Flexibilisierung: Praxis und Gesetzeslage endlich synchron

Österreich bekommt zeitgemäße Arbeitszeitregeln. Damit lassen sich Leistungen rechtlich gesichert so erbringen, wie es die Kunden längst einfordern. Das sieht auch der Großteil der Arbeitnehmer so.

Die Bundesregierung hat am 5. Juli die Flexibilisierung der Arbeitszeiten beschlossen. Damit können kurzzeitige Engpässe und Auftragsspitzen endlich auf Basis einer zeitgemäßen Rechtsgrundlage abgearbeitet werden und kommen aus dem bisher unbefriedigenden Graubereich heraus. “Ich bin entgegen der Panikmache von AK und Gewerkschaften überzeugt, dass die Arbeit in Summe nicht mehr wird – aber sie wird besser verteilt”, erklärt Jürgen Bodenseer, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer. Das hat zur Folge, dass die Betriebe wettbewerbsfähiger und die Arbeitsplätze sicherer werden – und für die Mitarbeiter attraktive Freizeitblöcke in Zeiten mit ruhigerer Auftragslage entstehen. Es gibt zahlreiche Beispiele in Europa – etwa Finnland, Schweden oder Dänemark, wo es schon längst höhere Maximalgrenzen gibt, ohne dass die durchschnittliche Arbeitszeit gestiegen oder es gar zu einem Sozialabbau gekommen wäre.

Freiwilligkeit verankert

Mit dieser Änderung werden endlich Praxis und Gesetzeslage synchronisiert. “Die Betriebe können nicht mit Vorschriften operieren, die sich längst überholt und im modernen Wirtschaftsleben keinen Platz mehr haben”, so Bodenseer. Wesentlich ist für ihn auch, dass die Freiwilligkeit dezidiert im Gesetz verankert wurde – das entspricht dem Miteinander in den heimischen Betrieben.

Ab September in Kraft

Der Präsident befürwortet auch klar das Inkrafttreten ab September: Damit tritt die neue Rechtslage mit dem Start in die Herbst- und Wintersaison in Kraft, das ist gerade für Tirol mit seinen vielen Tourismusbetrieben wichtig. An die Arbeitnehmervertreter appelliert Bodenseer, die Kirche im Dorf zu lassen und endlich mit der Panikmache vor generellen 12-Stunden-Tagen und 60-Stunden-Wochen aufzuhören. In einer Market-Umfrage (2018) geben 73 Prozent der heimischen Arbeitnehmer an, dass sie flexibel sind und bereit, phasenweise länger zu arbeiten. Und 78 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich sind davon überzeugt, dass flexible Arbeitszeiten ihre Jobs sichern. “Die Regierung sieht das offenbar gleich wie der Großteil der Mitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass sich die neue Regelung völlig reibungslos und in fairem Miteinander im Betriebsalltag etablieren wird”, erklärt Bodenseer.

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