Die kleinen Alberts sind die Nachwuchsforscher der Zukunft

Mit Begeisterung forschen: Der Wettbewerb „Jugend forscht in der Technik“ von Wirtschaftskammer Tirol und dem Förderverein Technik bringt jedes Jahr bei den teilnehmenden Schülern den Einstein ins Rollen.

Die kleinen Alberts sind die Nachwuchsforscher der Zukunft und mit vollem Eifer bei der Sache, wenn es darum geht, ihr eigenes Können und ihr Wissen rund um die Bereiche Technik, Informatik/Mathematik, Umwelttechnik/Energie und Chemie/Physik zu entdecken und mit viel Freude einzusetzen. Mit welcher Begeisterung die jungen Forscher an ihre Experimente herangehen und voller Stolz die Ergebnisse vorstellten, konnte das interessierte Publikum bei der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs am 17. Mai, im Haus Marie Swarovski, in Wattens erleben.

14 Gruppen – drei aus der Sonderkategorie Volksschulen, sechs Schulklassen und fünf Kleingruppen – präsentierten ihre ausgeklügelten Projekte und Forschungsergebnisse der 5-köpfigen Jury sowie den interessierten Besuchern in Form eines Messebetriebes. Fasziniert von der Vielfalt der Themen und kreativen Präsentationen fiel der Jury die Entscheidung für die Siegerprojekte nicht leicht. „Es ist bewundernswert, wie die ganz Jungen schon mit der Digitalisierung umgehen. Unser tägliches Umfeld wird immer technischer und es wird immer wichtiger, die Zusammenhänge zu verstehen. Indem sich die Jungen mit technischen Themen auseinandersetzen, wie bei diesem Wettbewerb, lernen sie, die Hintergründe besser zu verstehen – nach dem Motto ‚begreifen statt berieseln‘“, sagt Mark Schuchter, EPU Sprecher in der Tiroler Wirtschaftskammer und begeistertes Mitglied der Jury.

Große Spannung herrschte bei der anschließenden Preisverteilung. Martin Felder, Vize-Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, überreichte die Prämien an die ersten Drei jeder Kategorie und war beeindruckt von den tollen Projekten: „Der Wettbewerb öffnet den begeisterungsfähigen jungen Menschen die Welt der Technik. Sie machen dabei ganz wichtige Erfahrungen, die vielleicht auch schon beruflich eine Richtung erkennen lassen!

Hier sind die Siegerprojekte:

Sonderkategorie Volksschulen

Das Thema „Lumineszenz“ hat die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Brixlegg mit angeschlossenen Sonderschulklassen bewegt. Damit gingen Sie als Sieger in der Kategorie Volksschulen hervor. Sie sind dem Phänomen nach Art der Energiequelle auf den Grund gegangen und haben Versuche in den Bereichen Biolumineszenz, Chemielumineszenz und Thermo- bzw. Elektrolumineszenz gemacht. Dabei brachten sie ein Öl-Curry-Gemisch durch Bestrahlung mit UV-Licht ebenso zum Leuchten wie einen Geldschein. Durch Tropfen eines Luminol-Wasserstoff-Gemischs leuchteten Kastanienblätterstängel, Radieschen und sogar ein blutiger Verband in einer selbst gebastelten Dunkelkammer. Bei allen ihren präsentierten lumineszierenden Dingen haben die Kinder untersucht, was wann und wie leuchtet und die Ergebnisse ausführlich erklärt.
Auf dem zweiten Platz landete die Volksschule Stanz mit ihrem Projekt „Die magnetischen 16“, wobei der magnetische Schleim der sich um eine Metallkugel formte ein besonderes Highlight war. Der dritte Platz ging an die Volksschule Reichenau und ihre Forscherstraße unter anderem mit gigantischen Riesenseifenblasen.

Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Brixlegg mit angeschlossenen Sonderschulklassen überzeugten die Jury und landeten mit ihrem Projekt "Lumineszenz" auf Platz 1. WK-Vizepräsident Martin Felder (r.) gratulierte den Siegern in der Kategorie Volksschulen herzlich. Foto: Die Fotografen

Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Brixlegg mit angeschlossenen Sonderschulklassen überzeugten die Jury und landeten mit ihrem Projekt “Lumineszenz” auf Platz 1. WK-Vizepräsident Martin Felder (r.) gratulierte den Siegern in der Kategorie Volksschulen herzlich. Foto: Die Fotografen

Kategorie Schulklassen:

Eine echte Innovation ist dem 16-köpfigen Team der PTS Schwaz gelungen. Mit ihrem Projekt „Schulzentrum Schwaz goes Elektro“ konnten sie nicht nur die Jury restlos überzeugen, sondern sorgten auch für eine Besucherattraktion. Ein halbes Jahr intensive Arbeit steckt in dem Gesamtkonzept „E-Bike4u“: Vom selbstgebauten magnetgesteuerten Motor für ein E-Bike, dessen Akku als Trinkflasche „getarnt“ abnehmbar ist und in einer smarten Box aufgeladen wird, bis zu einem Bluetooth-gesteuerten Fahrradschloss, das sich per Code öffnen lässt, haben sie auch an Sicherheits-Checks und coole Details, wie Fahrradhelme mit Licht gedacht und den verdienten Sieg geholt. Dank vier Akkus für zwei voll ausgestattete E-Bikes läuft der Verleihbetrieb an der PTS Schwaz bereits und soll auf weitere Schulen ausgebaut werden.
Der zweite Platz ging an die NMS Gabelsberger. Unter dem Namen „Ein Polymer hat’s gar nicht schwer…“ mischten die Schüler Erkältungssalbe, Sunblocker und duftende Handcreme mit Lavendel und Rosmarin – alles vegan und biologisch und wiesen auf den Schutz der Umwelt hin anstelle von Verwendung von schädlichem Mikroplastik. Auf dem dritten Platz landete die PTS Brixlegg, die mit ihrem Projekt „Kompakt verpackt“ auf Alternativen hinwiesen anstelle von übertrieben großen Verpackungen unserer Lebensmittel und Gebrauchsgegenständen.

Mit ihrem innovativen Projekt "E-Bike4u" holte das Team der PTS Schwaz den Sieg in der Kategorie Schulklassen. Foto: Die Fotografen

Mit ihrem innovativen Projekt “E-Bike4u” holte das Team der PTS Schwaz den Sieg in der Kategorie Schulklassen. Foto: Die Fotografen

 

Kategorie Kleingruppen:

Was hinter dem Begriff Internet der Dinge steckt, wollten die beiden Tüftler des BG BRG Kufstein genau wissen und holten sich mit ihrem Roboter-Projekt „Firlefranz“ den Sieg in der Kategorie Kleingruppen. Ohne vorher jemals programmiert zu haben gingen Yannic und Jan Schritt für Schritt vor und zerlegten ihre große Aufgabe in mehrere kleine. Als Basis für den Roboter diente eine Platine – die Programmierung verbindet die Bauteile miteinander, sodass der fertige Roboter mittels eines Codes auf der Website über WiFi gesteuert werden kann. Klingt kompliziert, sieht aber im Echtbetrieb wie geschmiert aus, wenn „Firlefranz“ mit seinen großen Gummirädern, auch von weiter Entfernung gesteuert, problemlos Hindernissen ausstellt und zudem Bilder seiner Umgebung sendet.
Ein brandaktuelles Thema ging die NMS Clemens Holzmeister Landeck an und untersuchte die regenerativen Energiequellen Wasser, Wind, Sonne, Geo-Thermie und Bio-Gas am Beispiel ihrer Stadt Landeck mit anschließenden Handlungsempfehlungen und landete damit auf Platz 2. Der dritte Platz ging an die Konstrukteure des BG BRG Kufstein, die in ihrem originellen Getränkeautomaten nicht nur sehr viel Herzblut investierten, sondern damit auch Durstige geschmacklich beeindruckten.

Als Sieger in der Kategorie Kleingruppen überzeugten Yannic und Jan mit ihrem Roboter-Projekt "Firlefranz" nicht nur die Jury - auch WK-Vizepräsident Martin Felder (r.) war begeistert. Foto: Die Fotografen

Als Sieger in der Kategorie Kleingruppen überzeugten Yannic und Jan mit ihrem Roboter-Projekt “Firlefranz” nicht nur die Jury – auch WK-Vizepräsident Martin Felder (r.) war begeistert. Foto: Die Fotografen

Von A wie Absam bis Z wie Zirl waren 160 Schülerinnen und Schüler im Alter von 9 bis 15 Jahren aus ganz Tirol beim diesjährigen Wettbewerb „Jugend forscht in der Technik“ dabei und präsentierten insgesamt 15 spannende Projekte. Die Forschungsfrage sowie die Erläuterung zum jeweiligen Projekt mussten ebenso wie die Schlussfolgerungen in schriftlicher Form eingereicht werden.
Für die Sieger der Kategorien Schulklassen und Volksschulen gab es eine Abenteuer-Tour, die Sieger in der Kategorie Kleingruppen freuten sich über 1.000 Euro. Für die jeweils 2. Plätze gab es 600 Euro, für die Drittplatzierten 400 Euro als Prämie. Außerdem gab es für alle Teilnehmer eine Urkunde, Kinogutscheine und einen USB-Stick mit Video und tollen Bildern von der Präsentation.
Die Jury-Entscheidung kam von: Sophia Plattner, Firma Viking; Robert Schimpf, InnCubator; Mark Schuchter, EPU Sprecher in der Tiroler Wirtschaftskammer; Andreas Weiss, MCI und Simon Zigala, Förderverein Technik.

Alle Infos zum Wettbewerb Jugend forscht in der Technik


 

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