Frauenpower – Mädels in der Technik

Eine Labor-, eine Elektro- und eine Maschinenbautechnikerin zeigen, dass diese Bereiche längst nicht mehr Männersache sind. Patent und kompetent agieren Mädchen in diesen Branchen.

Mit prüfendem Blick dreht Magdalena Dablander das Werkstück in ihren Händen und begutachtet es kritisch. Die  Löcher, die die 20-jährige Silzerin eben in das Metall gebohrt hat, scheinen der Begutachtung standzuhalten. Ihr Blick hellt sich auf. „Was ich so an meiner Arbeit mag“, sagt die Maschinenbautechnikerin im ersten Lehrjahr bei  Thöni, „du kannst das Ergebnis deiner Arbeit in den Händen halten.“

Ihre Begeisterung für die Technik hat sich erst  mit der Zeit entwickelt. Gastro, Büro oder Lehre standen nach Abschluss der Matura zur Wahl. Und nach dem  Schnuppern bei Thöni war die Entscheidung klar. „Es war schon eine Umstellung, von einer reinen Mädchenschule in einen männerdominierten Betrieb zu wechseln, aber das Geschlecht spielt hier absolut keine Rolle.“ Im Gegenteil:  „Es ist eine tolle Möglichkeit zu zeigen, dass wir Mädels es genauso draufhaben“, betont Dablander und widmet sich  wieder der Drehmaschine vor sich.

Vom Praktikum zur Lacktechnikerin

Über Umwege zu ihrem Traum-Lehrberuf kam auch Verena Ranner. Die  Lacktechnikerin im dritten Jahr bei Adler Lacke wollte die Chemie- HTL abbrechen und sich neu orientieren.  „Zufällig war damals ein Mitarbeiter von Adler in der Schule und hat von seiner Arbeit erzählt. Da hab ich mich  gleich für ein Praktikum beworben“, berichtet die 18-jährige Zillertalerin, während sie mit routinierten Handgriffen  einen Farbton abmischt. „Mich faszinieren die Prozesse, die es braucht, bis ein neuer Lack entsteht.

Ich arbeite gerne  mit den verschiedenen Stoffen und mag es sehr, dass ich meine Ideen einbringen und selbstständig arbeiten  kann.“ Und das Verhältnis zu den Kollegen? „Das passt super. Auch wenn sie manchmal scherzen, dass ich wegen  meiner Körpergröße nicht an alle Regale im Lager komme. Aber die Körpergröße ist ja bekanntlich nicht geschlechtsspezifisch“, lacht Ranner.

In der Herausforderung liegt der Reiz

Indes bei PrimAs in Oberhofen. Katharina Mariacher und ihre Kollegen sind  gerade dabei, die Maschinen zu warten – schließlich produziert das Unternehmer seine Tiefkühlpizzen rund um die Uhr. „Das ist nicht immer ganz einfach für uns Elektrotechniker, aber in der Herausforderung liegt der Reiz“, sagt  die 24-Jährige und wischt sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn.

„Wir sind aber nicht nur für die Wartung und Instandhaltung der Maschinen, sondern auch für die gesamte Betriebselektrik und Gebeäudetechnik  verantwortlich“, erklärt Mariacher. Die junge Frau hat sich immer schon für Technik interessiert. „Schon als Kind  war ich mit meinem Vater immer auf der Feuerwache oder habe mit ihm am Fasnachtswagen gebastelt“, erinnert sie  sich.

Nach dem Besuch der Hauswirtschaftsschule hat sie sich in der Gastronomie versucht, aber schnell gemerkt,  dass das nicht ihre Welt ist. Nach einigen Bewerbungen und Absagen hat Mariacher bei PrimAs in der Verpackung  angefangen. „Ich habe dann erfahren, dass hier Elektrobetriebstechniker und Maschinenbautechniker ausgebildet  werden, so kam eins zum anderen.“ Probleme mit den männlichen Kollegen gibt es nicht. „Wir sind sehr multikulturell aufgestellt. Abgesehen davon wüsste ich mich schon zu wehren“, sagt Mariacher mit einem  Augenzwinkern.

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