Holzindustrie Pfeifer: Internationalität als Um und Auf

In den vergangenen zehn Jahren hat sich zusehends die Internationalität der Holzindustrie-Pfeifer-Gruppe mit Sitz in Imst herauskristallisiert. Inzwischen wird in 90 Ländern weltweit verkauft.

Aus einer kleinen Säge, die von Barbara Pfeifer 1948 in Imst gegründet wurde, ist heute ein Konzern von europäischer Dimension entstanden. Pfeifer zählt zu den traditionsreichsten und wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Konzentration auf das Kerngeschäft – der industriellen Weiterverarbeitung von Nadelholz.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich zusehends die Internationalität der Pfeifer-Gruppe mit Sitz in Imst herauskristallisiert. Heute arbeiten 1800 Mitarbeiter an acht Pfeifer-Standorten in drei Ländern.„Diese Fülle an individuellen Kulturen und Strukturen ist wertvoll. Denn Vielfalt bringt auch ein Mehr an Ideen und Entwicklungen mit sich“, sieht man im Unternehmen Vorteile der Internationalisierung.

Internationalität herrscht aber vor allem im Vertrieb. „Wir verkaufen unsere Produkte in 90 Ländern weltweit“, sagt International Sales-Manager Ibou Kebe Diouf, verantwortlich für große Weltregionen wie Nord- und Südamerika sowie einzelne Länder in Europa.

Wichtige Märkte für Pfeifer

Wichtig sind für Pfeifer die Exportmärkte Deutschland, Frankreich, Schweiz, Italien und Spanien, sagt Diouf, der sich bei der letzten Außenwirtschaftstagung in der Tiroler Wirtschaftskammer mit Wirtschaftsdelegierten aus mehreren Exportmärkten beriet, etwa mit Martina Madeo, Wirtschaftsdelegierte in Brüssel: Pfeifer habe drei Vertriebspartnerfirmen in Belgien, Diouf ist daher ein regelmäßiger Kontakt, auch über die Wirtschaftsdelegierten, wichtig.

Sie sollen auch über die Leistungen informiert werden, die Pfeifer in den jeweiligen Märkten anbieten kann, und so in die Lage versetzt werden, die Firma den dortigen Unternehmen als Geschäftspartner zu empfehlen.

Aktuell laufen Pfeifers Exportgeschäfte gut – etwa in der Schweiz sehr gut, dort wird viel gebaut, bei Naturholzplatten und Schalungsplatten ist Pfeifer in der Schweiz Marktführer. Aber auch Südamerika läuft aktuell besser, vor allem die Nachfrage aus Argentinien hat sich verbessert, nachdem Zollprobleme gelöst wurden: „Wichtig ist uns bei der Bearbeitung von Exportmärkten immer die Unterstützung der Wirtschaftskammer, die uns in vielen Belangen sehr gut zur Seite steht“, sagt Diouf. Pfeifers Internationalisierungsstrategie wird sich fortsetzen: So errichtet das Unternehmen im deutschen Schlitz/Hessen ein neues Brettsperrholzwerk (CLT) mit einer Produktionskapazität von 100.000 Kubikmetern Brettsperrholz pro Jahr – eine 30-Millionen-Euro-Investition.

Geschlossene Wertschöpfungskette

2016 hat das Unternehmen den Standort Chanovice von der deutschen Haas-Gruppe übernommen. Bereits seit 2004 führt Pfeifer nahe der deutsch-tschechischen Grenze in Trhanov ein Produktionswerk, in dem zwei Millionen Quadratmeter Betonschalungsplatten und 30.000 Tonnen Pellets pro Jahr hergestellt werden.

Auch an diesem Standort verfolgt Pfeifer das Prinzip der geschlossenen Wertschöpfungskette und der hundertprozentigen Nutzung des Rohstoffes Holz. Der wertvolle Rohstoff Holz wird in den Produktionswerken der Pfeifer-Gruppe zu 100 Prozent verarbeitet. An acht Standorten werden aus Rundholz neben Schnittholz, verleimten Massivholzprodukten und Palettenklötzen auch Biobrennstoffe und zudem Biostrom erzeugt.

Sämtliche Nebenprodukte, die in den Sägewerken und bei der Produktion von Massivholzprodukten anfallen, wie Rinde, Hackschnitzel und Hobelspäne, sind bei Pfeifer wiederum wertvolle Rohstoffe. Dieses „Restholz“ wird einerseits zu hochwertigen, umweltfreundlichen Biobrennstoffen in Form von Pellets oder Briketts verpresst und andererseits zur Herstellung von Strom verwendet.

Auf diese Weise ist die Wertschöpfungskette innerhalb der Pfeifer Gruppe zur Gänze geschlossen, sagt Diouf. Das Exportgeschäft stärkt auch den heimischen Standort von Pfeifer: Zuletzt hat das Familienunternehmen beschlossen, zwei Millionen Euro in eine neue Lagerhalle zu investieren sowie vier Millionen Euro in die Optimierung der bestehenden Produktionsanlagen. Dazu werden noch einmal fünf Millionen Euro in die neue erweiterte Firmenzentrale in der Imster Au gesteckt – natürlich ein Holzbau und ein „nachhaltiges Bekenntnis zum Standort Imst“, wie die Firmenleitung erklärt.

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Die Unternehmensführung von Pfeifer: Michael Pfeifer, Ewald Franzoi und Clemens Pfeifer (v. l.) setzt auf starke Internationalisierung. Foto: Pfeifer

Holzindustrie Pfeifer - Daten und Fakten

 

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