Flughafen Innsbruck: Terminal Neubau für mehr Qualität

Terminal-Neubau, Vielflieger-Lounge und mehr Platz für Unternehmen: Flughafen-Geschäftsführer Marco Pernetta zieht Bilanz und gibt einen umfassenden Einblick in anstehende Projekte.

Seit April 2014 hat Marco Pernetta die Leitung des Innsbrucker Flughafens inne. Vor Kurzem ist der gebürtige Berliner für weitere fünf Jahre als Geschäftsführer bestellt worden.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Vergangenes Jahr wurde ein neuer Rekordwert bei den Passagierzahlen erreicht. Wie sieht die aktuelle Situation für das Jahr 2018 aus?

Marco Pernetta: Wir befinden uns erneut in einem erstaunlich guten Jahr, obwohl wir erst kürzlich mit der Insolvenz von drei unserer Top-10-Airline-Kunden (Air Berlin, Niki, und Monarch Airline) konfrontiert wurden. Zu Beginn des Jahres sind außerdem schlechte Wetterbedingungen hinzugekommen, die dazu führten, dass wir mit 127 Flugausfällen im ersten Quartal einen dementsprechend schwierigen Winter hatten. Im Mai lagen wir bei den Passagierzahlen noch deutlich im Minus, holen aber seitdem wieder enorm auf. Der Sommer ist hervorragend gelaufen, die Flüge sind super gebucht und wir hoffen, dass wir bis zum Jahresende wieder das Vorjahresergebnis erreichen.

Nicht nur die Passagierzahlen sind gestiegen, auch sonst hat sich am Flughafen Innsbruck viel bewegt. Welche Projekte wurden in den vergangenen Jahren verwirklicht?

Seit geraumer Zeit verfolgen wir eine konsequente Strategie: Die Qualität im Gebäude soll langfristig verbessert werden. Wir haben daher unterschiedliche Möglichkeiten geschaffen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Vor einigen Jahren entstand das Mietwagenzentrum und dann kam noch der Neubau des Abflugbereichs mit der Vielflieger-Lounge hinzu. Im Dezember ist diese ein Jahr in Betrieb und im Schnitt besuchen ca. sechs Prozent aller abgehenden Passagiere die Lounge vor ihrem Abflug. Das ist deutlich mehr als wir erwartet haben und auch von den Kunden bekommen wir viel Lob für diesen Bereich.

Welche Ziele wollen Sie als wiederbestellter Geschäftsführer in den kommenden Jahren erreichen?

Der nächste große Schritt ist der Neubau des Terminalbereichs. Das derzeitige Terminal ist Anfang der 60er-Jahre errichtet worden und entspricht einfach nicht mehr den heutigen Standards. Es muss komplett abgerissen und neu gebaut werden. Solch ein Bauprojekt passiert nur alle paar Jahrzehnte und wird daher in nächster Zeit beherrschend sein. Der Neubau ist jedoch keine Maßnahme, um mehr Flugverkehr abzuwickeln, sondern ein notwendiges Investment in die Qualität und die Infrastruktur des Flughafens. Um die Ausweitung des Verkehrs müssen wir uns separat kümmern. Das Angebot an Urlaubsdestinationen für die heimische Bevölkerung soll im Sommer sukzessive ausgebaut werden. Im Winter kennen wir unsere Spitzen und diese werden unverändert bleiben.

Gibt es konkrete Anforderungen an das neue Gebäude?

Im Moment ist das Objekt sehr schlecht klimatisiert und auch die Statik wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Beides wird auf den neuesten Stand der Dinge gebracht. Insgesamt sollen der Wohlfühlfaktor und vor allem das Platzangebot steigen. Dazu werden die Aufenthaltsflächen erweitert, damit den Passagieren mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen und sie bei hohem Aufkommen nicht auf dem Boden sitzen müssen. Auch bei der Sicherheitskontrolle wird mehr Luft und Platz für die hochmodernen Geräte geschaffen, da an starken Tagen dort großes Gedränge herrscht. Ein wesentlicher Teil des Neubaus werden obendrein die großzügigen Handels- und Gastronomieflächen sein.

Wie werden diese Flächen künftig gestaltet?

Für einen Teil der Handels- und Gastronomieflächen gibt es schon detaillierte Angebote und Konzepte (Travel Value Shop, Bistros und Nahversorger). Wir sprechen dabei einerseits mit den bestehenden Partnern über deren weitere Präsenz oder eventuelle Erweiterungen. Andererseits freuen wir uns darüber, wenn sich zusätzliche Betriebe mit Ideen bei uns einbringen. Insbesondere Shops oder Dienstleistungsunternehmen, die Interesse daran haben, am Flughafen präsent zu sein. Alle heimischen Unternehmen sind daher aufgerufen, sich bei uns zu melden.

Inwieweit können interessierte Unternehmen auf die Planung Einfluss nehmen?

Für alle Interessenten, die sich in den nächsten drei Monaten unter terminalneu@innsbruck-airport.com melden, kann ein möglicher Flächenbedarf noch in den Planungen vorgesehen werden. Wir wollen den Architekturwettbewerb Anfang 2019 starten und so haben wir noch bis Ende dieses Jahres Zeit, diverse Anforderungen und Vorstellungen entgegenzunehmen. Je nachdem wie das Siegerprojekt aussieht und wie komplex das Ganze ist, rechnen wir anschließend zwischen drei bis vier Jahre für die Planung, Ausschreibungen und den eigentlichen Bau ein. Die Fertigstellung wird also voraussichtlich 2024 erfolgen.

Worauf können sich Passagiere bereits in naher Zukunft freuen?

Ein Highlight ist derzeit natürlich die neue Strecke von Innsbruck nach Berlin Tegel mit easyJet viermal pro Woche. Diese Verbindung startet mit 10. Dezember und die Buchungslage verrät uns, dass sie von den Gästen schon gut angenommen wird. Und ich als Berliner kann die Stadt im Winter nur empfehlen.

Seit Dezember 2017 ist die Vielflieger-Lounge in Betrieb und wird von den abfliegenden Passagieren begeistert angenommen.

Seit Dezember 2017 ist die Vielflieger-Lounge in Betrieb und wird von den abfliegenden Passagieren begeistert angenommen.

»Weitere Informationen: Flughafen Innsbruck

Flughafen Innsbruck mit EMAS-Preis 2018 ausgezeichnet
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