Bodenseer: Internationale Handelsbeziehungen als Wohlstandsmotor nutzen

Die Diskussion über Handelsabkommen wird speziell in der Öffentlichkeit sehr kritisch geführt und oft für politische Zwecke missbraucht. Für Präsident Jürgen Bodenseer ist der freie Handel alternativlos.

Beim Bürgerdialog gestern Nachmittag im Landhaus zum Thema fairer Handel diskutierten am Podium EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, Ministerin Margarete Schramböck sowie WK-Präsident Jürgen Bodenseer. Bodenseer begrüßte die öffentliche Debatte über dieses Thema – oft genug werde die Wirtschaft ins Eck gedrängt und der Freihandel kritisiert, so Bodenseer. “Allein die Dimension von Handelsbeziehungen müsste Anlass genug sein, diese zu pflegen und auf eine möglichst tragfähige Basis zu stellen”, erklärte der Präsident. Der Wohlstand in Tirol fußt neben dem Tourismus in hohem Maße auf dem Warenexport, der in Tirol 43 Prozent zum BIP beiträgt und damit zigtausende Arbeitsplätze sichert.

70 Prozent der österreichischen Warenexporte gehen in die EU – das zeige den Stellenwert der Handelsbeziehungen innerhalb Europas, so Bodenseer. Weitere neun Prozent gehen in europäische Nicht-EU-Länder. Bleiben gute zwanzig Prozent für den “Rest der Welt” – hier sieht Bodenseer speziell in den aufstrebenden asiatischen Ländern noch großes Potenzial für heimische Firmen. Dafür gibt es aber eine klare Voraussetzung: “Handelsschranken, wie sie derzeit von den USA offensiv angestrebt werden, sind kurzsichtig und erweisen sich innerhalb kürzester Zeit als Bumerang, der die eigene Wirtschaft schwer trifft”, kritisiert Bodenseer. Für den Missbrauch der Wirtschaft als politische Waffe hat der Präsident kein Verständnis: “Die Wirtschaft und speziell die Pflege von Handelsbeziehungen sind ein Friedenselixier und definitiv kein Kampfstoff!”

Der Präsident sieht besonders im Bereich Digitalisierung und Innovationen Handlungsbedarf und fordert von der Politik eine weitere Professionalisierung in Hinblick auf die Rahmenbedingungen für internationale Handelsbeziehungen:

  • Moderne Spielregeln:
    Es braucht zeitgemäße Regeln für E-Commerce. Globale Gewinnverschiebungen müssen unterbunden, die Probleme im Bereich Geoblocking gelöst werden.
  • Höhere Geschwindigkeit:
    Raschere Beseitigung von Handelshemmnissen und Mut zur Lücke.
  • Keine Geheimnisse:
    Die Regelwerke für den internationalen Handel müssen klar und verständlich sein und möglichst transparent erstellt werden.
  • Fairness:
    In Handelsbeziehungen braucht es Fairness für alle Beteiligten.
  • Mittelständische Strukturen stärken:
    Der internationale Handel darf keine Spielwiese globaler Konzerne sein, sondern muss KMU eine Teilnahme auf Augenhöhe ermöglichen.
Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!