Konjunkturlokomotive im Gewerbe und Handwerk stößt an ihre Grenzen

Es läuft gut im Tiroler Gewerbe und Handwerk, nicht nur im Bezirk Kitzbühel. Dem Plus im ersten Halbjahr stehen aber der zunehmende Fachkräftemangel und die Preisentwicklung als Wermutstropfen gegenüber.

Hohe Auslastung, Nächtigungszuwachs und Vollbeschäftigung – im Bezirk Kitzbühel läuft es gut. “Die mehr als 2.200 Mitglieder der Sparte Gewerbe und Handwerk in Kitzbühel melden mehrheitlich ebenfalls gute bis sehr gute Geschäfte”, zieht WK Bezirksobmann Klaus Lackner Bilanz über das erste Halbjahr. “Wie im Rest des Bundeslandes ist das erste Halbjahr damit besser gelaufen als im Rest von Österreich.”

Auftragseingänge und Umsätze in Tirol liegen wertmäßig um 2,1 Prozent über dem Vorjahr. “Dieser Trend wird sich bis zum Herbst fortsetzen”, weiß der Tiroler Gewerbeobmann Franz Jirka. Der TOP-Tirol Geschäftsklimawert hat im Sommer mit 68 Prozentpunkten den höchsten Wert seiner Geschichte erreicht. 40 Prozent der Betriebe im Gewerbe bezeichnen aktuell die Geschäftslage als „gut“, 53 Prozent als „saisonüblich“ und nur sieben Prozent als „schlecht“.

Vollbeschäftigung in Kitzbühel

Mit 27.796 Beschäftigten und einer Arbeitslosigkeit von “nur” 2,2 Prozent herrscht aktuell im Bezirk quasi Vollbeschäftigung. “Das sind noch einmal um 2 Prozent mehr als im Vorjahr und unterstreicht den Stellenwert unserer kleinstrukturierten Wirtschaft für unseren Bezirk”, freut sich Lackner über die hervorragenden Zahlen.

Dabei ginge – aus Sicht der Unternehmen – noch viel mehr. “Wir haben einen eklatanten Mangel an Fachkräften im Bezirk und müssen davon ausgehen, dass die Hälfte unserer Betriebe Umsatzeinbußen haben, weil sie kein qualifiziertes Personal finden”, weiß Obmann Lackner.

Im Rest des Bundeslandes zeigt sich das selbe Bild. „Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten, weil ihnen einfach nicht genügend qualifizierte Arbeiter zur Verfügung stehen. In Kombination mit dem steigenden Preisdruck ist dieses Problem sicherlich auch ein Grund dafür, dass die Erwartungen der Betriebe für den weiteren Jahresverlauf etwas gedämpft sind. 18 Prozent rechnen damit, dass sie ihre Umsätze gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres steigern können. 2017 sind noch 25 Prozent von einem Plus im dritten Quartal ausgegangen“, so Spartenobmann Jirka.

Wachstum von 3 bis 3,5 Prozent

Für das Gesamtjahr 2018 rechnet Franz Jirka tirolweit mit einem Plus von 3 bis 3,5 Prozent bei der Bruttowertschöpfung. “Den Zenit dürften wir aber erreicht bzw. überschritten haben”, sagt Jirka, “deshalb ist es umso wichtiger, dass sich bei der Fachkräfteproblematik endlich etwas tut und dass die versprochenen Entlastungen endlich greifen und spürbar für die Betriebe werden.” Obmann Klaus Lackner erneuert in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem leichteren Zugang zur Rot-Weiß-Rot Karte und seine Kritik an der geplanten Abschiebung von Asylwerbern, die eine Lehre absolvieren: “Wir müssen alles dafür tun, dass wir eine geordnete, aber doch so unbürokratisch wie mögliche Fachkräfte-Zuwanderung haben.“

 

Im Bild oben:
Präsentierten die aktuellen Konjunkturzahlen für Tirol und Kitzbühel: der Kitzbühler WK-Obmann Klaus Lackner, der Tiroler Gewerbeobmann Franz Jirka und die beiden Geschäftsführer Ludwig Kössler (Sparte Gewerbe & Handwerk) und Balthasar Exenberger (WK Kitzbühel).

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