KV: Kühler Kopf statt heißer Herbst

Im Herbst starten die Kollektivvertragsverhandlungen. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kündigt einen hitzigen Klassenkampf an – der Firmen und Mitarbeitern schaden würde.

Wir hatten einen heißen Frühling. Wir schwitzen jetzt in einem heißen Sommer. Und die Gewerkschaft kündigt nun auch noch einen heißen Herbst an. Das ist definitiv zu viel – sowohl meteorologisch als auch politisch. Die Gewerkschafter sind wegen des Zwölfstundentages auf 180 und möchten im Herbst bei den Kollektivverträgen mit hochrotem Kopf an den Verhandlungstisch. Bloß: Mit erhitzten Gemütern lässt sich nicht verhandeln.

Worum geht es eigentlich? Die Wirtschaft hatte – aus verdammt guten Gründen – schon lange gefordert, die Höchstarbeitszeiten zu verlängern, um fallweise Auftragsspitzen erledigen zu können. Die Regierung hat diese Regelung nun beschlossen. Die Gewerkschaften versuchen jetzt, diesen demokratisch zustande gekommenen Beschluss des Parlaments über Umwege auszuhebeln.

Das steht Demokraten nicht zu Gesicht. Es darf daran erinnert werden, dass letztes Jahr die SPÖ an ihrem damaligen Koalitionspartner vorbei die Angleichung von Arbeitern und Angestellten bei Entgeltfortzahlung und Kündigungsfristen durchgepeitscht hat. „Das hat die Wirtschaft alles eher als gefreut – aber sie nahm es zur Kenntnis und machte das Beste daraus, Gesetz ist Gesetz”, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Attraktive Freizeitblöcke

Jetzt stehen wir vor der gleichen Situation, mit umgekehrten Vorzeichen. Man kann auch hier das Beste daraus machen – und die flexiblen Arbeitszeiten auf betrieblicher Ebene zum Vorteil beider Seiten umsetzen. Die Kollektivvertragsverhandlungen sind die beste Gelegenheit, die neue Arbeitszeitregelung praxistauglich und branchenspezifisch in den Arbeitsalltag zu integrieren und um weitere flexible Arbeitszeitmöglichkeiten zu ergänzen. Das bringt für die Mitarbeiter attraktive Freizeitblöcke und einen echten Mehrwert. „Gewerkschaften sollten an sich im Team mit den Betrieben für die Arbeitsplätze kämpfen. Derzeit scheinen aber vor allem die Zentralen in Wien häufig ihre eigene persönliche Macht im Auge zu haben und dabei auf jene zu vergessen, die sie zu vertreten hätten.

Ein ähnliches Beispiel gibt es in der Bildungspolitik, wo die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst mitunter den Eindruck erweckt, als ob sie nur auf sich und ihre Pfründe schauen und dabei manchmal ganz auf die Schüler vergessen würde. Nutzen wir die kühle Herbstluft für besonnene Verhandlungen – das bringt den Betrieben und den Mitarbeitern am meisten”, so Bodenseer.

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!