Sozialversicherungen: Fit fürs 21. Jahrhundert

Die Sozialversicherungen werden schlanker und damit effizienter. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in Zukunft gleichberechtigt vertreten. In der Umsetzung kommt es jetzt darauf an, dass Raum für regionale Akzente bleibt.

Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, wurde über den Wildwuchs an Sozialversicherungen debattiert. 21 Träger in einem derart überschaubaren Staat wie Österreich bedeuteten ein Übermaß an Verwaltung und unnötige Doppelgleisigkeiten. Die neue Regierung handelt: Das Sozialversicherungsmodell wird schlanker und effizienter. Es wird künftig nur mehr auf fünf Trägern aufgestellt sein. “Das ist, wie die WKÖ schon vor einiger Zeit mit einer Studie belegt hat, nicht nur die kosteneffizienteste Lösung, sondern sorgt auch für mehr Transparenz und gerechte Verhältnisse”, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Vorrang für regionale Besonderheiten

Ein wesentliches Element bei dieser Reform: Das bewährte System der Selbstverwaltung wird erhalten, wie dies vehement auch die Tiroler Wirtschaftskammer gefordert hat.
Die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erhält die Gesamtbudgethoheit und übernimmt die Steuerung, bei den Länderstellen verbleiben die regionalen Versorgungsplanungen, auch gibt es die Möglichkeit, bei den Vertragsverhältnissen mit den Ärzten regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Hier ist für Präsident Jürgen Bodenseer Fingerspitzengefühl in der Umsetzung gefragt: “Es darf nicht passieren, dass die Landesstellen der ÖGK zu Bittstellern bei der Zentrale werden. Im Zweifel müssen regionale Besonderheiten den Vorrang haben – schließlich sind die Länder nahe an ihren Kunden und können schnell auf neue Anforderungen reagieren”, erklärt Bodenseer. Auch muss es im Sinne der Regionalwirtschaft weiterhin möglich sein, Beschaffungen auf Landesebene vorzunehmen, fordert Bodenseer.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichberechtigt

Das 5 Träger-Modell schafft erstmals Fairness zwischen den Zahlern des Systems: Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden künftig gleichberechtigt im neu geschaffenen Gremium der Österreichischen Gesundheitskasse vertreten sein. Das gleicht eine Schieflage der Vergangenheit aus, denn schließlich zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich viel in die Krankenversicherung ein.
Bei der AUVA gilt es, in den kommenden Monaten Kostenwahrheit herzustellen, Einsparungen umzusetzen und sie dann gestärkt in die Zukunft zu führen.

Mit dieser neuen Struktur kommt die Sozialversicherung endlich im 21. Jahrhundert an. “Nun kommt es darauf an, möglichst rasch die Leistungen zu harmonisieren, um langjährige Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Die Wirtschaftskammer steht jedenfalls hinter dem Ziel: die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Zukunft abzusichern”, so Bodenseer.

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