“Flexibilität ist für Industrie essenzielle Standortfrage”

Gravierender Nachteil bei Höchstarbeitszeiten kann durch die Neuregelung minimiert werden – sachlicher Dialog statt hitziger Debatten ist gefragt.

„Die Industrie ist bekanntlich einer der großen Jobmotoren in der heimischen Wirtschaft. Gerade deshalb braucht sie zumindest annähernd gleiche Rahmenbedingungen, wie sie in anderen Staaten in Europa vorzufinden sind“, konstatiert der Obmann der Tiroler Industrie, Hermann Lindner. Er unterstreicht die Tatsache, dass Österreich bei der Höchstarbeitszeit pro Tag in Stunden gerechnet in Europa weit hinten liegt. „Das ist ein gravierender Standortnachteil, den man mit dem vorgelegten Entwurf minimieren kann“, so Lindner.

Dass mehr Flexibilität lediglich die Gewinne der Unternehmen maximieren würde – wie es von Arbeitnehmervertretern immer wieder unterstellt wird – weist Lindner als haltlos zurück: „Es müssen ja nach wir vor Überstundenzuschläge bezahlt werden. Es geht nicht darum, Kosten einzusparen, sondern darum – wie unsere Konkurrenz im Ausland – Spitzen in der Produktion abdecken zu können“, stellt Lindner klar.

Was die hitzigen Diskussionen um die Arbeitszeitflexibilisierung anbelangt, ruft der Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Tiroler Wirtschaftskammer, Oswald Wolkenstein, zum Dialog auf. „Im öffentlichen Dienst oder in Spitälern ist die nun vorgelegte Regelung schon längst gut funktionierende Realität. Eine Market-Umfrage belegt eindeutig, dass 73 Prozent der heimischen Arbeitnehmer bereit wären, flexibler zu arbeiten, wenn es dafür andererseits mehr Freizeit gibt. Es wäre gut, wenn die Arbeitnehmervertreter auch dieses Faktum in ihre Überlegungen miteinbeziehen. Immer mehr Mitarbeiter schätzen es, unter der Woche mehr zu arbeiten und dafür einmal einen zusätzlichen Tag Urlaub zu bekommen – sprich einfach flexibler zu arbeiten.“

Die Tiroler Industrie will den Sommer jedenfalls nützen, um die Arbeitnehmervertreter von den Vorteilen einer flexiblen Arbeitszeit zu überzeugen. „Das Thema ist sensibel, deshalb ist es ungemein wichtig, dass man es ohne Polemik diskutiert“, fordert Obmann Hermann Lindner abschließend mehr Sachlichkeit in dieser Frage ein.

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