Rebekka Ruétz: Auf einen Kaffee mit Karl Lagerfeld

Sie wurde 1984 in Zams geboren und hat ihr bisheriges junges Leben ganz dem Modedesign gewidmet: Rebekka Ruétz. 2008 schloss sie ihre Ausbildung an der Akademie Mode & Design in München ab und gründetet 2009 ihr eigenes Label.

INTERVIEW

Seit ihrem 14. Lebensjahr ist Rebekka Ruétz eine Weltenbummlerin – New Delhi, St. Petersburg und London waren für geraume Zeit ihr Zuhause, doch seit Kurzem ist sie zurück in ihrer Heimat Tirol. Rebekka Ruétz gründete 2009 ihr gleichnamiges Modelabel „rebekka ruétz“. 2013 wurde sie mit dem Best Newcomer Award presented by Steffl ausgezeichnet. Die Tiroler Designerin ist auf allen wichtigen Fashionshows vertreten und zeigt seit 2011 zweimal jährlich ihre neuesten Kreationen auf der Berliner Fashion Week. Im Kaufhaus Tyrol in Innsbruck hat sie ihren ersten großen Flagship-Store. Warum sie die Berglandschaft den Modemetropolen vorzieht, woher sie ihre Inspiration bezieht und vieles mehr, haben wir im Interview für Sie herausgefunden.

wirtschaft.tirol: Sie waren in allen Modemetropolen dieser Welt unterwegs – warum sind Sie in Innsbruck „sesshaft“ geworden?

Rebekka Ruétz: Da ich schon sehr früh von zu Hause ausgezogen bin und meiner Lust nach verschiedenen Ländern und Kulturen nachgehen durfte, hatte ich mit Mitte zwanzig zu Beginn meiner Selbstständigkeit einfach ein großes Bedürfnis, wieder in die Heimat zu ziehen.

Wie ist es als Unternehmerin in der Mode- und Fashionwelt?

Die Modewelt ist durchaus ein sehr hartes Pflaster und bereichert mit sehr begabten Designern. Als kreativer Mensch ist es eine sehr große Herausforderung, hier mithalten zu können – und als Unternehmerin ist es nochmals schwerer, da man sehr weit in Vorleistung gehen muss und somit ein großes Risiko auf sich nimmt. Aber ich liebe meinen Job, die Kreativität und etwas Tolles gestalten zu können.

Haben Sie sowas wie einen typischen Arbeitstag?

*lacht* Sowas gibt es bei uns nicht. Es gleicht keine Woche der anderen, da wir immer an verschiedenen Projekten arbeiten und jede Saison von neuen tollen Kollektionen gefordert wird, die unseren Arbeitsalltag immer neu und abwechslungsreich gestalten.

Wie lange im Voraus planen Sie Ihre Kollektionen?

Wir bringen immer zwei Kollektionen pro Label pro Jahr auf den Markt: Frühling-Sommer & Herbst-Winter. Für die Frühling-Sommer Kollektion haben wir knapp vier Monate Zeit. Für die Herbst-Winter Kollektion, die wesentlich aufwendiger ist, haben wir leider nur knapp drei Monate.

Woher holen Sie sich Ihre Ideen und Inspirationen?

Die Ideen und Inspirationen kommen von selbst und meist schon, bevor ich die aktuelle Kollektion überhaupt abgeschlossen habe. Silhouetten und Farbtrends betreffend informiere ich mich über Messen, Trendbücher und aktuelle Literatur, um hier auch auf dem neuesten Stand zu sein.

Was würden Sie sagen, welche ihrer Eigenschaften hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg geholfen?

Es war sicher eine Mischung vieler Eigenschaften, die meiner Karriere dienlich waren. Am meisten hat mir aber definitiv die Leidenschaft zur Mode an sich gebracht.

Je nach Saison beschäftigen Sie ein paar Mitarbeiter und Praktikanten? Ist es in Ihrer Branche schwer geeignete Fachkräfte zu finden? Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Da es inzwischen sehr viele und gute Modeschulen gibt, ist es relativ einfach, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu finden. Ich arbeite gerne mit Modepraktikanten zusammen, da sie engagiert sind und viel Leidenschaft für den Beruf mitbringen. Mein Führungsstil ist definitiv auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern.

Ist es heutzutage leichter mit Social Media, die eigene Präsenz als Designerin und die neuen Kollektionen voranzutreiben?

Es ist heute unabdingbar, die Social-Media-Kanäle zu nutzen und generell einen guten Webauftritt hinzulegen, was es aus meiner Ansicht nach nicht wirklich einfacher macht. Man kommt zwar schneller an den Endkonsumenten heran, muss sich dafür aber richtig ins Zeug legen, um Präsenz zu zeigen und den Wettbewerb auch online zu gewinnen.

Wenn Modeschülerinnen zu Ihnen sagen, dass sie auch Designerin werden wollen – welchen Rat geben Sie?

Ich rate, ein gutes Studium zu absolvieren und so viel Erfahrung wie möglich bei diversen Praktika zu sammeln. Nur dadurch gewinnt man einen Überblick davon, wie die Branche wirklich funktioniert und vor allem, ob einem das persönlich auch zusagt.

Modenschauen im Bergstollen, außergewöhnliche Locations für Modeschauen und Fotoshootings: Nokia, L’Oreal und Tirol Shop klopften schon an Rebekkas Türe und fragten Kooperationen an, 2014 liefen die Anwärterinnen von „Germany’s next Topmodel“ für ihre Show auf der Berliner Fashion Week und zweimal jährlich werden den Stylisten diverser Stars und Sternchen im Rahmen der „Pressdays“ die Türen von Rebekkas Atelier geöffnet, die dort Kreationen für die Prominenz buchen können. Viel hat die junge Oberländerin schon erreicht, doch angekommen ist sie noch nicht: „Flagship-Stores around the world, aber dafür habe ich noch bis 70 Zeit“, ist nur eines ihrer Ziele. Und: „Wenn es sich ausgehen sollte, würde ich irgendwann gerne einmal auf einen Kaffee mit Karl Lagerfeld gehen.“

»Weitere Informationen: Rebekka Ruétz

Fashion Week Berlin 2017: Rebekka Ruétz ist mit ihren aktuellen Kollektionen immer Fixstarterin.

Fashion Week Berlin 2017: Rebekka Ruétz ist mit ihren aktuellen Kollektionen immer Fixstarterin. Foto: Getty Images

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