Mahrer in Tirol: “Überschriften allein sind zu wenig!”

Der Fachkräftemangel ist die Causa prima, sagt WKÖ-Präsident Harald Mahrer bei seinem Besuch in Innsbruck. Auf politischer Ebene konnten dazu erste Erfolge erzielt werden. Bei zwei weiteren Brennpunkten erwartet Mahrer noch heuer erste Ergebnisse.

Auf seiner Tour durch die Bundesländer hat WKO-Präsident Harald Mahrer am Donnerstag in Innsbruck Station gemacht – und dabei vor allem zugehört. “Ich will von den Unternehmern, unseren Funktionären und den Mitarbeitern des Hauses ein Feedback bekommen: Wo sehen sie die größten Herausforderungen, wie schätzen sie die Wirtschaft aktuell ein und wo sehen sie die größten Bedürfnisse unserer Unternehmer.”

Die Themen sind zwischen Eisenstadt und Bregenz im Kern die selben. “Die zu hohe Steuer- und Abgabenquote inklusive Lohnnebenkosten, die unfassbar hohe bürokratische Belastung und vor allem der Fachkräftemangel.”

Fachkräfte: Betroffenheit in Tirol am größten

Inzwischen sind alle Bereiche der Wirtschaft vom Mangel an qualifizierten und hochqualifizierten Fachkräften betroffen – und zwar wesentlich stärker als noch vor einem Jahr. 162.000 fehlen laut Fachkräfteradar der WKO in ganz Österreich, in Tirol ist die Betroffenheit mit 20.000 fehlenden Fachkräften aber am größten. “Das betrifft schon lange nicht mehr nur den Tourismus”, weiß Mahrer. Die Unternehmen suchen Elektroinstallateure genauso wie Maschinenbauer, Dreher/Fräser oder IT-Techniker.

Politisch kann Mahrer bereits auf erste Erfolge in der “Causa Prima” der Wirtschaft verweisen. Der Jobgipfel und die angekündigten Änderungen bei der Rot-Weiß-Rot Card, die von einem Behinderungs- zu einem Ermöglichungsinstrument werden muss, sind hier zu nennen. Große Hoffnung setzt der WKO-Präsident angesichts des West-Ost-Gefälles beim Fachkräftemangel auf die Regionalisierung der Mangelberufsliste. “Das ist ein besonders wichtiger Erfolg für uns und ich erwarte mir noch heuer eine Überarbeitung der Rot-Weiß-Rot Karte.”

Erwarte mir einen `1er´

Die wirtschaftsfreundliche Ausrichtung der Bundesregierung kommt bei den Unternehmen an, weiß Mahrer. “Aber: Überschriften im Regierungsprogramm sind zu wenig. Wir brauchen die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen.” Mit Spannung erwartet der WKO-Präsident deshalb den Entwurf für das erste Sammelgesetz aus dem Justizministerium (Stichwort Entbürokratisierung) und die bereits sehr konkrete Ankündigung einer steuerlichen Entlastung. “Da schaut es gut aus. Damit die KÖST-Senkung aber was bringt, muss ein `1er´ davor stehen”, sagt Mahrer und gibt damit mindestens 19 Prozent als Ziel an. Auch das Thema Zumutbarkeit und Mobilität bzw. mangelnde Mobilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes muss die Regierung angehen.

Die Zeit der guten Konjunktur will Mahrer für wichtige Reformen genutzt wissen. “Der Konjunkturmotor brummt in Österreich, aber niemand kann sagen, wie es geopolitisch weitergeht”, sagt Mahrer. Was ist mit Trump, wie geht es im Zollstreit mit den Chinesen weiter oder welche Auswirkungen wird der Brexit haben. “Wir Unternehmer brauchen Planbarkeit und Berechenbarkeit, deshalb ist das alles nicht besonders günstig für unsere exportorientierte Wirtschaft.”

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