben mit dem ersten Projekt gestartet, dann gleich mit dem zweiten und dem dritten. Es ist nicht ganz üblich, drei Projekte – zwei beim Land, eines beim FFG – parallel laufen zu haben, doch alle drei wurden genehmigt”, sagt Auer. Es werden nicht die letzten sein.

Bild oben: Perfekte ArbeitsteilungWährend Angelo Schiestl (mi.) ohne Unterlass an Innovationen arbeitet, kümmern sich Verena Kreidl (li.) und Dietmar Auer (re.) um die administrative Abwicklung der Förderung(en).

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