Revolutionierte Brillen aus Tirol

Mit Rolf Spectacles und gloryfy unbreakable haben es Tiroler “Brillenmeister” geschafft, ein alltägliches Hilfsmittel neu zu erfinden und damit weltweit zu begeistern.

Ihre Geschichten sprudeln vor Energie und diese Energie prägt ihre Marken. „Unsere Gründungsgeschichte – der Start im heimischen Keller mit abenteuerlichen selbsterfundenen Maschinen und Arbeitsvorrichtungen – ist nach wie vor unser Markenzeichen, auf das wir stolz zurückblicken”, sagt Christian Wolf, Marketingverantwortlicher von Rolf Spectacles. Rund 10 Jahre ist es her, dass er und sein Bruder Roland, dessen Freundin Marija Iljazovic und deren Bruder Martin im Keller des elterlichen Hauses im Außerfern saßen und tüftelten. Und weiter tüftelten. An einer Brille aus Holz. Einer Brille, wie es sie bis dato noch nicht gab. Die Idee hatte Biss und die vier hatten Mut. Ein alltägliches Hilfsmittel neu zu erfinden, Design wie Material dem nachhaltigen Zeitgeist entsprechend zu revolutionieren und aus einem Keller heraus den Großen der Branche die Stirn zu bieten, ist nichts für schwache Geister. Wenn Rolf Spectacles 2019 das 10-jährige Firmenjubiläum feiert, ist es auch der starke Geist der ersten Stunden, dem zugeprostet werden darf.

Den Wurzeln treu

Aus einer Melkmaschine und einem Wohnzimmertisch wurde damals eine Presse gebastelt, mit der die feinen Furnierschichten gepresst werden konnten, Mopedbremsen wurden für eine CNC-Fräse adaptiert, mit der die Brillen in die richtige Form gefräst wurden. Nur mit finanzieller Unterstützung der Familien war es in weiterer Folge möglich, Maschinen zu erstehen, die mehr Feinschliff und Präzision garantierten. Das alles klingt abenteuerlich und wie die Geschichte aus einem Bilderbuch für Entrepreneurs. Storytelling vom Feinsten. Was sich zur Marketingstrategie entwickelte, war so aber gar nicht nicht geplant. „Doch es war zugegebener Maßen ein Meilenstein, der uns bis heute immer wieder motiviert, uns und unseren Wurzeln treu zu sein und gleichzeitig eine mittlerweile weltweit erfolgreiche Marke geschaffen zu haben”, erklärt Christian Wolf.

Im September 2009 ging das los. Bei der internationalen Optikerfachmesse Silmo d‘Or in Paris, die für Brillenmeister das ist, was für Schauspieler die Oscarverleihung bedeutet, wurde die erste Rolf Brille nominiert. Und sie siegte. Dieser internationalen Auszeichnung folgten weitere, Holz als Grundmaterial bekam mit Stein einen nicht minder aufsehenerregenden „Kollegen”, die Handarbeit als unikat-garantierendes Markenzeichen etablierte sich und erst im Herbst 2017, im Rahmen der jüngsten Silmo d‘Or, stellte das zwischenzeitlich auf 40 Mitarbeiter angewachsene Team die Innovationskraft unter Beweis. Wieder wanderte ein Brillenoscar ins Außerfern. Diesmal für den Flexlock, das weltweit erste Brillengelenk ohne Schrauben und Federn aus Metall. „Diese Kombination aus hochverdichtetem Holz und Naturkautschuk, die sich in alle Richtungen bewegen lässt, war eine starke Herausforderung für unser Team”, so Christian Wolf, der zum nächsten Coup, einer für das Jubiläumsjahr 2019 angekündigten neuen Brillenfassung, nicht zu viel sagen will: „Sie verstehen sicher, dass wir an dieser Stelle noch nicht verraten möchten, was gerade hinter verschlossenen Türen im Hause ROLF geschieht. Aber wir versichern Ihnen, dass es abermals revolutionär wird in der Brillenbranche.”

Unzerbrechliche Revolution

Revolutionär ist das Stichwort. Nicht nur für die hippen Meister aus dem Außerfern, sondern auch für die unverwüstlichen Blickfänger aus dem Zillertal. Dort war das Labor in einem Keller in Mayrhofen die erste Station der Revolution, deren Basis ein spezieller, von Ideengeber und Firmengründer Christoph Egger entwickelter Kunststoff ist. Der Name seiner Sonnenbrillen – „gloryfy unbreakable” – verrät die weltweit einzigartige Eigenschaft. Unzerbrechlich sind sie. So wie er? „Ich denke, man kann mich insofern als unzerbrechlich bezeichnen, da ich mich von meinem Ziel, golryfy zu einer international etablierten Marke – mit relevantem Marktanteil – aufzubauen, nicht abbringen lasse”, sagt der Unternehmer, dessen „unbreakable spirit” in der siebenjährigen Entwicklungsphase oft auf die Probe gestellt wurde. „Der Glaube an meine Idee war stärker und so haben wir es 2011 geschafft, unsere Serienproduktion zu starten”, erzählt Egger. Jene Unzerbrechlichen, die ab Herbst 2008 erstmals bei einem Tiroler Optiker gekauft werden konnten, waren noch „wahre Unikate”. Als die Produktionshürde genommen war, konnte Egger die Kollektion schrittweise ausbauen, filigrane Rahmen mit den unverwüstlichen Eigenschaften kreieren und ab 2016 mit den optischen gloryfy-Brillen einen weiteren Meilenstein setzen.

Brillen der Stars

Sporthelden, wie David Lama, Jakob Schubert, Heinz Kinigadner oder Timo Schneider, zählen zu werbewirksamen gloryfy-Trägern und Stars, wie Robbie Williams, Marteria, James Blunt oder Christina Stürmer, tun dies nicht minder. Erst sei es schwer, an die Stars heranzukommen, doch „sogar die größten Show-Business- und Sport-Stars sind fasziniert von der Technologie und freuen sich über ein so cooles Accessoire”, weiß Egger, dessen ambitionierter Fünfjahresplan vorsieht, 2022 in Europa „weitgehend gut” vertrieben zu sein.

Um dies zu schaffen, betrat der findige Tiroler im Herbst 2017 weiteres Neuland in der Brillenbranche. Mit dem Beteiligungsmodell „gloryfy for business REBELS”, einem Crowd-Investing-Projekt, schaffte er es, in der ersten Runde 500.000 Anteile zu verkaufen. Mit dem Verkauf von höchstens 250.000 der ausgegebenen Million Anteile hatte er gerechnet. Egger: „Somit haben wir nun an die 900 stolze Rebels an Bord, die in ihren Kreisen die perfekten Botschafter für unsere junge Marke sind.” Die zweite Beteiligungsrunde läuft gerade an. Und befeuert die Marke, die von der Energie ihrer Gründungsgeschichte geprägt ist.

»Weitere Informationen: ROLF spectacles und gloryfy unbreakable

Unzerbrechlich sind nicht nur die Brillen, die von „gloryfy unbreakable" produziert werden, sondern auch der Wille mit dem Christoph Egger sein Unternehmen auf den Erfolgsweg gebracht hat.

Unzerbrechlich sind nicht nur die Brillen, die von „gloryfy unbreakable” produziert werden, sondern auch der Wille mit dem Christoph Egger sein Unternehmen auf den Erfolgsweg gebracht hat. Foto: gloryfy unbreakable eyewear

 

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