Immobilienpreisspiegel 2018: “Ende der Preisentwicklung noch in weiter Ferne”

Der Immobilienpreisspiegel 2018 zeigt: Durchgängige Preissteigerungen waren in ganz Tirol und in faktisch allen Immobilienklassen zu beobachten.

Der so genannte Immobilienpreisspiegel ist eine wichtige Unterlage für Treuhänder, alle beratenden Berufe und Konsumenten. „Er reflektiert die im vergangenen Jahr erzielten Durchschnittspreise für verschiedene Liegenschaftsarten in allen politischen Bezirken Österreichs“, erklärt Philipp Reisinger, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Tiroler Wirtschaftskammer.

„Ein Ende der Fahnenstange der Preise ist in Sicht, aber noch in weiter Ferne. Österreichweit sind die Preise dort am stärksten gestiegen, wo der Wohnraum entweder sehr knapp oder auch sehr günstig ist.“ Durchschnittlich sind alle Preise in allen Kategorien angezogen.

Trends und Tendenzen am Tiroler Immobilienmarkt

Regional betrachtet waren im gesamten Bundesland Tirol und in faktisch allen Immobilienklassen Preissteigerungen zu beobachten. „Die Grundstückspreise für Einfamilienhäuser sind mit Ausnahme vom Bezirk Lienz gestiegen, in einzelnen Bezirken sogar markant“, so Philipp Reisinger, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder. Generell ist festzustellen, dass weniger Grundstücke verkauft wurden. Besonders auffällig ist dabei der Bezirk Innsbruck–Stadt, wo um 23 Prozent weniger Grundstücke ihre Besitzer wechselten und überwiegend von Bauträgern erworben wurden. „Viele Grundstücke sind bereits gewidmet, die Eigentümer haben aber vielfach keine Verkaufsabsichten“, so Reisinger.

Die Preise für Grundstücke zur Betriebsansiedlung sind in allen Bezirken gestiegen, nur bei sehr gutem Nutzwert sind die Preise im Bezirk Lienz und Reutte gefallen. Die Preissteigerungen waren in den Bezirken und in den einzelnen Nutzwerten allerdings sehr unterschiedlich.

Die Preise für Eigentumswohnungen-Erstbezug sind nach den vorliegenden Erkenntnissen nur marginal gestiegen, erklärt FG-Obmann Philipp Reisinger, „das führt zu einer gegenwärtigen, wohl vorübergehenden, Verminderung des Preisdruckes“. Im Gegenzug sind Bestandswohnungen auffällig gestiegen. Sie haben zum Teil mehr als 10 Prozent Steigerung zu verzeichnen. In Innsbruck–Land waren die Preissteigerungen mit wenigen Ausnahmen in allen Lagen und bei allen Wohnwerten gegeben, ein ähnliches Bild zeigt sich in den anderen Tiroler Bezirken.

Eigentumswohnung, Einfamilienhäuser & Co.

„Im Besonderen ist festzustellen, dass in der Stadt Innsbruck kaum geförderte Eigentumswohnungen angeboten werden und ein hoher Anteil der Neubauwohnungen als Anlagewohnungen gekauft werden. Weiters waren in der Stadt Innsbruck ca. die Hälfte aller verkauften Wohnungen Neubauwohnungen von gewerblichen Bauträgern“, erklärt Arno Wimmer, Bundesberufsgruppensprecher der Immobilienmakler Österreich. Damit schließt sich auch der Kreis mit den Grundstücken in Innsbruck, die zum größten Teil von Bauträgern gekauft wurden. „Bei den gebrauchten Eigentumswohnungen sind die Preise in fast allen Bezirken und in allen Wohnlagen und bei allen Wohnwerten in die Höhe gegangen. „Die Preissteigerungen waren sowohl in den einzelnen Bezirken als auch bei den jeweiligen Wohnwerten sehr unterschiedlich“, so Reisinger.

Bei den Einfamilienhäusern gab es – mit wenigen Ausnahmen – in allen Wohnlagen und bei allen Wohnwerten Preissteigerungen zu verzeichnen, die in den einzelnen Bezirken sehr unterschiedlich waren. Wimmer: „Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Reihenhäusern festzustellen.“ Die Mietpreise für Wohnungen, bei denen die Mietzinsobergrenzen nicht gelten, haben sich unterschiedlich entwickelt. Sie sind in verschiedenen Bezirken leicht in die Höhe gegangen, in den Bezirken Imst, Kufstein und Reutte sind sie teilweise überproportional gestiegen.

Auch bei den Büromieten sind die Preistendenzen sehr unterschiedlich. Die Entwicklung in den einzelnen Bezirken reichen von markanten Preisminderungen, wie zum Beispiel im Bezirk Kitzbühel, bis zu erheblichen Preissteigerungen, wie im Bezirk Imst. Gleiches gilt bei Mieten für Geschäftslokale. In allen Bezirken sind Preisreduktionen als auch Preissteigerungen zu verzeichnen. In Imst sind die Mieten für Geschäftslokale enorm in die Höhe geschnellt, während sie in Reutte und Schwaz zurückgegangen sind.

Regionen leistbar und lebenswert machen

Nach wie vor ist der Zuzug in Innsbruck und Umgebung ungebrochen. Die Politik ist daher mehr denn je gefordert, Maßnahmen zu treffen, die Regionen für die Menschen leistbar und lebenswert zu machen: „Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder wird weiterhin als Partner vor Ort und in allen Regionen fungieren“, erklärt Obmann Philipp Reisinger. „Vielfach werden die ständig steigenden Grund- und Wohnungspreise in Tirol kritisiert. Für ein leistbares Wohnen ist es u.a. notwendig, dass genügend Bauland mobilisiert wird bzw. Neuwidmungen im Rahmen einer Vertragsraumordnung vorgenommen werden. Knapp vorhandenes Bauland muss entsprechend genutzt, angemessene Baudichten erlaubt und entsprechende Bebauungspläne erlassen werden. Zudem entwickelt sich der Baukostenindex viel höher, als die Wohnbauförderungssätze, d.h. die angemessenen Baukosten werden nicht entsprechend angepasst. Hier müsste eine Anpassung der Wohnbauförderungssätze erfolgen.“

» Der Immobilienpreisspiegel 2018 ist zum Preis von 39 Euro (für WKO-Mitglieder: 29 Euro) zzgl. USt und Versandkosten beim Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Wiedner Hauptstraße 57/2/2/5, 1040 Wien, erhältlich. Alle Infos unter www.wkimmo.at.

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