Single Use Support GmbH: Geld im Beutel

Biomedizinische Flüssigkeiten sind ein wichtiger Bestandteil moderner Medikamente. Ihr Transport ist aber eine heikle Angelegenheit. Durch kleine Beschädigungen in den Transportbeuteln können Schäden in Millionenhöhe entstehen. Die Erfindung des Kufsteiner Start-ups Single Use Support soll nun Abhilfe schaffen. Mit ihrer Innovation hat das Unternehmen beim Tiroler Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Technische Innovation – Produkte und Verfahren“ gewonnen.

Die Forschung entwickelt immer effektivere Medikamente für die Behandlung schwerer Krankheiten. Die Diagnose von Krebs, Parkinson oder Alzheimer bedeutet heute nicht mehr das unumgängliche Ende des Lebens und eines selbstbestimmten Daseins.
Für die Herstellung dieser Medikamente benötigt die biopharmazeutische Industrie in vielen Fällen flüssige Zwischenprodukte, die im gefrorenen Zustand angeliefert werden. In den letzten Jahren haben sich „Single Use Systeme“, Beutel, bestehend aus hochwertigem Kunststoffen, als neuer Standard für den Transport durchgesetzt.

 

 

Beschädigungen der Außenhülle dieser Beutel können jedoch zur Verunreinigung der wertvollen Flüssigkeit führen. Ist die Integrität eines Beutels kompromittiert, muss er und sein Inhalt vernichtet werden. Neben dem wirtschaftlichen Schaden in der Höhe von Millionen von Euros jährlich, sind vor allem die Leben von Patienten durch verunreinigte Flüssigkeiten gefährdet.

Weltweit erstes mobiles Sterilitätstestgerät

Die beiden Gründer der Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair und Thomas Wurm, haben ihr Unternehmen ganz an der Single Use Technologie ausgerichtet. Sie wollen durch die Entwicklung ihres mobilen Testapparates für mehr Patientensicherheit und Wirtschaftlichkeit, bei der Abfüllung und Verwendung von biomedizinischen Flüssigkeiten sorgen. Das Mobile Integrity Testing System (MITS) erkennt automatisch und mobil einsetzbar zwei Meter große Löcher an den Beuteln. Ein Meter entspricht dem Tausendstel eines Millimeters. Dafür werden die Beutel in den Apparat gelegt und durch das Einpumpen von Helium auf ihre Integrität geprüft. „Das Problem ist die Sterilität dieser Beutel. Bakterien und Viren können ab einer Lochgröße von zwei Meter eindringen. Bis zu unserer Entwicklung gab es weltweit keine Technologie, die Löcher dieser Größe detektieren konnte. Die bisherigen Tests arbeiten alle mit Luft und können dadurch nur Beschädigungen im Größenbereich von 30 Meter erkennen“ erklärt Johannes Kirchmair, Geschäftsführer bei der Single Use Support GmbH.

Erfindergeist aus dem Tiroler Unterland

Für das mobile Testsystem wurde unter anderem eine flexible Vakuumkammer entwickelt Diese legt sich um den Beutel, ohne ihn zu beschädigen. Der MITS-Apparat kann, dank seiner geringen Größe, direkt am Ort der Abfüllung verwendet werden. Alternative Systeme waren bisher aufgrund ihrer Größe nur stationär verwendbar, was eine Kontrolle am Abfüllort unmöglich machte und den Beutel aufgrund der harten Vakuumkammer auch zusätzlichem Stress aussetzte. Das MITS ist aber nicht einzige Innovation, die in den letzten drei Jahren von dem Unternehmen aus dem Tiroler Unterland entwickelt wurde, wie Thomas Wurm ausführt: „Wir haben mit dem ersten Prozessschritt gestartet, dem Sterilitätstest am Ort der Abfüllung. Mittlerweile haben wir eine eigene Befüllungsanlage gebaut, eine Technologie zum Schutz der gefrorenen Beutel erdacht und jetzt sind wir dabei, eine eigenen Gefrier- und Auftautechnologie Plattform zu entwickeln. Wir optimieren einen Prozess und wenden uns dann dem nächsten zu, um dort eigene Lösungen zu entwickeln“.

 

Nähere Informationen unter: https://www.susupport.com

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