Holly übernimmt Kaffeerösterei Nosko

1751 wurde das Unternehmen Nosko gegründet, 2018 an den Haller Kaffeedienstleister Holly übergeben. Die lange Tradition des Kaffeeröstens wird auch in Zukunft nach altbewährten Rezepturen und neuen Ideen fortgeführt.

Im Jahr 1751 gründete Josef Ulrich Müller ein kleines Lebensmittelgeschäft in der Innsbrucker Seilergasse, einige Zeit später wurde daraus die Kaffeerösterei Nosko. Damals kaufte man noch die grünen Kaffeebohnen im Laden und röstete sie dann zuhause am Herd. Doch mittlerweile sind über 260 Jahre vergangen und die älteste Rösterei Tirols hat nicht nur eine bewegte Geschichte hinter sich, sondern startet nun in eine neue Ära. Vor Kurzem wurde die Kaffeerösterei Nosko vom Haller Kaffeedienstleister Holly übernommen. Holly ist in Tirol ebenfalls vielen ein Begriff und in der Region bekannt für den Vertrieb von Vollautomaten und Röstkaffee. Nun folgt ein weiterer logischer Schritt: selbstgerösteter Kaffee.

Holly-Geschäftsführer Bernhard Peskoller freut sich über den Zusammenschluss, der nach einer gründlichen Vorbereitungszeit von einigen Jahren, nun über die Bühne ging: „Wir werden diesen geschichtsträchtigen Betrieb im Sinne der Vorbesitzer weiterführen, unser Geschäftsfeld ausweiten und dadurch noch mehr auf den heimischen Sektor bauen. Unsere bisherige Eigenmarke wurde extern geröstet, doch getreu unserem Motto ‚Alles aus der Region‘ werden wir nun unseren eigenen Kaffee in der Innsbrucker Rossau produzieren. Altbewährte Rezepturen werden beibehalten, doch zusätzlich sind wir flexibler und können künftig auch auf individuelle Anliegen unserer Kunden eingehen.”

Nosko auch als lokaler Ansprechpartner

Beginnend in Tirol und Vorarlberg wird noch dieses Jahr mit dem Vertrieb eigener Röstungen gestartet. Ziel ist ein flächendeckendes, österreichweites Netz, das bis nach Bayern reichen soll aber auch über einen Online-Shop soll der regionale Nosko-Kaffee unter die Leute gebracht werden. Langfristig möchte Peskoller zurück zum Ursprung und in Innsbrucks Altstadt wieder ein Geschäftslokal eröffnen. Im Retro-Stil sollen dort feine Kaffeeprodukte zum Kauf angeboten werden. Der Vorteil einer kleinen Rösterei liegt sicherlich darin, dass auf spezielle Kundenwünsche eingegangen werden kann. „Während große Röstereien diese Klientel etwas stiefmütterlich behandeln, möchten wir gerade für Kunden, die nur Kleinstmengen oder individuell gestaltete Produktsäcke benötigen, ein lokaler Ansprechpartner sein”, so Peskoller.

Dabei setzt man auf die Erfahrung der Vorbesitzer Heinz und Margit Steger. Das Ehepaar möchte ihr über viele Jahre mit Leidenschaft geführtes Unternehmen in guten Händen wissen und steht deshalb bei der Übergabe hilfreich zur Seite. Heinz Steger vermittelt mit viel Geduld sein über Jahrzehnte angesammeltes Know-how. Denn auf den ersten Blick scheint am Kaffeerösten nicht viel dran zu sein, aber die Unterschiede liegen im Detail. Steger kennt die Tricks für ein ausgezeichnetes Aroma-Röstverfahren: „Die Geheimnisse beim Kaffeerösten sagt dir keiner. Da muss man selbst dahinterkommen”, lächelt Heinz Steger verschmitzt. „Der Kaffee braucht Zeit”, erklärt er, „damit er sein Aroma entfalten kann. Die harte, grüne Bohne braucht eine Weile, um aufzugehen. Dann erst kann sie geröstet und vor allem durchgeröstet werden. Dadurch hat sie weniger Gerbsäuren und ist bekömmlicher.”

Ohne Handarbeit geht nichts

Alle ehemaligen Nosko Mitarbeiter wurden von der knapp 70 Mitarbeiter starken Firma Holly übernommen. Der Betrieb soll weiterhin als eigenständige Gourmetrösterei fortgeführt werden. Um besondere Qualität zu garantieren, ist es wichtig, die verschiedenen Sorten separat zu rösten und erst anschließend zu vermischen. Das Trommelrösten hat sich dabei bislang als schonendste Variante herausgestellt. Da sich bei diesen zuverlässigen Maschinen technisch kaum etwas geändert hat, müssen die derzeit zur Verfügung stehenden Rösttrommeln nicht getauscht, höchstens um zusätzliche Anlagen erweitert werden. Seit Kaffee vor relativ kurzer Zeit groß in Mode gekommen ist, gibt es viele junge Röster. Peskoller und Steger sehen das jedoch gelassen. „Kaffee ist ein Naturprodukt, dem man höchste Aufmerksamkeit schenken muss. Ohne Handarbeit und das notwendige Gefühl gehe nichts.”

»Weitere Informationen: Holly Kaffeesysteme GmbH

Galerie:
Aus vielen verschiedenen Ecken der Welt werden die rohen Bohnen importiert. Äthiopien, Indonesien, Nicaragua, Brasilien sind nur einige der Ursprungsländer.
Beim Aromaröstverfahren schmort der Kaffee im eigenen Aroma.
Holly-Geschäftsführer Bernhard Peskoller legt viel Wert auf die separate Röstung der Bohnen.
Der Vorbesitzer Heinz Steger steht derzeit noch hilfsbereit zur Seite - hier beim Abwiegen der gerösteten Bohnen.
Das Geschäft in der Seilergasse von Heinrich Nosko um 1900.
Ein Stück Geschichte: Auch alte Rechnungen und Flyer wurden an den neuen Besitzer übergeben.
Ein Stück Geschichte: Auch alte Rechnungen und Flyer wurden an den neuen Besitzer übergeben.
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