MHM auf Wachstumskurs

Ein starkes Signal für den Standort Tirol – das ist der Management-Buy-Out beim Textildruckmaschinenhersteller MHM in Erl. Geschäftsführer Thomas Fröhlich übernahm das Unternehmen im März gemeinsam mit einer deutschen Investor-Gesellschaft und peilt nun neues Wachstum an.

Eine bewegte Geschichte hat der Tiroler Textildruckmaschinenanbieter MHM in Erl hinter sich. 1980 gegründet, übernahm nach einer Insolvenz im Jahr 2009 die italienische Gruppe Arioli Spa das Unternehmen und engagierte im Jahr 2012 den ehemaligen Mitarbeiter Thomas Fröhlich als Geschäftsführer.

Ergebnis: Das Unternehmen wuchs kräftig, der Mitarbeiterstand erhöhte sich um 30 Prozent, der Umsatz verdoppelte sich im Zeitraum 2012 bis 2016, im Vorjahr kam die Firma auf 17 Millionen Euro Umsatz. Doch es stellte sich heraus, dass die Vorstellungen der Italiener nicht immer konform gingen mit den Vorstellungen der Geschäftsführung vor Ort.

Die Folge: Geschäftsführer Fröhlich übernahm heuer im März das Unternehmen in einem Management-Buy-Out, gemeinsam mit der deutschen LFFICIENCY-Holding. Zum Firmenreich von LFFICIENCY gehört u. a. die Tesoma GmbH, eine technologisch führende Firma für Textiltrocknungstechnologie. Das eröffnete Synergien für MHM. Die neue Konstellation sei jedenfalls ein „starkes Zukunftssignal für den Standort Österreich und die Basis für weiterhin starkes Wachstum”, ist man sowohl bei MHM als auch bei LFFICIENCY überzeugt.

Management-Buy-Out war eine logische Entscheidung

War die Entscheidung leicht, das Unternehmen per Management-Buy-Out zu kaufen? „Es war eigentlich eine logische Entscheidung”, sagt Fröhlich. „Es war natürlich schon ein erhebliches finanzielles Risiko, aber ich kenne die Firma in- und auswendig, ich weiß um ihr Potenzial und ihre Stabilität. Ich hatte ja auch Zeit gehabt, die Strukturen in der Firma neu zu gestalten.” Damit sind die Weichen für das 72-Mitarbeiter-Unternehmen weiterhin auf stabiles Wachstum gestellt.

MHM hat eine Exportquote von 99 Prozent, weil die Kunden aus der Textilindustrie fast nur noch im Ausland arbeiten. 80 Prozent der MHM-Maschinen gehen in Nicht-EU-Länder, u. a. nach Bangladesch, die Philippinen, Indien und Vietnam.

Auch nach China liefert MHM, wenngleich sich die Textilindustrie immer stärker aus China zurückzieht und in Länder mit noch niedrigeren Löhnen abwandert. Mittlerweile ist MHM auf allen Kontinenten (mit Ausnahme von Australien) vertreten.

Mit Top-Produkten die Billiglohnländer schlagen

Das Unternehmen kämpft auf diesen Märkten vielfach gegen Druckmaschinenhersteller aus Billiglohnländern und ist dennoch erfolgreich. Der Grund? „Unsere Produkte sind bekannt als die Mercedes unter den Textildruckmaschinen”, sagt Fröhlich. Hochwertige Komponenten, besonders stabil und robust ausgelegt, sorgen dafür, dass MHM-Maschinen teilweise sogar nach 20 Jahren Einsatz 24 Stunden täglich problemlos laufen.

“Unsere Produkte sind bekannt als die Mercedes unter den Textildruckmaschinen.”
Thomas Fröhlich

Das bedeutet Langlebigkeit und hohe Pannenfreiheit, die die Billigkonkurrenten nicht annähernd anbieten können. Das sorgt auch bei den Kunden für ein kaum schlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, wenngleich Fröhlich zugibt: „Viele Kunden sind sich bewusst, dass sie langfristig mit MHM-Maschinen günstiger produzieren, haben aber nicht die Finanzierung, um sich diese Produkte sofort leisten zu können – und greifen deshalb eben dann doch zu kurzlebigen Billigmaschinen der Konkurrenz.”

Neue Chancen für MHM durch Digitalisierung

Die weltweite Präsenz von MHM wird gesichert durch ein weltweites Netz an Händlern, das stetig gepflegt und erweitert wird. Fröhlich nützte deshalb auch den jüngsten Exporttag in der Tiroler Wirtschaftskammer, um im Gespräch mit Wirtschaftsdelegierten neue Kontakte und Geschäftsmöglichkeiten in mehrere Länder zu erhalten. „Man bekommt dort vielfach neue wertvolle Blickwinkel”, lobt Sonja Ebner, Office-&-Process-Manager bei MHM.

Die Zukunftsaussichten sind durchaus gut. Zwar wächst weltweit der Gesamtmarkt nur sehr moderat, doch die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für MHM: „Wir kommen vom konventionellen Siebdruck, der Trend geht jedoch dazu, konventionelle Technologien mit Digitaltechnik zu verbinden”, berichtet Fröhlich. Das würde dann auch die Produktion kleinerer Losgrößen zu Kosten ermöglichen, die nicht weit von den Massenfertigungskosten entfernt sind.

Mit der Digitalisierung tut sich ein weiterer Wachstumsmarkt auf, den MHM nützen will. Vor allem biete die neue Technologie auch neuen, bisher noch nicht am Markt befindlichen Herstellern neue Chancen, und das wiederum eröffnet auch für MHM die Möglichkeit, neue Kunden zu beliefern, berichtet Fröhlich. Im Digitalbereich arbeitet MHM übrigens noch eng mit dem früheren italienischen Eigentümer Arioli Spa zusammen.

MHM nützt aktuell schon allermodernste Technik, wie etwa die Produktion mit Android-gestützten Tablets zu kontrollieren. Über spezielle Apps können MHM-Kunden Daten direkt von der Druckmaschine empfangen und Daten an die Maschinen senden. Das erlaubt volle Kontrolle über den Arbeitsablauf.

Mehr Wachstum durch den amerikanischen Markt

Fröhlich stellt sich aufgrund der Entwicklungen der Märkte auf mehr Wachstum ein. Er plant demnächst die Errichtung einer Service- und Verkaufsniederlassung in den USA: „Die Vereinigten Staaten sind der größte T-Shirt-Markt der Welt.” MHM versucht sich deshalb mit seinen Textildruckmaschinen stärker in dieses Geschäft einzuklinken. Dazu braucht es für die US-Kunden rasch erreichbare MHM-Ansprechpartner. Und dafür soll die neue Niederlassung sorgen.

Worauf sind die MHM-Leute stolz? Dass alle MHM-Maschinen in Österreich hergestellt werden, dass die Arbeit auf modernst ausgestatteten Produktionsstraßen erfolgt – unter anderem mit State-of-the-Art-CNC und Roboterunterstützung – und so auch die besonders hohe Qualität
gesichert ist. Die hausinterne Entwicklungsabteilung liefert zudem laufend Innovationen, um die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu befriedigen.

Bild oben: Ein starkes Team von 72 Mitarbeitern startet mit Thomas Fröhlich (r.) in eine positive Zukunft.

 

MHM Textildruckmaschinen

 

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