Arbeitszeit: 8-Stunden-Tag bleibt die Regel

Am Donnerstag soll ein zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz im Nationalrat beschlossen werden. Derzeit werden leider Ängste geschürt und Fake News verbreitet, um die geplante Änderung zu verhindern. „Das Credo von ÖGB und AK, bloß ja nichts zu ändern, ist geradezu Beihilfe zum Rückschritt”, erkärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Es geht vor allem um zwei Punkte, die völlig verdreht werden. „Erstens wird der wesentliche Zusatz „bis zu” einfach unterschlagen. Es wird aber kein genereller 12-Stunden-Tag beschlossen, sondern phasenweises längeres Arbeiten – das ist ein riesiger Unterschied”, betont Bodenseer. Während das eine unverantwortliche Ausbeutung darstellen würde, dient das andere dem fallweisen Abarbeiten von Auftragsspitzen, für das auch Verständnis bei den Arbeitnehmern besteht. 78 Prozent der Mitarbeiter sind überzeugt, dass flexible Arbeitszeiten Arbeitsspitzen abdecken und Jobs sichern können (market-Umfrage 2018).

Der zweite Punkt betrifft die Ursache für die notwendige Flexibilität: Es sind weder die Chefs noch die Mitarbeiter, die aus Jux und Tollerei längere Arbeitstage verursachen. Es sind die Kunden und zufällig zusammentreffende Auftragsspitzen, die Flexibilität notwendig machen. „Geschäftsführung und Mitarbeiter werden sich auch nach der Änderung die Arbeitszeiten absprechen und einteilen – ohne gegenseitiges Vertrauen und Respekt geht es weder jetzt noch in Zukunft”, ist für Bodenseer klar.

Angesichts der vielen Horrormeldungen scheint es notwendig, die wichtigsten Fakten nochmals zu wiederholen: Es gibt keinen Zwang. Arbeitnehmer können durch die nunmehrige „Freiwilligkeitsgarantie” längere Arbeitstage ablehnen und können deswegen auch nicht gekündigt werden. Auch die Zuschläge bleiben erhalten. Und vor allem: Die Regel bleibt nach wie vor der 8-Stunden-Tag. Aber keine Regel ohne Ausnahme – wenn es notwendig ist, dann können Auftragsspitzen fallweise auch einmal mit längeren Arbeitstagen abgearbeitet werden, was in der Praxis Sinn macht.

 

Flexible Arbeitszeiten: Der Blick in die Praxis

 

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!