Stocker Technik nutzt die Kraft des Wassers

Unter dem Motto „wir lieben berge. täler. technik“ bietet das Lechtaler Unternehmen Stocker Technik GmbH technische Produkte speziell für die Anforderungen im alpinen Raum. Das Kerngebiet sind Kleinwasserkraftanlagen.

“In dieser herrlichen Umgebung ist es kein Wunder, dass es vor lauter Ideen nur so sprudelt”, stellt Peter Stocker zufrieden fest und blickt dabei stolz auf den aktuellen Betriebsstandort seines Unternehmens Stocker Technik GmbH im Lechtal. Erst kürzlich fand die Übersiedlung und zeitgleiche Expansion von der bescheidenen Werkstätte in Häselgehr hierher an den kdg-Campus in Elbigenalp statt. Auf 1.300m2 samt Lager- und Produktionsflächen, Büros sowie Freigelände legt der noch recht junge Betrieb jetzt richtig los.

Der einstige Werkzeugmacher arbeitete jahrelang auf Montage im Ausland, als er eines Tages beschloss, sich weiterzubilden. Kurz darauf absolvierte er im zweiten Bildungsweg zuerst seine Matura, anschließend ein Fachhochschulstudium für Maschinenbau & Mechatronik und wagte 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit.

Seine Leidenschaft für innovative technische Lösungen im Bereich Wasserkraft hatte er schon recht früh bemerkt, doch erst eine zufällige Begegnung bewegte ihn zu der endgültigen Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen: „Ein Bauer ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich ihm helfe könne, ein Kleinwasserkraftwerk zu bauen. Ich willigte ein und diese Erfahrung weckte die Freude an dieser Arbeit zusätzlich in mir. Mittlerweile folgten jener ersten kleinen Anlage mit nur drei Kilowatt über 70 weitere realisierte Projekte. Wir bedienen Privatkunden genauso wie Gemeinden und Kommunen. Der Bedarf ist groß und der Markt verlangt weiterhin nach mehr.“

“wir lieben berge.täler.technik”

Die  Firmenphilosophie von Stocker und seinem elfköpfigen Team lautet treffend: „wir lieben berge. täler. technik“.  Abnehmer für Kleinwasserkraftwerke knüpfen über internationale Messen Kontakte und sind im gesamten alpinen Bereich zu finden. Solange im betreffenden Gebiet Wasser vorhanden ist, scheint keine Lage unmöglich zu sein. Jagd-  und Alpenvereinshütten, Wochenend- und Bauernhäuser sowohl in Tirol als auch den umliegenden Bundesländern wurden in den vergangenen Jahren mit Konstruktionen der Stocker Technik GmbH ausgestattet.

Kraftwerk von Stocker Technik

Kleinwasserkraftanlagen finden überall Platz. Über 70 realisierte Anlagen in den vergangen acht Jahren stehen für den Erfolg von Stocker. Foto: Stocker Technik GmbH

Doch nicht nur Europäer verlangen nach solidem Handwerk aus Elbigenalp, sondern auch in Japan sind Kleinwasserkraftwerke im Kommen und so konnte Stocker dort erst kürzlich seine erste Baustelle erfolgreich abschließen. 50 Kilometer von der  Hauptstadt Tokio entfernt, setzte ein japanischer Bauunternehmer auf das Lechtaler Know-how. Mittels Onlineverbindung wird die Stromproduktion der Anlage von Tirol aus rund um die Uhr überwacht.

Bis ein Bauvorhaben von der ersten Intuition bis zur Inbetriebnahme über die Bühne geht, dauert es bis zu zwölf  Monate. Bevor die Herstellung der Turbinen und Maschinen beginnt, erfolgt eine Detailplanung, dazu wird alles exakt  vermessen, berechnet und dimensioniert. Vor Ort arbeiten unterschiedliche Gewerke – von Elektrofirmen bis zu  Bauunternehmen – Hand in Hand und werden dabei von Peter Stocker koordiniert, der größtenteils persönlich mit von der Partie ist.

Individuelle Lösungen von Stocker

„Bei uns werden keine Standardprodukte hergestellt, sondern  jede einzelne Anlage ist individuell angefertigt und an die speziellen Bedingungen, die sich von Mal zu Mal ändern,  angepasst. Damit haben wir eine Marktnische gefunden, um uns von den Mitbewerbern abzuheben“, betont Stocker und führt weiter aus: „Zusätzlich habe ich eine einzigartige Wasserfassung entwickelt, das sogenannte ,QWehr’.

Dabei wird das aus dem Bach entnommene Wasser für Kraftwerke, aber auch Beschneiungsanlagen oder Wärmepumpen von Schmutz wie Laub, Steine und Sand gesäubert.“ Dieses selbstreinigende System ist wartungsarm und tierfreundlich.  Fische können über den Rechen ohne Probleme absteigen, da der Stababstand bei nur einem Millimeter liegt.

Im Laufe der Zeit haben sich neben dem ursprünglichen Geschäftszweig der Kleinwasserkraftwerke auch noch andere Standbeine herauskristallisiert. Heute runden unter anderem Wasserfassungen, Photovoltaik- und UV-Anlagen sowie Materialseilbahnen das Angebot ab. „Diese Segmente passen gut zusammen, weil Hütten am Berg haben meistens ein Kleinwasserkraftwerk, eine Seilbahn und eine Wasserversorgungsanlage. Überdies bieten wir Wartungen von Eigen- und Fremdfabrikaten an. Mit diesem  Gesamtpaket sind Inselbetriebe rundum betreut und auch wir sichern uns ab, falls ein Feld künftig schwächer nachgefragt wird“, erklärt der Firmengründer.

Besonderen Wert legt Stocker zudem vor allem auf Regionalität und steht deshalb zu seinen topausgebildeten Mitarbeitern und hält konsequent am Standort fest. „Wir produzieren so viel  wie möglich im Haus, künftig wollen wir auch eine Schlosserei realisieren und nur einen kleinen Teil kaufen wir, so  gut es geht von heimischen Betrieben, zu. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, woanders so ein Unternehmen aufzubauen, doch meine Mitarbeiter waren mir von Beginn an wichtig. Sie kommen aus den umliegenden Gemeinden und sollen auch weiterhin hier ihrer Beschäftigung nachgehen können“, so Stocker.

Gesamtpaket im hochalpinen Raum. Immer öfter leisten auf Berghütten nicht nur Kleinwasserkraftwerke ihre Dienste, sondern auch Materialseilbahnen. Diese befördern bis zu zwei Personen oder 320 kg Nutzlast.

Gesamtpaket im hochalpinen Raum. Immer öfter leisten auf Berghütten nicht nur Kleinwasserkraftwerke
ihre Dienste, sondern auch Materialseilbahnen. Diese befördern bis zu zwei Personen oder 320 kg Nutzlast. Bild: Stocker Technik GmbH.

»Weitere Informationen: Stocker Technik GmbH

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