Metallbau Trost: vom Zwei-Mann-Betrieb zum Global Player

Die Trost GmbH baut auf eine lange handwerkliche Tradition und feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen. Seit der Gründung 1998 beschäftigt sich die Firma mit der Verarbeitung von Eisen und Stahl. Doch vieles hat sich geändert.

Bei einer Tasse Kaffee bespricht Markus Trost mit einem Mitarbeiter, wie eine gerade benötigte flexible Arbeitsplattform aussehen könnte und wirft mit schnellen Strichen eine Skizze auf ein Blatt Papier. „So müsste es funktionieren, bau einen Prototyp”. Der Schlossermeister, der vor genau 20 Jahren zusammen mit seinem Schwager Günther Niederegger eine Montageschlosserei – damals noch ohne eigene Werkstätte – gegründet hat, erklärt: „Wir leben von unseren Ideen. Da ist es gut, die normale Arbeitssituation zu verlassen; in einer lockeren Atmosphäre ist man am kreativsten”. Und Kreativität, Teamwork, Improvisationstalent, Präzision und handwerkliches Können auf höchstem Niveau ist dort gefragt, wo das Unternehmen Trost GmbH heute weltweit agiert: im Bau von Industrieanlagen, schlüsselfertigen Stahlkonstruktionshallen, Tragwerken, Sondermaschinen und Tunneltechnik-Systemen.

Begonnen hat alles mit Montagearbeiten für den Feuerfestprodukte-Konzern RHI mit seinen zahlreichen in- und ausländischen Standorten. „Ein halbes Jahr nach unserem Start ist unser Team schon auf sechs Mitarbeiter angewachsen. Für den Vorrichtungsbau benötigten wir nun eine Werkstätte, die wir schließlich im gerade gegründeten Handwerks- und Gewerbepark in Matrei in Osttirol erwarben. Trotz des Zukaufs von zwei angrenzenden Hallen wurde es uns dort bald wieder zu eng. Wir haben daher im Matreier Industriegebiet Seblas einen Neubau errichtet, den wir 2006 mit unseren damals 26 Mitarbeitern bezogen. Inzwischen sind wir auf 50 Beschäftigte gewachsen und brauchen wieder mehr Platz”, berichtet der Firmenchef.

Laufende Expansion bei Trost

In Kürze werden auf dem aktuell 6000 m2 großen Firmengelände wieder die Bagger auffahren. Es entstehen eine zwölf Meter hohe Montagehalle, weitere Büroräume und eine eigene Halle für Oberflächenbehandlungen. „Wir mussten bisher unsere Edelstahl-Werkstätte komplett leerräumen, um dort Anlagen für die Funktionsprüfung und die ersten technischen Abnahmen durch den TÜV aufbauen zu können. In der neuen Montagehalle können wir auch sehr hohe Baugruppen ohne Störung des übrigen Betriebes zusammenbauen, nach der Überprüfung demontieren und an den jeweiligen Bestimmungsort bringen”, erläutert Markus Trost. So etwa jene 4-D-Kinos, die für das Osttiroler Unternehmen Valtiner & Partner Attractions gebaut und in Dubai und in China montiert werden.

Zum seinerzeit ersten Großauftrag musste man nicht weit anreisen: Im Felbertauerntunnel hat das Unternehmen die Sicherheits- und Brandschutztechnik aufgerüstet. Mit dem Know-how in der Tunneltechnik ging es dann weiter zum Öresund-Tunnel, der Dänemark mit Schweden verbindet, und wieder zurück in Alpen, wo 24 Trost-Mitarbeiter zwei Jahre lang im Gotthard-Basistunnel das bislang größte Tunneltechnik-Projekt realisierten. Für das österreichische Unternehmen Aquasys wurden schließlich auch der Arlberg-Straßentunnel und der Citytunnel Bregenz mit modernsten Sprühnebelanlagen ausgestattet. Der eingangs erwähnte RHI-Konzern ist auch heute noch wichtiger Auftraggeber und hat den Kontakt zu vielen weiteren Kunden speziell in der Zement- und Baustoffindustrie erschlossen. Im Nahbereich des Standorts sind etwa die Firmen TAL Transalpine Ölleitung, Liebherr Hausgeräte Lienz und die HELLA GmbH treue Kunden des Osttiroler Vorzeigeunternehmens.

„Wir müssen ein sehr breites Aufgabenspektrum abdecken. Dass unser auf mittlerweile fünf Techniker angewachsenes Konstruktionsteam direkt im Haus mit der Fertigung und dann auch mit den Montagetrupps zusammenarbeitet, ist ebenso hilfreich wie unsere Autarkie, was die mechanische Fertigung betrifft. Wir decken mit unserem CNC-Maschinenpark praktisch alles ab, was an Teilen etwa für den Sondermaschinenbau, aber auch für Serienfertigungen benötigt wird. Dennoch: Kooperationen und die Pflege des Kunden- und Partnernetzwerks werden immer wichtiger. Deshalb haben wir mit sechs weiteren Osttiroler Unternehmen über Vermittlung der INNOS GmbH den Verein ,Industrial Mechatronics’ gegründet, der uns helfen wird, den Innovationsvorsprung zu Bewältigung der immer noch komplexeren Aufgaben zu halten”, berichtet Markus Trost. „Das Um und Auf sind schließlich bestens ausgebildete Mitarbeiter. Wir nehmen jedes Jahr zwei Lehrlinge auf und haben bislang noch kein Problem, die Lehrstellen zu besetzen”.

Schwimminsel der Trost GmbH

Es muss nicht immer hochtechnisch sein. Diese Schwimminsel der Trost GmbH erfüllt gleichermaßen konstruktive wie ästhetische Ansprüche.

»Weitere Informationen: Metallbau Trost

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