HTL Anichstraße holt den Sieg beim TINIP 2018

Bereits zum neunten Mal wurde gestern Abend der Tiroler-Nachwuchs-Ingenieur-Preis TINIP verliehen. Prämiert wurden Projektarbeiten aus den Maturajahrgängen 2017/18 der Tiroler HTL und artverwandter technischer Schulen in sechs verschiedenen Kategorien.

„Der TINIP holt kreative und ambitionierte Schüler auf die Bühne, die Großartiges geleistet haben. Wettbewerbe sind eine gute Gelegenheit, Schüler zu Höchstleistungen zu motivieren und diese einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Damit wird die enorme Bedeutung der HTL als Ausbildungsschiene für höherqualifizierte technische Berufe deutlich“, eröffnete Wolfgang Pachatz vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung erfreut die TINIP-Preisverleihung. Der Tiroler-Nachwuchs-Ingenieur-Preis wurde von der Fachgruppe Ingenieurbüros der Tiroler Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat und den HTL initiiert, um die Verbindung von Wirtschaft und Schule zu fördern. Mit 34 Einreichungen wurde heuer ein absoluter Rekordwert erreicht. Die Projekte wurden in sechs Kategorien eingereicht.

Sieger des TINIP 2018 sind Jakob Straßl und Julian Thöni von der HTL Anichstraße. Die zwei Schüler haben in der Kategorie Elektrotechnik/ Elektronik/ Informatik/ Wirtschaftsingenieure eine App-gesteuerte Hyperlapse-Seilkamera ausgearbeitet und präsentiert. Bei dem entwickelten System wird die Kamera auf horizontal gespannten Seilen über mehrere Meter hinweg geführt. Die Kamera ist an einem Schlitten mit zweiachsigem Schwenkkopf befestigt, und kann somit beliebig bewegt werden. Der Schlitten, die Kamera und der Schwenkkopf werden von der entwickelten Steuerung über eine Android-App gesteuert. Der Juryvorsitzende, Landesschulinspektor Anton Lendl, gratulierte begeistert: „Ein Projekt, das sich abhebt. Der gesamte Prozess wurde mit Elan, Innovation und Herzblut durchdacht und ausgeführt. Die Begeisterung, die Experimentierfreudigkeit sowie der Forschergeist waren deutlich spürbar.“

Insgesamt wird von der Jury je Kategorie ein Projekt nominiert. Diese Nominierten erhalten neben der Nominierungsurkunde jeweils einen Preisgeldscheck in Höhe von 1.000 Euro. Der TINIP-Sieger erhält neben der Siegerurkunde zusätzlich noch einmal 1.000 Euro Preisgeld. „Ingenieure braucht das Land! Kaum ein Unternehmen beklagt nicht den Mangel an gut ausgebildeten Technikern. Die HTL in Tirol sind ein Teil des Rückgrats der erfolgreichen Tiroler Wirtschaft, insbesondere des technischen Gewerbes. Ich gratuliere allen Preisträgern sehr herzlich“, freut sich Peter Seitz, Obmann der Fachgruppe Ingenieurbüros der Tiroler Wirtschaftskammer. Dietmar Hernegger, Obmann der Sparte Information und Consulting fügt hinzu: „Die 34 eingereichten Projekte waren wirklich beeindruckend und das Interesse noch nie so groß. Ich freue mich über den großen Erfolg des Wettbewerbes sowie über die Leistung, welche die HTL-Schüler hier erbracht haben. Ich wünsche allen Teilnehmern einen guten Start ins Berufsleben – den ersten Schritt haben sie hiermit schon gesetzt.“

Die Nominierten in den weiteren Kategorien sind:

Kategorie Maschinenbau/ Gebäudetechnik/Mechatronik
David Dötlinger und Martin Kriechhammer (HTBLVA Anichstraße) haben mit der „Konzeptentwicklung Kühlerprüfstand“ ein wirtschaftstaugliches und ganzheitlich durchdachtes Projekt auf die Füße gestellt. Bei Neuentwicklungen von Baumaschinen durch neue Abgasnormen benötigt die Abgasnachbehandlung mehr Platz im Motorraum. Dadurch sind dem Kühler immer mehr Einbauten vorangestellt, die die Kühlwirkung beeinträchtigen. Die messtechnische Methode des HTL-Temas soll helfen, den geeignetsten Kühler für die jeweilige Maschine auszuwählen.

Kategorie Chemieingenieure
Lukas Blaßnig, Anna-Sophie Diegmann und Daniel Veselinovic (HTL Kramsach) haben mit ihrem Projekt „Pflanzliche Faserstoffe und deren Einsatz in Lebensmittelemulsionen“ Alternativen zu dem im Hühnerei oder Soja enthaltenen Lecithin erschlossen. Mit einem geeigneten Emulgator bzw. einer Faserstoff-Kombination werden Rezepte für vegane Produkte entwickelt, die ähnliche Eigenschaften aufweisen sollen wie die Originalprodukte. Im Zuge der Arbeit konnten Prototypen für alternative, vegane Lebensmittel, wie z.B. für eine vegane Mousse au Chocolat hergestellt werden.

Kategorie Hochbau/Bautechnik/Innenarchitektur
Mladen Jerotić, Stefanie Schöpf, Franco Trentinaglia und Daniel Wieser (HTL Kramsach) haben mit ihrem Projekt „KAP 6212 – Cafe am Achensee“ für die Gemeinde Eben am Achensee ein Kaffeehaus an der Uferzone entworfen. Die vier Schüler konzipierten das freistehende Gebäude in zeitgemäßer Architektur mit beweglichen Elementen. Eine ganzjährige Nutzung durch die Ausstattung mit einer thermischen Hülle, ein flexibel nutzbares Raumkonzept und Glas als wesentlichen Baustoff unterstreichen die Detaillösungen.

Kategorie Elektrotechnik/ Elektronik/ Informatik/Wirtschaftsingenieure
Jakob Straßl und Julian Thöni (HTL Anichstraße) haben mit ihrer „App-gesteuerten Hyperlapse-Seilkamera“ einen detailtiefen Prototypen ausgearbeitet und funktional umgesetzt. Der Unterschied zu klassischen Seilkameras, welche z. B. aus dem TV bei Sportveranstaltungen bekannt sind, ist jener, dass diese mit hohen Geschwindigkeiten zur Erstellung von Echtzeit-Videoaufnahmen betrieben werden. Das entwickelte System fährt hingegen schrittweise kleinere Strecken, um Aufnahmen über mehrere Stunden hinweg zu ermöglichen. Dadurch sind auch Langzeitbelichtungen einzelner Fotos problemlos möglich.

Kategorie Tiefbau
Maurice Walch, Manuel Rief und Mathias Schöpf (HTBLA Imst) haben mit ihrem Projekt „Entwicklung einer Software zur Bemessung von Stahlbetonbauteilen“ interdisziplinäres Arbeiten mit Kollegen an verschiedenen Lebensmittelpunkten vorgelebt. Die vier Schüler haben ein Brückentragewerk in Burgenland entworfen und berechnet. Für die statische Berechnung haben die Schüler gemeinsam mit einem Kollegen der HTL Anichstraße eine eigene mobile Bemessungssoftware für das Mobiltelefon entwickelt. Mit dieser App konnte eine Bemessung des Brückentragewerks durchgeführt werden und ist auch für zukünftige Standard-Bemessungen des Stahlbetonbauers im Google-Play-Store erhältlich sein.

Kategorie Design
Johanna Hochschwarzer und Katharina Schermer (HTBLA Imst) haben mit ihrem Projekt „Small Space. Big Emotions. Wohnen in einer möglichst autarken Kleinstruktur“ einen Spagat zwischen Design, Architektur und einem nachhaltigen Lebensstil gespannt. Die zwei Schülerinnen haben ein Wohnobjekt entworfen, welches den Schwerpunkt auf maximalen Komfort und minimalen Flächenbedarf legt. Dazu soll die Wohneinheit mobil und überall aufzustellen sein. Das technisch durchdachte Objekt bietet von der Energieversorgung, dem Beleuchtungskonzept, der nachhaltigen Materialwahl bis hin zum designten Innenraum eine optimale Flächennutzung.

Galerie:
Die TINIP Sieger 2018 Jakob Straßl (l.) und Julian Thöni von der HTL Anichstraße. Foto: WKT
Die TINIP Sieger 2018 Jakob Straßl (3.v.l.) und Julian Thöni (3.v.r.) freuten sich gemeinsam mit Wolfgang Pachatz vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (2.v.r.), Landesschulinspektor Anton Lendl (2.v.l..) sowie FG-Obmann Peter Seitz (r.) und Fachgruppgen-GF Kurt Lorbek (l.).
Die TINIP Gala 2018.
Landesschulrat Anton Lendl (l.), Fachgruppen-Obmann Peter Seitz (Mitte) und Moderator Dieter Monz sprechen über die Verbindung von Schule und Wirtschaft.
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