Bodenseer fordert verpflichtende Freizeitunfall-Versicherung

Freizeitunfälle verursachen hohe Kosten für die Betriebe und die Allgemeinheit. WK-Präsident Jürgen Bodenseer fordert eine verpflichtende Freizeitunfall-Versicherung.

Die strukturelle Reform der AUVA ist auf Schiene. “Es würde sich anbieten, in diesem Zusammenhang auch eine inhaltliche Neuausrichtung vorzunehmen”, schlägt WK-Präsident Jürgen Bodenseer vor. Konkret ist die Schieflage zwischen Arbeits- und Freizeitunfällen Bodenseer ein Dorn im Auge.

Bodenseer fordert eine klare Trennung zwischen diesen beiden Unfall-Arten. “Es geht um Verantwortung und Risiko – warum soll dieses bei den Freizeitunfällen den Arbeitgebern und/oder der Allgemeinheit umgehängt werden?” fragt sich Jürgen Bodenseer.

Selbstverständlich darf das Risiko nicht ungedeckt bleiben, sondern ist individuell zu versichern. “Mit anderen Worten: Es braucht eine verpflichtende Versicherung für Freizeitunfälle, um diese Thematik fair zu lösen. Dann werden endlich die Unfallfolgen nach dem Verursacherprinzip abgedeckt und nicht mehr auf Kosten der Betriebe finanziert”, erklärt Bodenseer. De facto kommt die AUVA derzeit für einen Großteil der Kosten von Freizeitunfällen auf.

Unfaire Kostenverteilung

Arbeitsunfälle sind im Vergleich zu Freizeitunfällen längst in der Minderzahl. Während im Bereich der Arbeitsunfälle die AUVA viel zur Prävention beigetragen hat und die Zahlen laufend abnehmen, befinden sich Freizeitunfälle im Steigen.

Mehr Freizeit, neue Sportarten, höhere Risikobereitschaft – die daraus entstehenden Freizeitunfälle gehen auf Kosten der Allgemeinheit und vor allem auf Kosten der Betriebe. Diese tragen mit dem Dienstgeberbeitrag zur Unfallversicherung (derzeit 1,3 Prozent der Lohnsumme, ab 2019 1,2 Prozent) im Wesentlichen das System.

Für die Unternehmen ist es schwierig genug, in Zeiten des Fachkräftemangels Ersatz für einen durch einen Freizeitunfall ausgefallenen Mitarbeiter zu finden – da braucht es nicht noch eine unfaire Kostenverteilung.

“Die bisherige Handhabung hat diese Probleme zugedeckt und die AUVA finanziell schwer belastet. Die Einführung einer Pflichtversicherung für Freizeitunfälle seitens der Arbeitnehmer ist längst überfällig und die einzig faire Lösung in dieser Frage”, erklärt Bodenseer.

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