Moguntia – Gepfefferte Erfolgsgeschichte

Das Gewürzwerk Moguntia in Kirchbichl ist ein Mittelpunkt der Geschmackswelten. Über 2,5 Milliarden Essen wird jährlich Geschmack verliehen, Ikea Hongkong zählt zu den Kunden und bei Bio-Suppenwürfeln ist das Unternehmen „wahrscheinlich“ Weltmarktführer.

Unser Wachstum fordert seinen Tribut. Wir müssen dazubauen. Spätestens im April starten die Bauarbeiten”, stellt Johannes Tonauer fest. Tonauer ist Geschäftsführer des Gewürzwerks Moguntia in Kirchbichl, dessen gepfefferte Erfolgsgeschichte sich nicht nur in steigenden Umsatzzahlen niederschlägt, sondern auch in der steigenden Zahl an Mitarbeitern. 130 sind es aktuell in Kirchbichl. Tendenz steigend. „Das Geschäft wächst, der Mitarbeiterstand auch und nachdem wir jede Nische ausgenutzt hatten wurde es Zeit, etwas zu tun”, so Tonauer. Am Standort wird der Verwaltungstrakt aufgestockt und auch die Produktionsmitarbeiter bekommen mehr Platz, um garantieren zu können, dass die auf der ganzen Welt verstreuten Kunden des Gewürzwerks weiterhin geschmackvoll zubeißen können.

Moguntia Kirchbichl ist eines der modernsten Gewürzwerke der Welt. Natürliche Rohstoffe aus aller Herren Länder treffen hier auf blitzblanke Hightech-Anlagen und sichern durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Geschmack und Automatisierung den Vorsprung. Tonauer erklärt: „Der Produktionskomplex in dieser Modernität führt dazu, dass man viel sauberer arbeiten kann. Risiken bei der Herstellung von Lebensmitteln können so vermieden oder zumindest stark reduziert werden und Sachen wie Allergen-Management oder Glutenfreiheit sind nur über Hightech seriös abbildbar.”

Moguntia setzt auf diverse Standbeine

Als das Unternehmen im Jahr 1903 gegründet wurde, waren Allergene oder Gluten noch kein Thema. Wohl aber guter Geschmack und vor allem richtig gute Würste. Sie stehen am Beginn des Unternehmens, dessen Name sich vom römischen Namen für die Stadt Mainz (Mogontiacum) ableitet. Die Gegend in Mitteldeutschland ist nicht nur für den ausgelassenen Karneval bekannt, sondern auch für die große Vielfalt an Würsten, deren Geschmack dem Mainzer Fleischermeister Friedrich Buchholz ein Herzensanliegen war. Er entwickelte Rezepturen für Wurstgewürzmischungen und begann, sie abzupacken und zu verkaufen. Heute beschäftigt die Moguntia-Firmengruppe cirka 700 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von rund 140 Millionen Euro. In Kirchbichl befindet sich ein Herzstück. Fern von Mainz. „1955 hat Moguntia eine kleine Gewürzfabrikation in Kufstein gekauft, aus der heraus Moguntia Österreich entstanden ist”, erklärt Geschäftsführer Tonauer. 2001 wurden die Werke in Kufstein und Mainz geschlossen und der neue Standort in Kirchbichl bezogen.

Verarbeitungsgewürze zur Herstellung von Wurst- und Fleischwaren bilden heute noch ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Um die 90 Millionen Kilogramm Wurst werden monatlich mit Produkten aus dem Haus gewürzt. „Die Bio-Schiene ist eine spezielle Nische. Wir sind wahrscheinlich Weltmarktführer in der Herstellung von Suppenwürfeln in Bio-Qualität. Das ist ein sehr spannendes Segment und es boomt”, so Tonauer weiter. Die dm-Biogemüsebrühe wird beispielsweise in Kirchbichl hergestellt – hefefrei und glutenfrei. „Ein weiteres großes Standbein sind Produkte aus dem Foodservice etwa für große Kantinen oder Werksküchen”, beschreibt Tonauer die dritte Säule. Den Geschmack bei großen Essensmengen garantieren zu können, ist eine Kunst, die bei Moguntia ihre Meister gefunden hat. VW zählt bei diesen Convenience-Produkten zu den Kunden, oder Fluggesellschaften wie Lufthansa und Etihad. „Für die Luft” müssen die Speisen spezielle Voraussetzungen erfüllen. Desserts sollten dort nicht aus den Schälchen hüpfen, weil die Luftverteilung in der Höhe anders ist, als am Boden. „Das müssen sie eben wissen und ganz aktiv dorthin arbeiten”, so Tonauer.

Der Geschmack der Welt

Viel Know-how ist dafür nötig, viel Forschung und viel Entwicklung. Köche, Lebensmitteltechniker und Ernährungswissenschaftler sind an den Produktentwicklungen beteiligt, die einem stets lebendigen Wechselspiel aus Verbraucher-erwartung, Lebensmittelrecht und Geschmack unterworfen sind. Am Ende ist es aber immer der menschliche Gaumen, der entscheidet. Tonauer: „Es gibt keine Maschine, die ihn ersetzen kann.”

Die weltweit so unterschiedlichen Geschmäcker zu verstehen und Produkte zu entwickeln, die ebendiese treffen, ist eine Richtung, in die das Unternehmen arbeitet. Mit Erfolg, was die zunehmende Eroberung neuer Märkte im Nahen Osten, Asien oder Australien zeigt. Eine andere Richtung ist der Export des europäischen Geschmacks. „Die Lachsschaumsuppe bei Ikea Hongkong kommt von uns”, nennt Tonauer ein Beispiel.

Die ganze Welt ist es auch, aus der die Rohstoffe bezogen werden. Das Gewürz-Netzwerk ist riesig und die Qualität das A und O. Um sie garantieren und auch bis ins Kleinste zu kontrollieren zu können, wurde in der Firmengruppe vergangenes Jahr eine Art „Wahrheits-Gerät” entwickelt. „Unsere Leute haben in der ganzen Welt Proben von Böden und Pflanzen gesammelt und analysiert”, erklärt Tonauer. Damit wurde eine Datenbank „gefüttert”, die Basis für eine DNA-Analyse ist, der sich alle Rohgewürze stellen müssen. Betrug wird dadurch ausgeschlossen. „Wenn einer sagt, der Pfeffer stammt aus Indonesien können wir feststellen, ob das stimmt, oder ob der Pfeffer in Wirklichkeit aus Vietnam kommt”, erklärt der Geschäftsführer. Für eines der modernsten Gewürzwerke der Welt ist es nun einmal entscheidend, wo der Pfeffer wirklich wächst.

»Weitere Informationen: Gewürzwerk Moguntia

Moguntia-Standort im Unterland

130 Mitarbeiter sind derzeit am Moguntia-Standort im Unterland tätig – demnächst soll weiter ausbebaut werden.

 

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